Peter Ykens

flämischer Barockmaler From Wikipedia, the free encyclopedia

Peter Ykens (* 30. Januar 1648 in Antwerpen; † 1695 ebenda) war ein flämischer Barockmaler, der vor allem für seine Historiengemälde und Porträts bekannt ist.[1]

Peter Ykens: Porträts der Lacroix d’Angimont Familie. Museum voor Schone Kunsten, Gent

Leben

Peter Ykens wurde in Antwerpen als Sohn des Bildhauers und Malers Johannes Ykens und dessen zweiter Ehefrau Barbara Brekevelt geboren. Seine Schwester Catarina Ykens II. war ebenfalls als Malerin tätig. Die künstlerische Ausbildung erhielt er von seinem Vater. Im Gildenjahr 1673/1674 wurde er als „Wijnmeester“ – Sohn eines Meisters – in die Lukasgilde von Antwerpen aufgenommen. Wie viele flämische Maler seiner Zeit plante Ykens zunächst eine Reise nach Rom, gab dieses Vorhaben jedoch nach seiner Heirat mit Maria Anna van Bredael am 14. Juli 1671 auf. Das Ehepaar hatte elf oder möglicherweise sogar dreizehn Kinder. Zu Beginn seiner Laufbahn arbeitete Ykens unter schwierigen Bedingungen, unter anderem tageweise für den Antwerpener Ratsherrn Antoon van Leyen. Später erhielt er umfangreichere Aufträge, darunter Altargemälde in Antwerpen und Mechelen sowie Porträts, von denen eines vermutlich König Karl II. von Spanien darstellt. Darüber hinaus war er im Entwurf von Wandteppichen tätig. Im Jahr 1689 wurde Ykens zum Dekan der Lukasgilde von Antwerpen gewählt. Er unterrichtete zahlreiche Schüler. Peter Ykens starb 1695 in Antwerpen.[1]

Werk

Peter Ykens’ Werk umfasst Historiengemälde, Altarbilder und Porträts. Er erhielt zahlreiche Aufträge für Kirchen und Adelssitze in seiner Heimatregion. Charakteristisch für seine Arbeitsweise war die Zusammenarbeit mit auf bestimmte Bildgattungen spezialisierten Malern, insbesondere mit Blumen- und Landschaftsmalern. Diese ergänzten seine Kompositionen um entsprechende Bildelemente, während Ykens die Figuren ausführte. Neben Gemälden entwarf Ykens auch Kartons und Vorlagen für Wandteppiche. Ein bekannter Entwurf zeigt die Szene Orpheus mit Leier, die um 1685 in einer Antwerpener Tapisseriewerkstatt ausgeführt wurde. Porträts von Familienmitgliedern und lokalen Persönlichkeiten sind in verschiedenen Sammlungen erhalten. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehören die Porträts der Familie d’Angimont Lacroix, die sich im Museum der Schönen Künste in Gent befinden, sowie Streit der heiligen Katharina von Alexandria mit den fünfzig Philosophen (1688), das sich im Königlichen Museum der Schönen Künste in Antwerpen befindet.[2]

Literatur

  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 14: Valverde – Zyw. Paris, 2006.
  • Thieme/Becker: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Sechsunddreissigster Band. Wilhelmy – Zyzywi. Verlag von E.A. Seemann, 1947.
  • Jean-Baptiste Descamps: La Vie des Peintres Flamands, Allemands et Hollandois, avec des portraits gravés en Taille-douce, une indication de leurs principaux Ouvrages, & des réflexions sur leurs différentes manières, Band 3, Frankreich, 1760.
  • Ph. Rombouts und Th. van Lerius: De liggeren en andere historische archieven der Antwerpsche sint Lucas-gilde, Band 2, Antwerpen, 1864.
  • Frans Jozef Peter Van den Branden: Geschiedenis der Antwerpsche schilderschool, Antwerpen, 1883.
Commons: Peter Ykens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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