Philipp von Brandenstein

deutscher Publizist und Hochschuldozent From Wikipedia, the free encyclopedia

Philipp Wolf Christoph Freiherr von Brandenstein (* 20. Februar 1976 in München) ist ein deutscher Publizist und Hochschuldozent. Er war von 2007 bis 2009 persönlicher Referent von Karl-Theodor zu Guttenberg, ab 2008 zusätzlich Leiter Strategie und Kommunikation der CSU-Landesleitung.

Leben

Der Sohn eines Historikers stammt aus einem Seitenzweig der thüringischen Familie Brandenstein. Er besuchte das Melanchthon-Gymnasium Nürnberg und studierte ab 1997 an der Universität Passau Geschichtswissenschaften, Politische Wissenschaften, Sprachen, Wirtschaft, Kulturraumstudien und Lateinamerikanistik, die er 2003 als Diplom-Kulturwirt abschloss und parallel dazu 2001 bis 2002 an der Facultad de Economía der Universidad del Salvador in Buenos Aires, das er mit Deutsch-Argentinischem Doppeldiplom abschloss. In Passau wurde er auch Mitglied der Corps Budissa-Leipzig zu Passau. Danach arbeitete er für internationale Unternehmen der freien Wirtschaft.

Arbeit für die CSU und Guttenberg

Brandenstein war schon als Jugendlicher Mitglied der Jungen Union gewesen. Ab Januar 2007 begann er bei seinem Jugendfreund Karl-Theodor zu Guttenberg als Büroleiter und Redenschreiber. Im November 2008 berief Guttenberg ihn zum Leiter der Abteilung Strategie und Kommunikation der CSU in München. Dort wollte er nach eigener Angabe der europakritischen Ausrichtung der Partei und der konservativen Linie des damaligen CSU-Geschäftsführers Markus Zorzi entgegensteuern. Im Dezember 2008 wurde der Münchner Abendzeitung ein Foto zugespielt, das Brandenstein als ca. 16-Jährigen und drei weitere Jugendliche zeigt. Laut Presseangaben zeigten sie den Hitlergruß und hielten in der anderen Hand Bierflaschen.[1][2] Die Folge war ein heftiger Skandal. Guttenberg ließ sich mit den Worten „Das ist für mich inakzeptabel“ zitieren und entließ Brandenstein sofort. Brandenstein dementierte eine rechte Gesinnung und gab einer CSU-internen Intrigen die Schuld. Das Foto sei sechzehn Jahre früher in seiner Jugendzeit in Nürnberg entstanden. Als Hauptinitiator der Intrige verdächtigte er Markus Söder.[3][4] Er brachte die Veröffentlichung des Fotos auch in Zusammenhang mit einer zuvor von ihm verfassten Strategiepapier zum EU-Beitritt der Türkei. Als Folge der Affäre trat Brandenstein aus der CSU aus. Später begann er in linken und liberalen Medien, wie dem MiGAZIN, The European, IP und auf seinem eigenen Blog Artikel zur Politik zu publizieren.

Nachwirkungen

Während der Plagiatsaffäre Guttenberg wurde Brandenstein wiederholt von diversen Medien (u. a. von Autoren des GuttenPlag Wikis)[5] verdächtigt, der eigentliche geheime Schreiber der Doktorarbeit gewesen zu sein.[6] Brandenstein bestritt dies.

„In meiner Dienstzeit habe ich dazu beigetragen, aus einem Hinterbänkler einen Politiker der ersten Reihe zu machen – da war genug zu tun.“[7]

Nachfolgende Karriere

An der FU Berlin setzte er seine Studien fort, dissertierte dort und zog dann mit seiner Familie in die Schweiz. Seit 2016 ist er Hochschuldozent für Politikwissenschaft, Internationale Beziehungen und Internationale Ökonomie an der Privaten Hochschule Wirtschaft PHW Bern. Brandenstein hat zwei Kinder und lebt bei Zürich. Seit Februar 2021 ist er als Leiter Unternehmenskommunikation (Corporate Communications/Corporate Marketing/Investor Relations) für den Rüstungskonzern Rheinmetall in Düsseldorf tätig.[8]

Künstlerische Rezeption

Die Filmfigur Max Drexel, (gespielt von Johann von Bülow) aus der TV-Satire Der Minister, der der Hauptfigur Franz Ferdinand von und zu Donnersberg (gespielt von Kai Schumann) aus Überlastung eine schludrige Doktorarbeit schreibt und das dann den Medien durchsticht, als dieser ihn fallen lässt, soll ihm nachempfunden worden sein.[9]

In dem Buch Ich war Guttenbergs Ghost – eine Satire, erzählt der Ich-Erzähler unter dem Pseudonym Norbert Hoppe, wie er, mit Guttenberg seit Kindheit an befreundet, einen Job bei ihm bekommt und die Dissertation schreibt. Der Autor bedient sich in der Ausgestaltung seiner Person, Elementen aus Brandensteins Biographie, aber erwähnt ihn in Form von Seitenhieben und Anspielungen durchgehend auch namentlich.[10]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI