Pfarrkirche Schönau im Mühlkreis
Kirche in Schönau im Mühlkreis (15530)
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Die Pfarrkirche Schönau im Mühlkreis steht auf einem nach Norden freien Platz im östlichen Teil des Ortes in der Gemeinde Schönau im Mühlkreis im Bezirk Freistadt in Oberösterreich. Die dem Heiligen Jakobus der Ältere geweihte römisch-katholische Pfarrkirche gehört zum Dekanat Unterweißenbach in der Diözese Linz. Die Kirche steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag).

Das Patrozinium verweist auf die historische Bedeutung des Ortes als Station auf einem durch das Mühlviertel verlaufenden Jakobs-Pilgerweg.[1]
Geschichte
Die Kirche war anfänglich eine Filiale der Pfarrkirche Naarn. 1230 wird urkundlich eine Pfarre genannt.
Die nördlichen und südlichen Langhausmauern sind romanisch. Der Turm wurde um 1300 erbaut. Die Kapelle nördlich am Langhaus wurde um 1500 erbaut. Das Langhaus wurde um 1516 nach Westen erweitert. 1520/1540 wurde die Kirche eingewölbt. 1968/1969 erfolgte eine Erweiterung der Kirche nach Osten nach den Plänen des Architekten Anton Zemann. Dabei wurden der barockisierte gotische Chor, die gotische Westempore und die neugotische Einrichtung entfernt.
Architektur
Der romanisch-gotische Saalbau besitzt einen östlichen Erweiterungsbau. Der alte dreijochige Saalraum mit einer Stichkappentonne hat eine bemerkenswerte stark geometrische Gewölbeform mit teils negierender Netzrippenkonfiguration, der Pfarrkirche Saxen vergleichbar. Der mächtige gedrungene Turm steht an der Nordseite des Langhauses. Östlich an den Turm schließt eine spätgotische, netzrippengewölbte Kapelle über rechteckigem Grundriss bei der Länge des dritten Langhausjoches an. Sie ist mit einer breiten Spitzbogenarkade zu dem Langhausjoch hin geöffnet. Der spitzbogige Triumphbogen öffnet sich zum östlichen, breit gelagerten, niedrigeren und nach Süden vorspringenden Erweiterungsbau mit asymmetrischem und teilweise konvexem Altarwandabschluss. Der Erweiterungsbau ist dreischiffig. Dachschrägen bestimmen die Raumform. In den zwei Ostecken befinden sich die Sakristei und eine Taufkapelle. Im Süden befindet sich eine zweite Taufkapelle mit einer schmalen Vorhalle. Die Kirche hat Satteldächer – über dem alten Langhaus steiler, über dem Erweiterungsbau flacher. Der Turm hat ein Keildach.
Ausstattung
Der linke Seitenaltar trägt die Figur Florian aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der Tabernakel mit Peter und Paul ist aus dem dritten Viertel des 17. Jahrhunderts.
Die Brüstungsorgel baute 1993 die Oberösterreichische Orgelbauanstalt, II Man./18. Reg. Eine Glocke mit einem Relief des hl. Josef und Palmettenfries ist aus dem 18. Jahrhundert. Das Turmuhrwerk ist aus dem 19. Jahrhundert.
Neuerrichtung und Gestaltung des Kirchenplatzes
2025 wurde in Kooperation mit der Diözese Linz ein Wettbewerb zur Neuerrichtung und Gestaltung des Kirchenplatzes ausgeschrieben. In Anklang an die historische Bedeutung des Ortes als Pilgerstation, trägt er seither den Namen Jakobsplatz und bietet den Wanderern einen Pilgergarten als frei zugänglichen Rückzugsort.
Unter den Einreichungen wurde der Entwurf der Künstlerin Judith Huemer zur Umsetzung gewählt. Die oberösterreichische Landespreisträgerin (2022) lehrt an der Akademie der Bildenden Künste Wien im Fachbereich Kunst und Intervention.[2]
Das Konzept, das die besonderen Gegebenheiten des Ortes berücksichtigt, trägt den Titel Trilogie für die Jakobskirche Schönau. Judith Huemer überspannt den Raum mit drei unterschiedlichen Elementen, Pilgerstab (Skulptur), Bodenlinie (Einlegearbeit im Bereich der Granitplatten-Pflasterung) und Ellipse (Installation über dem Eingang). Sie stehen im assoziativen Zusammenhang zum Weg eines Pilgers: Während der Pilgerstab Halt im Diesseits verleiht, führt die Bodenlinie zum Haupteingang der Kirche. Die Schwelle vom Außen- zum Innenraum ist besonders ausgezeichnet. So ist oberhalb des Portals eine horizontal schwebende Ellipse angebracht. Über den Eintretenden öffnet sie sich himmelwärts, fordert zum Innehalten und zur Sammlung auf.[1]
Die Segnung und offizielle Eröffnung wurde mit einem Pfarrfest am 26. April 2026 begangen.[1][3]
Literatur
- Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Mühlviertel 2003. Schönau im Mühlkreis, Pfarrkirche hl. Jakobus, mit Grundrissdarstellung. S. 836–837.