Peter Rentzel (Jurist)
deutscher Jurist und Hamburger Senator
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Herkunft und Familie
Rentzel war ein Sohn des Hamburger Oberalten und Ratsherrn Hermann Rentzel (1576–1657) und ein Enkel des Ratsherrn Peter Rentzel († 1618)[2]. Sein Bruder Hermann Rentzel (1612–1683)[3] war ebenfalls Oberalter und seine Schwester Anna Rentzel war mit dem Ratsherrn Lucas von Spreckelsen (1602–1659) verheiratet.
Am 20. Juni 1647 heiratete er Anna Maria Twestreng († 1678), Tochter des Oberalten und Ratsherrn Joachim Twestreng (1587–1647)[4]. Die Ehe blieb kinderlos.
Leben und Wirken

Nach seiner Schulbildung studierte Rentzel Jurisprudenz an der Universität Rostock[5] und der Universität Leiden. Dort hielt er 1634 unter dem Vorstand des Professors Nicolaas Dedel eine Disputation. Danach wechselte er an die Universität Basel und schloss dort sein Studium am 27. November 1640 als Lizenziat beider Rechte ab.
In Hamburg ließ sich Rentzel als Advokat nieder und wurde am 22. Februar 1658, am Tag der Petri Stuhlfeier, zum Ratsherrn gewählt. Als solcher übernahm er 1660 die Prätur und 1662 die Verwaltung der Hamburger Bank.[6]
Ein Streit mit dem Ratsherrn Nicolaus von der Fechte († 1660)[7], der gemeinsam mit Rentzel Prätor war, soll zu dessen frühem Tod im Jahr 1660 geführt haben. Danach soll Rentzel immer ernsthafter geworden sein und unglücklich gelebt haben. Seine frühere richterliche Tätigkeit brachten ihn daher auf den Gedanken, seine Schuld durch eine Stiftung für Straftäter zu sühnen.[8] In seinem Testament stiftete er, neben Mahlzeiten für das Waisenhaus und Gasthaus[9][10] auch das Hamburger Spinnhaus.[11][12][13][14]
In der Hauptkirche Sankt Katharinen befindet sich ein Porträt von Rentzel.[15][16]
Nach ihm wurde im Jahr 1899 die Rentzelstraße in den Hamburger Stadtteilen Rotherbaum und St. Pauli, sowie die Rentzelstraßenbrücke, die diese beiden Stadtteile verbindet, benannt.[17]
Werke
- Disputationes de iurisdictione et de mixtis finium regundorum actionibus. Leiden 1634.
- Dissertatio inauguralis de quaestionibus miscellaneis. Basel 1640.
Literatur
- Karl Johann Fogel: Antiqua Et Nova Bibliotheca Disputationum Dnn. Hamburgensium Literatorum Juridica. Conrad König, Hamburg 1730, OCLC 496900467, S. 42 (Digitalisat bei Google Books [abgerufen am 10. März 2015]).
- Arnold Christian Beuthner: Rentzel, Petrus, I. V. L. und Raths-Herr. In: Hamburgisches Staats- und Gelehrten-Lexicon worin die Namen, das Leben und die Verdienste derjenigen Männer geist- und weltlichen Standes angeführet werden, welche von der heilsamen Reformation bis auf gegenwärtige Zeit, in dieser weltberühmten Stadt und derselben Gebiete, ein ansehnliches Ehren-Amt, oder eine hohe Würde bekleidet sich durch Schriften berühmt gemacht, daselbst gebohren und in der fremde beforderung erhalten, bereits aber das Zeitliche gesegnet haben. Christian Wilhelm Brandt, Hamburg 1739, OCLC 46285036, S. 298–299 (Digitalisat auf den Seiten der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg [abgerufen am 10. März 2015]).
- Rentzel, (Peter). In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 31, Leipzig 1742, Sp. 628.
- Friedrich Georg Buek: Die Hamburgischen Oberalten, ihre bürgerliche Wirksamkeit und ihre Familien. Perthes-Besser & Mauke, Hamburg 1857, OCLC 844917815, S. 83 (Digitalisat bei Google Books [abgerufen am 10. März 2015]).
- Hans Schröder, Karl Rudolf Wilhelm Klose: Rentzel (Peter). In: Lexikon der hamburgischen Schriftsteller bis zur Gegenwart. Sechster Band. Pauli – Schoff, Nr. 3176. W. Mauke’s Söhne, Hamburg 1873, OCLC 165098721 (Faksimile auf den Seiten der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg [abgerufen am 10. März 2015]).