Phoron

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Phoron ist der Trivialname eines Produktes der Kondensation von Aceton. Der systematische Name lautet 2,6-Dimethylhepta-2,5-dien-4-on. Der englische Trivialname (phorone) soll ein Kunstwort aus camphor und acetone sein.[4]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Skelettformel von Phoron
Allgemeines
Name Phoron
Andere Namen
  • 2,6-Dimethyl-2,5-heptadien-4-on
  • 2,6-Dimethylhepta-2,5-dien-4-on
Summenformel C9H14O
Kurzbeschreibung

Gelbe Flüssigkeit oder gelb-grüne Prismen[1][2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 504-20-1
EG-Nummer 207-986-3
ECHA-InfoCard 100.007.261
PubChem 10438
Wikidata Q612199
Eigenschaften
Molare Masse 138,20 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

0,88 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

28 °C[1]

Siedepunkt

197 °C[1]

Löslichkeit

schwer löslich in Wasser[1]

Brechungsindex

1,497 (20 °C)[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Die Verbindung ist einer der ältesten Vertreter der Verbindungsklasse der sogenannten α,β-ungesättigten Ketone, die später konjugierte Enone genannt wurden. Phoron hat eine gelbe Farbe und spielte deshalb historisch eine Rolle in den Theorien über Konstitution und Farbe.

Phoron aus Aldol-Kondensation von Aceton. C9H14O vorhanden in: a) Kristalle als Bodensatz & b) ölige Flüssigkeit.

Darstellung und Gewinnung

Es wurde 1849 von Gerhardt und Liès-Bodart durch Destillation von camphersaurem Kalk erhalten.[5]

bzw.:

Phoron bildet sich bei der Reaktion von Aceton mit trockenem Chlorwasserstoff, wobei als Hauptprodukt Mesityloxid entsteht. Dieses kondensiert mit Aceton zum Phoron (doppelte Kondensation des Acetons).[4]

Bei der Reaktion handelt es sich um eine einfache Aldol-Kondensation zum Mesityloxid und um eine doppelte Aldol-Kondensation zum Phoron. Das gebildete Gemisch aus Mesityloxid, Phoron und höhermolekularen Komponenten muss destillativ aufgereinigt werden.

Eigenschaften

Phoron bildet gelblichgrüne Kristalle, die einen geranienähnlichen Geruch besitzen.[6] Es besitzt mit 28 °C einen niedrigen Schmelzpunkt. Unter Normaldruck siedet die Verbindung bei 197 °C.[7] Die Dampfdruckfunktion ergibt sich nach Antoine entsprechend log10(P) = A−(B/(T+C)) (P in bar, T in K) mit A = 5,1950, B = 2259,288 und C = −35,106 im Temperaturbereich von 315 bis 470 K.[8] Phoron ist in Ethanol und Ether gut und in Wasser nur wenig löslich.[6] Baeyer beschrieb es als „an der Luft recht beständig“.[2]

Verwendung

Die Verbindung wird als Lösemittel für Nitrocellulose und Lacke verwendet.[6] Phoron kann in der Lebensmittelanalytik zur Bestimmung von Thiolen genutzt werden.[6] Es ist in der organischen Synthese ein vielseitiger Ausgangsstoff z. B. für die Herstellung von 2,2,6,6-Tetramethyl-4-piperidon, von 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin oder des stabilen freien Radikals TEMPO (2,2,6,6-Tetramethylpiperidinyloxyl).[6] Weiterhin ist es ein Zwischenprodukt bei Michael-Additionen oder in Heterocyclen-Synthesen.[6]

Commons: Phoron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Literatur

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