Peter Bussemeyer
Deutscher Autor und Journalist
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Friedrich Peter Bussemeyer (* 25. Februar 1906 in Berlin; † 9. Oktober 1971 in Buenos Aires) war ein deutscher Journalist und Autor.

Leben
Peter Bussemeyer wurde am 25. Februar 1906 als Sohn von Friedrich Bussemeyer und dessen Frau Hildegard (geb. Sturtz) in Berlin geboren. Nach dem Abitur leistete er einen kurzen Militärdienst bei der Reichswehr und begann anschließend ein Studium der Geschichte und Philosophie an den Universitäten in Berlin und Frankfurt am Main. Während seines Studiums war er Mitglied einer kommunistischen Studentengruppe.[1]
Bereits Ende der 1920er-Jahre betätigte sich Bussemeyer journalistisch als Herausgeber der kommunistischen Zeitung Der Schulkampf, die vom Sozialistischen Schülerbund (SSB) herausgegeben wurde und an Schülerinnen und Schüler adressiert war. Ab den frühen 1930er-Jahren arbeitete er als freiberuflicher Journalist und wurde Redaktionsmitglied bei der Frankfurter Zeitung. 1931 wurde er von der Zeitung beauftragt, nach Argentinien zu reisen, um zur politischen Lage vor Ort zu berichten. Bussemeyer ließ sich in Buenos Aires nieder und wurde leitender Redakteur des Argentinischen Tageblatts, einer wichtigen deutschsprachigen Zeitung für Emigranten. Zudem arbeitete er für verschiedene Wirtschafts- und Presseagenturen und war als Übersetzer und Lyriker aktiv.[2][3] Aufgrund seiner Verbindungen zur KPD und seiner journalistischen Tätigkeit für das Argentinische Tageblatt wurde Bussemeyer von den Nationalsozialisten des Hochverrats beschuldigt, was 1934 dazu führte, dass er aus dem Deutschen Reich ausgebürgert wurde.
Während seines Aufenthalts in Chile engagierte sich Bussemeyer in der „Liga de Defensa“, die sich gegen eine Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten aussprach und dahingehend politische Einflussnahme auszuüben versuchte. In Chile lernte er seine Ehefrau kennen, mit der er ein Kind bekam, jedoch kehrte Bussemeyer ohne die beiden nach Argentinien zurück und hielt in Folge kaum bis keinen Kontakt zu ihnen aufrecht. Nach Argentinien zurückgekehrt, wurde Bussemeyer verhaftet und unter Anklage gestellt, ein US-amerikanischer Spion zu sein und „die Beziehungen zwischen Argentinien und dem Reich gestört zu haben“. Obwohl die politischen Beziehungen zwischen Argentinien und dem Deutschen Reich einen Monat nach seiner Verhaftung abgebrochen wurden, blieb Bussemeyer noch fast elf Monate in Haft.[4]
Im Exil pflegte Bussemeyer Kontakte zu mehreren prominenten Exilanten, darunter Paul Zech, mit dem er laut eigener Aussage eng befreundet war. Nach dessen Tod verfasste Bussemeyer einen Nachruf auf Paul Zech, der 1946 in der deutsch-jüdischen Exilzeitung Aufbau veröffentlicht wurde.[5] Zudem unterhielt er Kontakt zu Otto Strassers „Schwarzer Front“, wobei Bussemeyer betonte, dass diese Verbindung nur zum Zweck der Bildung einer Allianz gegen das Nazi-Regime bestand und nicht auf ideologischer Basis beruhte. Mit dem Schriftsteller Kurt Hiller verband Bussemeyer eine enge Freundschaft, die sich aus der langanhaltenden Briefkorrespondenz der beiden ablesen lässt.[6] Zu seiner in Berlin lebenden Mutter Hildegard hielt Bussemeyer wenig bis keinen Kontakt.
Ab den 1940er-Jahren begann Bussemeyer in der Buchhandlung „Librería B. de Herzfeld“ in Buenos Aires zu arbeiten, die er gemeinsam mit der Gründerin Barbara Herzfeld – der zweiten Ehefrau des Künstlers John Heartfield – betrieb. Bussemeyer und Herzfeld gingen eine Beziehung ein und lebten bis zu Herzfelds Tod im Jahr 1970 zusammen.[7] Am 9. Oktober 1971 starb Peter Bussemeyer in Buenos Aires.[8]
Publikationen (Auswahl)
- Peter Bussemeyer: 50 Jahre Argentinisches Tageblatt: Werden und Aufstieg einer auslanddeutschen Zeitung. Buenos Aires: Argentinisches Tageblatt 1939.
- Peter Bussemeyer: Gedichte. Buenos Aires: Selbstverlag 1952.
- Peter Bussemeyer: Argentinien: 1810 bis zur Gegenwart. Geburt und Werden eines Staates. Buenos Aires: Ed. Cosmopolita 1965.
Übersetzungen
- Maximo Gorki/Bertolt Brecht: La Madre. La Condena de Lucullus. Buenos Aires: Ediciones Losange 1965.