Picnic (Unternehmen)

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Picnic ist ein niederländischer Online-Supermarkt, der Lebensmittel über eine mobile App vertreibt und direkt an Privathaushalte liefert. Das Unternehmen betreibt keine stationären Verkaufsflächen. Seit 2018 ist Picnic in Deutschland aktiv, seit 2021 auch in Frankreich.

Schnelle Fakten
Picnic B.V.
Logo
Rechtsform
Gründung 2015
Sitz
Leitung
  • Joris Beckers
  • Michiel Muller
  • Frederik Nieuwenhuys
  • Gerard Scheij
Mitarbeiterzahl ca. 5000+
Umsatz 1,5 Mrd. €[1]
Branche Online-Supermarkt
Website https://picnic.app/
Stand: 22. April 2025
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Picnic-Lieferwagen in den Niederlanden

Geschichte

Picnic wurde 2015 in den Niederlanden gegründet und expandierte 2018 nach Deutschland, zunächst in die Region Nordrhein-Westfalen.[2][3]

Geliefert wird in 120 Städten in den Niederlanden (Stand Oktober 2022)[4], in 45 Städten in Nordrhein-Westfalen (Stand April 2021)[5] und in 2 Regionen in Frankreich (Stand April 2022).[6][7] 2023 erweiterte Picnic sein Liefergebiet um Hamburg[8] und im Mai 2025 um die fränkischen Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen, Herzogenaurach und Bamberg.[9]

In den folgenden Jahren wurde das Liefergebiet in Deutschland schrittweise auf weitere Regionen ausgeweitet, darunter Berlin[10], Bremen[11], das Rhein-Main-Gebiet[12], Stuttgart sowie Teile Ostdeutschlands.[13][14]

Edeka Rhein-Ruhr ist mit 35 % an der Deutschland-Gesellschaft von Picnic beteiligt und liefert den Großteil der Lebensmittel, weshalb sich im Sortiment auch Produkte von Edeka-Eigenmarken befinden.[15]

Die Zahl der Mitarbeiter wuchs von 500 im Jahr 2020 auf rund 2000 im April 2021.[5] Der Umsatz wurde im Jahr 2020 – im Vergleich zum Vorjahr – für den Gesamtkonzern von 232,7 Mio. € auf 470 Mio. € verdoppelt[16]; in Deutschland stieg er um 30 % auf 155 Mio. €.[17] Im Jahr 2024 erzielte Picnic einen internationalen Gesamtumsatz von rund 1,5 Mrd. €.[18]

Nachdem zunächst eine Expansion ins Vereinigte Königreich geplant war, wurden diese Pläne nach dem Brexit auf Frankreich geändert; die französische Tochter Picnic SAS wurde Anfang 2021 gegründet.[16]

Im Geschäftsjahr 2022 konnte Picnic seinen Umsatz um 27,7 % auf 918,3 Millionen Euro steigern, gleichzeitig stieg der Jahresfehlbetrag von 114,7 Millionen Euro im Jahr 2021 auf 208,7 Millionen Euro im Jahr 2022 an.[19] Die deutsche Tochter – die Picnic GmbH – steigerte ihren Umsatz zwischen 2020 und 2021 von 77,4 Mio. auf 167,0 Mio. Euro, gleichzeitig wuchs der Verlust von 29,2 Mio. auf 57,8 Mio. Euro an.[20]

Die Erweiterung des Liefergebiets um das Rhein-Main-Gebiet erfolgte im August 2023.[21] In diesem Zusammenhang eröffnete das Unternehmen in Viernheim ein neues Lager mit einer Fläche von etwa 25.000 Quadratmetern, das vormals von der Kaufhof Warenhaus AG als Zentrallager betrieben worden war.[22] Im Jahr 2025 wurde das Liefergebiet um erste Gebiete in Bayern[23] und Baden-Württemberg[24] erweitert.

Zur Finanzierung seines Wachstums führte Picnic mehrere größere Finanzierungsrunden durch, darunter Investitionen in Höhe von 250 Mio. € im Jahr 2019,[25] 600 Mio. € im Jahr 2021[26] sowie weitere Kapitalzuführungen in den Jahren 2023 und 2025.[27][28]

Picnic ist Mitglied der Handelsallianz Epic Partners, deren Einkaufsaktivitäten über das Büro Everest gebündelt werden.[29]

Konzept und Logistik

Bestellungen bei Picnic erfolgen ausschließlich über eine mobile App; stationäre Verkaufsflächen für Kunden betreibt das Unternehmen nicht.[30] Das Geschäftsmodell basiert auf zentralisierten Logistikstandorten und der direkten Belieferung der Kundenhaushalte.[30]

Picnic liefert in den Liefergebieten ähnlich wie Paketdienste ein- bis zweimal täglich. Kunden wird bei der Bestellung ein 60-minütiges Lieferzeitfenster genannt. Am Liefertag wird dieses auf 20 Minuten verkürzt. Die Lieferung kann am Liefertermin in der App über Live-Tracking verfolgt werden. Bestellungen bis 23 Uhr können in der Regel am kommenden Tag geliefert werden.[31][32] Die Lieferungen werden zu Wunschzeiten angeboten. Diese bestimmt der Kunde zuvor beim Bestellvorgang in der App.

Lieferfahrzeuge bei der Umladestation Karlsruhe

Die elektrischen Lieferfahrzeuge werden vom französischen Hersteller Goupil hergestellt[33] und wurden auf der Basis von Gabelstaplern entwickelt.[34] Die Lieferfahrzeuge werden lokal mit den Sendungen beladen, die zuvor in Logistikzentren zusammengestellt werden.

Bis Mai 2020 betrug der Mindestbestellwert 25 €, danach lag er bei 35 €, inzwischen bei 45 €.[35] Die Lieferung wird kostenlos angeboten.[36]

Eine Bestellung ist nur möglich, wenn der Kunde die Picnic App auf einem Mobilgerät installiert und sich bei Picnic mit seiner vollständigen Adresse angemeldet hat.[37]

Im Rahmen seiner Wachstumsstrategie investierte Picnic in den Ausbau automatisierter Logistik- und Fulfillmentzentren.[38] In Deutschland testet das Unternehmen robotergestützte Kommissioniersysteme in Verteilzentren, um die Vorbereitung von Kundenbestellungen zu automatisieren.[2]

An einzelnen Logistikstandorten wurden Photovoltaikanlagen installiert, die einen Teil des Strombedarfs der jeweiligen Distributionszentren decken.[39]

Seit 2024 bietet Picnic neben der regulären Lebensmittellieferung auch rezeptbasierte Warenkörbe über die App an.[40] Im Jahr 2025 wurde dieses Angebot im Rahmen einer Kooperation mit Thermomix erweitert.[41]

Sportsponsoring

Im Dezember 2024 wurde Picnic als neuer Titelsponsor eines professionellen Radsportteams auf WorldTour-Niveau vorgestellt, das zuvor unter den Namen Team Sunweb und Team dsm-firmenich-PostNL bekannt war.[42][43] Der Sponsorenvertrag wurde für eine Laufzeit von mindestens vier Jahren abgeschlossen und trat zur Saison 2025 in Kraft, in deren Zuge das Team in Team Picnic PostNL umbenannt wurde.[42][44] Das Sponsoring umfasst die Männer-, Frauen- sowie die Nachwuchsmannschaften der von Iwan Spekenbrink geführten Teamstruktur.[42]

Commons: Picnic – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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