Phosalon

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Phosalon ist ein aromatischer Dithiophosphorsäureester und ein Carbamat, das häufig als Insektizid und Akarizid eingesetzt wurde. Phosalon wurde 1963 von Rhône-Poulenc (heute Bayer CropScience) eingeführt.[6] Ein strukturell sehr ähnliches Insektizid ist das Azamethiphos.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Phosalon
Allgemeines
Name Phosalon
Andere Namen

S-6-Chlor-2,3-dihydro-2-oxobenzoxazol-3-ylmethyl-O,O-diethylphosphordithioat (IUPAC)

Summenformel C12H15ClNO4PS2
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff mit knoblauchähnlichem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 2310-17-0
EG-Nummer 218-996-2
ECHA-InfoCard 100.017.270
PubChem 4793
ChemSpider 4629
Wikidata Q413116
Eigenschaften
Molare Masse 367,8 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,39 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

47,5–48 °C[2]

Löslichkeit
  • nahezu unlöslich in Wasser (3 mg·l−1 bei 25 °C)[2]
  • löslich in vielen organischen Lösungsmitteln[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301+311332317410
P: 261273280301+310302+352+312304+340+312[2]
Toxikologische Daten

20–36 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[5]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Phosalon kann ausgehend von 2-Aminophenol und Harnstoff gewonnen werden. Diese kondensieren zu Benzoxazolon, welches anschließend chloriert wird. Mit Formaldehyd und Chlorwasserstoff wird eine Chlormethylgruppe an das Stickstoffatom addiert. Im letzten Schritt reagiert das Zwischenprodukt mit DEPA zu Phosalon.[7]

Eigenschaften

Phosalon bildet brennbare, weiße Kristalle und besitzt einen charakteristischen, knoblauchähnlichen Geruch. Es wird rasch im Körper aufgenommen und dort relativ schnell in ein wirksameres Oxo-Analogon umgewandelt.[5]

Zulassung

Der Verbindung wurde im Dezember 2006 aufgrund der Risiken für den Menschen die Zulassung als Pflanzenschutzmittel in der EU entzogen.[8] Für Phosalon-haltige Pflanzenschutzmittel gibt es in der Schweiz, in Deutschland und Österreich keine Zulassungen mehr.[9] Das Europäische Arzneibuch legt als Grenzwert für Phosalon-Rückstände in pflanzlichen Drogen 0,1 mg·kg−1 fest.[10]

Sicherheitshinweise

Phosalon ist wie die meisten Phosphorsäureester ein Nervengift, welches durch Blockieren wichtiger Enzyme wie der Cholinesterasen Schäden am Zentralnervensystem sowie Lungen, Leber und Nieren verursacht.

Handelsnamen

  • Azofene, Rubitox, Zolone, Benzphos, Benzophosphate, NIAGARA 9241

Einzelnachweise

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