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Pierre-Firmin Martin

französischer Kunsthändler From Wikipedia, the free encyclopedia

Pierre-Firmin Martin, genannt Père Martin (* 17. Februar 1817 in Salins-les-Bains; † 1. Oktober 1891 in Paris) war ein französischer Kunsthändler.

Porträt von Pierre-Firmin
Öl auf Leinwand von Cals Adolphe-Félix, 1878

Biografie

Als Sohn eines Bauern, der sich als Weinhändler in Paris niedergelassen hatte, hatte Pierre-Firmin Martin mehrere Tätigkeiten. Er war Sattlergehilfe und trat manchmal in den örtlichen Theatern als Laienschauspieler auf.

1837 heiratete er Victoire Adèle Davy, eine Näherin, und eröffnete dann zusammen mit Stanislas Cloche, einem Antiquitätenhändler, einen Laden in der Rue de Mogador 20. Er spezialisierte sich auf den Verkauf von Gemälden und sein Geschäft trug den Spitznamen „Cercle Mogador“. Er wurde Händler und Unterstützer der Maler von Barbizon und Saint-Siméon in Honfleur und verkaufte die Gemälde von Adolphe-Félix Cals, Eugène Boudin sowie Johan Barthold Jongkind, mit dem er seit 1850 eng verbunden war und dessen Karriere er förderte. 1859 stellte er deren Werke im Salon aus, sowie Werke von Stanislas Lépine, Jean-François Millet, Camille Pissarro, Augustin-Théodule Ribot, Théodore Rousseau, Alfred Sisley, Constant Troyon u. a.

Von den 1840er- bis in die 1880er-Jahre war er eine Schlüsselfigur der Pariser Kunstwelt. Sein Haus war ein Treffpunkt für Künstler wie Charles-François Daubigny, Narcisso Virgilio Díaz de la Peña, Henri Harpignies und Victor Vignon. Er begleitete die Landschaftsmaler, dann die Realisten, Prä-Impressionisten und schließlich in den 1870er-Jahren die Impressionisten Manet, Cezanne, Monet, Sisley und Degas und in den 1880er-Jahren van Gogh.

1863 verkaufte ihm der Maler Nicolas François Octave Tassaert sein gesamtes Atelier, bevor er das Malen einstellte.

1870 tauschte Monet, der die Gemälde seiner Freunde sammeln wollte, mit Martin seine Ansicht von Bougiva, auch Le Pont de Bougival genannt und heute im Currier Museum of Art befindlich, sowie fünfzig Francs gegen ein Gemälde von Cézanne.[1]

1874 organisierte die Société anonyme des artistes peintres, sculpteurs et graveurs, deren provisorischer Leiter er war, die erste impressionistische Ausstellung am Boulevard des Capucines in Paris, in Nadars Atelier. Für die zweite Ausstellung der Impressionisten lieh Martin vier Gemälde von Sisley.

Martin umgab sich mit einer Kundschaft wohlhabender Sammler: Henri Rouart, Gustave und Achille Arosa, Jean Dollfuss, Nicolas Auguste Hazard, Victor Chocquet und Graf Armand Doria, den er 1858 kennenlernte. Letzterer empfing ihn mit einer großen Anzahl von Malern in seinem Schloss Orrouy.

Nach seinem Tod führte Léonie Rose Davy (Madame Charbuy), eine Nichte seiner Frau, als Erbin das Geschäft ihres Onkels weiter.[2] Bei einem der folgenden Verkäufe im Jahr 1899 gab es 36 Werke von Adolphe-Félix Cals, 69 von Jean-Baptiste Camille Corot, 2 von Gustave Courbet, 10 von Honoré Daumier, 4 von Eugène Delacroix und 9 von Théodore Rousseau.

Literatur

  • Lukas Fuchsgruber: Das Spektakel der Auktion. Éditions de la Maison des sciences de l’homme, Paris 2020, ISBN 978-2-7351-2731-3, S. 7578. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Jacques-Sylvain Klein: La Normandie, berceau de l'Impressionnisme, éditions Ouest-France, 1996, Seite 45 (französisch)
  • Dominique Lobstein: Monet, éditions Jean Paul Gisserot, 2002 (französisch)

Einzelnachweise

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