Phoenix-Park-Tunnel
Eisenbahntunnel in Irland
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Der Phoenix-Park-Tunnel ist ein Eisenbahntunnel in Dublin in Irland. Der Tunnel wurde von 1875 bis 1877 gebaut und von 2015 bis 2016 saniert. Im Süden beginnt er an der Liffey Railway Bridge nahe dem Bahnhof Heuston, verläuft 692 Meter unter dem östlichen Ende des Phoenix Parks hindurch und endet nahe der Kreuzung von Infirmary Road und North Circular Road.[1] Er ist nicht elektrifiziert.
| Phoenix-Park-Tunnel | ||
|---|---|---|
Südliches Tunnelende (2015) | ||
| Offizieller Name | Phoenix Park Tunnel Tollán Pháirc na Fhionnuisce | |
| Nutzung | Eisenbahntunnel | |
| Verkehrsverbindung | Verbindung zwischen Bahnhof Heuston und der Bahnstrecke Dublin–Sligo | |
| Ort | Dublin, Irland | |
| Länge | 692 m | |
| Anzahl der Röhren | 1 | |
| Querschnitt | zweigleisig | |
| Bau | ||
| Bauherr | Great Southern and Western Railway | |
| Baubeginn | 1875 | |
| Fertigstellung | 1877 | |
| Betrieb | ||
| Betreiber | Iarnród Éireann | |
| Lagekarte | ||
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| Koordinaten | ||
| Südlicher Tunneleingang | 53° 20′ 54,1″ N, 6° 18′ 14,4″ W | |
| Nördlicher Tunneleingang | 53° 21′ 10,8″ N, 6° 17′ 54,1″ W | |
Geschichte

Der Tunnel wurde im 19. Jahrhundert von der Great Southern and Western Railway zusammen mit einer North Wall Extension[2] genannten Verbindungsstrecke gebaut, um den damaligen Bahnhof Kingsbridge (heute Bahnhof Heuston) mit dem Gebiet der Dublin Docklands zu verbinden.[3] Der 1922 geschlossene Bahnhof North Wall in den Docklands war einer der sechs ursprünglichen Eisenbahnendpunkte Dublins. Der Bau und der Betrieb des Phoenix-Park-Tunnels und der Extension Line war für die Great Southern and Western Railway von strategischer Bedeutung, weil sie den einzigen Zugang von ihrem Schienennetz in das der Midland Great Western Railway darstellten.[4]
Bei den Bauarbeiten wurde in der Nähe des Wellington-Monuments ein Grab mit den sterblichen Überresten einer Wikingerfrau mit einem Paar bronzener ovaler skandinavischer Broschen gefunden.[5] Im 20. Jahrhundert wurde der Tunnel hauptsächlich für den Güterverkehr und den Rangierverkehr, aber nur im Ausnahmefall für fahrplanmäßigen Personenverkehr genutzt.[6] Während des Zweiten Weltkriegs diente der Tunnel der Lagerung von Lebensmitteln.[7] Die im Tunnel verkehrenden Züge wurden im Volksmund „Ghost Trains“ (Geisterzüge) genannt.[8] Gelegentlich wurden Personensonderzüge durch den Tunnel geleitet, so beispielsweise anlässlich wichtiger Spiele der Gaelic Athletic Association im nahegelegenen Croke Park.[9]
Wegen seiner Bedeutung für das Netz wurde der Phoenix-Park-Tunnel 2015/16 mit Kosten von 13,488 Millionen Euro saniert, ergänzende Maßnahmen außerhalb des Tunnels inbegriffen. Laut Evaluierungsbericht wurde Ex post ein Kosten-Nutzen-Faktor von 2,4 errechnet.[10]
Beschreibung
Der Tunnel ist mit Mauerziegeln verkleidet. Da er über zwei durchgehende Gleise verfügt, können Züge, die sich begegnen, einander passieren. In die Tunnelwände sind alle 10 Meter Vertiefungen eingelassen, die als Schutz bei Annäherung eines Zuges dienen.[7] Bei der Sanierung 2015/16 wurde der Tunnel gereinigt, das Mauerwerk repariert sowie Verbesserungen in den Bereichen Beleuchtung, Beschilderung und Telekommunikation vorgenommen.[11]
Bedeutung für das Netz
Nördlich des Tunnels vereinigt sich die Strecke bei Glasnevin mit der Bahnstrecke Dublin–Sligo und führt mit ihr zusammen zum Bahnhof Dublin-Connolly. Da zwischen den beiden Kopfbahnhöfen Heuston und Connolly keine Personenzüge verkehrten, mussten Fahrgäste auf andere Verkehrsmittel umsteigen.[3] Das traf auch auf die Pendler in der Vorortbahn aus dem Südwesten (Gebiet von Kildare) zu, deren Zug am Bahnhof Heuston endete[12] und die noch mehrere Kilometer mit der Straßenbahn (seit 2004) oder mit Bussen zu ihren Arbeitsplätzen im Zentrum zurücklegen mussten. Die Sanierung des Tunnels ermöglichte neue Direktverbindungen zu den Stationen Connolly, Tara Street, Pearse und Grand Canal Dock.
Neuere Entwicklung
Seit dem 21. November 2016 wird nach einer Unterbrechung von mehr als hundert Jahren wieder fahrplanmäßiger Reiseverkehr durch den Tunnel geführt.[13]
Im Jahr 2025 wurde angekündigt, dass eine neue Station an der Strecke nördlich des Tunnels, in Cabra, geplant wird und die Strecke auf Dart-Standard gebracht werden soll.[14] Die zuständige Behörde An Bord Pleanála (ABP) hat 2024 genehmigt, dass eine Planung für eine Elektrifizierung der Strecke und des Tunnels erstellt wird.[15]
Weblinks
- Phoenix Park rail tunnel auf YouTube, 6. August 2023, abgerufen am 14. Mai 2026 (Laufzeit: 2:18 Min.).
- Catherine Healy: Photos. Inside the 139-year-old Phoenix Park tunnel. In: thejournal.ie. 22. Dezember 2016, abgerufen am 14. Mai 2026 (englisch).
- AECOM: Phoenix Park Tunnel Ex-Post Evaluation Report. (PDF) In: nationaltransport.ie. National Transport Authority (NTA), 2025, abgerufen am 14. Mai 2026 (englisch).

