Pfaudler (Unternehmen)
Unternehmen, produziert emaillierte Komponenten und Produkte für die Industrie
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Die Pfaudler GmbH ist eine deutsche Gesellschaft innerhalb der GMM Pfaudler Gruppe und stellt emaillierte Komponenten und Produkte für die chemische und pharmazeutische Industrie her. Die Marke Pfaudler geht auf die von dem deutschen Braumeister Caspar Pfaudler gegründete The Pfaudler Co. zurück, die 1884 in Rochester (USA) entstand[2]. Das deutsche Werk wurde 1908 in Schwetzingen errichtet[3]; seit 2017 befindet sich der Standort in Waghäusel[4]. Seit 2021 gehört die Gruppe mehrheitlich zur GMM Pfaudler Ltd. mit Hauptsitz in Mumbai, Indien[5].
| Pfaudler GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1907 |
| Sitz | Waghäusel, Deutschland |
| Leitung | Thomas Kehl, Alexander Pömpner |
| Umsatz | 31,80 Mio. EUR[1] |
| Branche | Chemie- und Prozessindustrie |
| Website | https://www.gmmpfaudler.com |
| Stand: 31. August 2019 | |
Unternehmensgeschichte
Ursprünge der Marke Pfaudler (ab 1884)

Caspar Pfaudler stammte aus einer aus dem heutigen Baden-Württemberg stammenden Familie, die in die USA ausgewandert war, und wurde dort zum Braumeister ausgebildet.[3] Er entwickelte die Idee, die Gärung von Bier durch Vakuum zu beschleunigen. Die bis dahin üblichen Holzfässer waren dafür ungeeignet, weshalb Pfaudler emaillierte Stahltanks einsetzte, die korrosionsbeständig und leicht zu reinigen waren. Um die industrielle Produktion dieser Behälter aufzubauen, gründete er 1884 gemeinsam mit Investoren die The Pfaudler Co. in Rochester, New York.[2][3] Diese Entwicklung bildete die Grundlage für das spätere industrielle Einsatzgebiet emaillierter Behälter.
Gründung des Werks in Deutschland (1908–1945)
Um die Nachfrage in Europa bedienen zu können, errichtete das Unternehmen 1908 ein Werk in Schwetzingen, in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs.[3] In den frühen Jahren belieferte Pfaudler vor allem Brauereien im In- und Ausland; ab den 1920er Jahren kamen weitere Bereiche der Getränkeindustrie hinzu. In dieser Zeit wurden emaillierte Behälter zunehmend auch für Anwendungen in der chemischen und pharmazeutischen Industrie eingesetzt.[3]
Pfaudler beschäftigte während des 2. Weltkriegs 7 französische Kriegsgefangene sowie 3 sowjetische und 18 polnische Zwangsarbeiter.[6]
Entwicklung des deutschen Standorts nach 1945

Bei einem Luftangriff im März 1945 wurde das Schwetzinger Werk schwer beschädigt; ein Mitarbeiter kam dabei ums Leben.[3] Einige Monate nach Kriegsende nahm das Unternehmen die Produktion wieder auf. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Standort erweitert, und Pfaudler zählte in den 1990er Jahren mit rund 400 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern Schwetzingens.[3]
Standortverlegung nach Waghäusel (2017)
2017 begann die Verlagerung des Standortes vom historischen Werk in Schwetzingen nach Waghäusel. 2018 wurde der Umzug abgeschlossen und die Produktion am neuen Standort aufgenommen.[4]
Eigentümerwechsel seit den 1990er Jahren
1994 übernahm das US-Unternehmen Robbins & Myers die Pfaudler-Werke. Nach dessen Übernahme durch National Oilwell Varco (NOV) im Jahr 2013 wurde Pfaudler Teil dieses Konzerns.[7]
2014 erwarb die Deutsche Beteiligungs AG die Pfaudler-Gruppe.[8][9][10]
Im Jahr 2020 kündigte die indische GMM Pfaudler Ltd., deren größter Anteilseigner die Patel-Familie ist, den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der globalen Pfaudler-Gruppe an.[11][12] Die Transaktion wurde 2021 abgeschlossen, seither fungiert GMM Pfaudler als Holdinggesellschaft für das weltweite Geschäft der Pfaudler-Gruppe[5][13].
Im August 2023 veräußerte die Deutsche Beteiligungs AG ihre verbliebenen Anteile vollständig an neue Investoren, während die Patel-Familie über ihre Beteiligung an GMM Pfaudler größter Anteilseigner blieb.[14][15]
Unternehmensstruktur
Die Pfaudler GmbH ist eine von mehreren Landesgesellschaften innerhalb der GMM Pfaudler Gruppe. Die Gruppe umfasst neben der Marke Pfaudler weitere Unternehmen und Marken im Bereich verfahrenstechnischer Anlagen. Produktionsstandorte der Marke Pfaudler befinden sich unter anderem in China, Indien, Deutschland, Italien, Großbritannien, den USA und Brasilien.[2][16] Die globale Holdingfunktion wird von der indischen GMM Pfaudler Ltd. mit Hauptsitz in Mumbai ausgeübt, die seit 2021 die Mehrheit an der Unternehmensgruppe hält.[5]
Technologische Entwicklung

Seit den 1880er Jahren entwickelte das Unternehmen die industrielle Nutzung glasemaillierter Stahltanks weiter, zunächst für Brauereien und später auch für andere Bereiche der Getränkeindustrie.[3]
In den 1930er Jahren fanden emaillierte Apparate zunehmend Anwendung in der chemischen und pharmazeutischen Verfahrenstechnik.
1935 entstand bei Pfaudler der erste heizbare emaillierte Rührbehälter für chemische Prozesse, was zur Etablierung des Werkstoffs Stahlemail in der chemischen Verfahrenstechnik beitrug.[3]
In den folgenden Jahrzehnten wurden die eingesetzten Emailtypen weiterentwickelt, darunter besonders widerstandsfähige Chemie-Emails.[3][2]
Produkte
Die Pfaudler GmbH stellt emaillierte Apparate und Komponenten für die chemische und pharmazeutische Industrie her. Dazu gehören insbesondere emaillierte Behälter, Reaktoren und Rührwerke, die in verfahrenstechnischen Prozessen eingesetzt werden.[2]
Das Unternehmen ist historisch für die Weiterentwicklung der industriellen Emailtechnik bekannt.[3]
Standorte
Literatur
- 100 Jahre Pfaudler Emailtechnik. Pfaudler Werke GmbH (Hrsg.), Schwetzingen