Philipp Dorneich
deutscher Verlagsdirektor
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Philipp Dorneich (* 14. September 1866 in Unteraurach bei Bamberg; † 27. April 1943 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Verleger und Buchhändler. Er war Generaldirektor der Verlagsgruppe Herder.
Leben
Philipp Dorneich, Sohn des Johannes Dorneich und seiner Frau Apollonia, geb. Zech, besuchte nach der Volksschule sechs Jahre lang das „Herdersche Zöglingsinstitut“ und legte das Einjährig-Freiwilligen-Examen ab. Anschließend absolvierte er eine buchhändlerische Lehre im Verlag Herder und setzte seine Ausbildung im Londoner und Pariser Buchhandel fort. Dorneich wurde 1895 Gesamtprokurist der Herderschen Verlagsbuchhandlung; 1903 wurde ihm Einzelprokura erteilt. Seit 1913 Teilhaber des Unternehmens übernahm er während Hermann Herders Kriegseinsatz die Leitung des theologisch ausgerichteten Verlagshauses, einschließlich aller Zweiggeschäfte. Ab dessen Umwandlung in die Herder & Co. GmbH Neujahr 1920 war Dorneich geschäftsführender Gesellschafter, zuletzt ab 1926 Generaldirektor sowie päpstlicher Drucker und Verleger. Sein Sohn Theophil Herder-Dorneich (1898–1987), der 1925 die einzige Tochter Hermann Herders heiratete, wird 1937 Verlagsleiter. Ein anderer, Julius Dorneich (1897–1979), Geschäftsführer des Verlags sowie Herausgeber des Literarischen Handweisers und ab 1929 Schriftleiter von Herders Konversations-Lexikon.[1]
Dorneich war Beisitzer beim Arbeitsgericht Freiburg und gehörte dem Vorstand des Freiburger Arbeitgeberverbands für Handel und Industrie sowie des Badisch-pfälzischen Buchhändlerverbands an.
Er war seit 1894 mit Angiolina, geb. Vassarotti, verheiratet und hatte vier Söhne und zwei Töchter.
Auszeichnungen
- Ritter des Gregoriusordens (auf Antrag des Freiburger Erzbischofs Karl Fritz 1926)
- Ehrenzeichen Pro Ecclesia et Pontifice
- Roter Adlerorden IV. Klasse
- Badisches Kriegsverdienstkreuz
Schriften
- Aus sonnigen Stunden. Gedichte. C. A. Wagner, Freiburg im Breisgau 1926.
- Vor fünfzig Jahren. 1879–1885; Rückblicke eines Herderschen Zöglings. Herder, Freiburg im Breisgau 1929 (als Manuskript gedruckt).
- Erlebtes und Erträumtes aus dem Hause Herder. Gedichte u. a. Herder, Freiburg im Breisgau 1936.
Literatur
- Georg Wenzel (Bearb.): Dorneich, Philipp. In: Deutscher Wirtschaftsführer. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg [u. a.] 1929, Sp. 482 f. (slub-dresden.de).
- Dorneich, Philipp. In: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Band 1: A–K. Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930, S. 340 f. (degruyterbrill.com – mit Porträt).
Weblinks
- Literatur von und über Philipp Dorneich im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Philipp Dorneich in der Kritischen Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917–1929)