Peter von Twardowski
preußischer Landrat
From Wikipedia, the free encyclopedia
Peter von Twardowski (* 1758 in Posen (Gollmitz); † 1814) war ein preußischer Landrat.
Herkunft
Twardowskis Vorfahren stammten aus Polen. Das briefadelige Adelsgeschlecht, ersterwähnt mit einem Andreas von Twardowski vor 1742 als Adelsmarschall, verzweigte sich später in eine Preußen-Linie und in eine Posener Linie. Seine Eltern waren Andreas von Twardowski (1720–1806) und dessen erste Ehefrau Petronella Kasinowska aus dem Kreis Samter stammend. Peter von Twardowski hatte mehrerer Geschwister. Von seinem Bruder Konstantin von Twardowski (1760–1830) kommen mehrere bekanntgewordene Offiziere im Dienste Preußens, wie der Generalleutnant Friedrich von Twardowski und seine Söhne Heinrich von Twardowski (1842–1913), preußischer Generalleutnant, sowie Generalmajor Ernst August Dobrogast von Twardowski (1849–1928) und Reinhold von Twardowski (1851–1933), preußischer General der Infanterie. Er selbst blieb unvermählt ohne Nachfahren. Der Vater war Gutsherr in mehreren Dörfern.
Leben
Peter von Twardowski war bis zum Jahr 1775 als Referendar bei der Kriegs- und Domänenkammer in Königsberg beschäftigt. Am 12. Juni 1776 übernahm er von Johann Carl von Grabowski das Amt als Landrat des Kreises Marienburg. Im Herbst 1777 wechselte er in gleicher Position in den Landkreis Bromberg, wo er den bisherigen Amtsinhaber Ferdinand von Oppeln-Bronikowski ablöste.[1] Mit diesem Wechsel verbunden waren ein Sitz und eine Stimme in der Kammerdeputation, die ihn aufgrund seiner Renitenz jedoch alsbald wieder versetzen wollte. Er selbst bat noch im September 1782 um Versetzung in die Pépinière des Generaldirektoriums. Nach einem weiteren Konflikt mit der Kammerdeputation bat er im Frühjahr 1793 nochmals um eine Versetzung nach Südpreußen. Er blieb einer der wenigen polnisch-stämmigen Führungspersonen in deutschen Diensten.[2]
Im Oktober 1794 gab er sein Amt auf und wurde Obrist bei den Konföderierten. Im November des Jahres wollte er wieder auf den Posten als Landrat zurückkehren, wurde aber inhaftiert und wegen seiner aktiven Teilnahme an der Insurrektion zur Amtsenthebung und zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt. Nachfolgender Landrat wurde 1795 Marcus von Chmielewski.
Literatur
- Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler, Erik Amburger, u. a. :Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1980. Band XII, 1980, Band 73 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1080, ISSN 0435-2408, ISBN 3-7980-0773-X, S. 474–486, Insbs. S. 476. (U. a. mit Portraits d. Vaters u. d. Neffen).
- Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: HKzB [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85; K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 1030–1031.