Peter Korp
österreichischer Facharzt für Psychiatrie, Neurologie und Innere Medizin und Euthanasiebeteiligter
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Peter Korp (* 15. Juli 1898 in Oberlatein; † 15. April 1954 in Graz) war ein österreichischer Facharzt für Psychiatrie, Neurologie und Innere Medizin an der Landes-Heil- und Pflegeanstalt für Geisteskranke am Feldhof (heute LKH Graz II Standort Süd) und im Rahmen der Krankenmorde während der Zeit des Nationalsozialismus an der Ermordung zahlreicher Patienten beteiligt.[1]
Leben
Korp ging in Graz in dem fürstbischöflichen Gymnasium zur Schule und diente von 1916 bis 1918 als Soldat im Ersten Weltkrieg. Ab 1919 studierte er Medizin an der Universität Graz. Er promovierte am 2. April 1927 zum Dr. med.[2] Danach war er im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Graz (heute Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft) als Sekundärarzt tätig. 1928 wechselte er an das Krankenhaus der Elisabethinen in Graz und 1929 an das Landeskrankenhaus Graz, wo er bis 1931 verblieb. Im April 1931 wurde er provisorisch und ab Januar 1932 definitiv als Assistenzarzt am „Feldhof“ angestellt, wo er bereits im April 1936 zum Primararzt aufstieg und gleichzeitig als gerichtlicher Sachverständiger fungierte.
Nach dem Anschluss Österreichs wurde er 1938 Leiter der neu gegründeten Kinderabteilung am Feldhof, die zur Universität Graz gehörte. Dort war er aktiv an der Ermordung zahlreicher Patienten beteiligt. Mindestens 1500 Patienten wurden Opfer der NS-Krankenmorde „Am Feldhof“ und anderen steirischen Anstalten.[3] Er war zusammen mit seiner Assistentin Josefine Hermann auch zuständig für die Feldhof-Außenstellen in Bruck an der Mur, Kainbach und Pertlstein.
Nach dem Kriegsende wurden am Volksgericht Graz Ermittlungen über die im Rahmen der Aktion T4 begangenen Verbrechen „Am Feldhof“ eingeleitet. Die Schuld wurde dem Primararzt des Feldhofes, Ernst Sorger, und dem bereits verstorbenen Direktor des Feldhofes, Oskar Begusch, zugeschrieben. Ernst Sorger hatte im August 1945 jedoch Suizid begangen und die Untersuchungen wurden abgebrochen. Gegen Peter Korp, Josefine Hermann und die anderen Ärzte, die ebenfalls an den NS-Morden teilgenommen hatten, wurde nicht ermittelt und er wurde nach internen Kämpfen um die Direktorenstelle abermals zum ärztlichen Leiter des Feldhofs ernannt. 1947 wurde er von der steiermärkischen Landesregierung zum „wirklichen Hofrat“ ernannt.[4] Er starb 1954 an den Folgen eines Herzinfarkts.[5]