Pierre-Jean Hellemans

belgischer Maler From Wikipedia, the free encyclopedia

Pierre-Jean Hellemans (* 21. November 1787 in Brüssel; † 13. August 1845 ebenda) war ein belgischer Maler. Er wurde vor allem als Landschaftsmaler bekannt und zählt zu den bedeutendsten Vertretern dieser Gattung in der Kunst Belgiens in seiner Zeit.[1]

Pierre-Jean Hellemans

Leben

Pierre-Jean Hellemans wurde 1787 in Brüssel geboren. Von 1807 bis 1809 studierte er an der Académie Royale des Beaux-Arts in Brüssel. Während dieser Zeit knüpfte er Kontakt zu François-Joseph Navez. Im Jahr 1821 heiratete er seine Nichte Jeanne Marie Joséphine Hellemans, die ebenfalls als Malerin tätig war. Ab 1825 war er Mitglied der Société Royale des Beaux-Arts in Brüssel und gehörte der Administrative des dortigen Museums an. Für seine Ausstellungsbeteiligungen wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit einer Silbermedaille auf dem Salon in Lille im Jahr 1822 und einer weiteren auf dem Salon in Douai im Jahr 1823.[2]

Werk

Pierre Jean Hellemans: Landschaft im Mondschein. The Wilson (Cheltenham)

In seinem Frühwerk stand Hellemans noch unter dem Einfluss seiner Lehrer und schuf Historienbilder mit mythologischen und religiösen Motiven. Zu diesen frühen Werken zählen Rencontre entre Énée et Vénus, das er 1813 im Brüsseler Salon ausstellte, sowie Sacrifice d'Abel. Diese frühen Werke zeichnen sich durch weite Bildräume aus, in denen die anekdotische Schilderung im Vordergrund steht. Ein markantes Beispiel dieses Frühstils ist das 1816 entstandene Werk La Belle Alliance sur la Chaussée de Charleroi à Waterloo, das sich heute in Privatbesitz befindet.[2]

Im weiteren Verlauf seiner Karriere wandte sich Pierre-Jean Hellemans ausschließlich der Landschaftsmalerei zu und erwarb sich darin allgemeine Anerkennung als einer der herausragenden Vertreter dieser Gattung unter seinen Zeitgenossen. Besondere Sorgfalt widmete er der differenzierten Wiedergabe von Details, insbesondere von Vegetation und Bäumen. Neben der unmittelbaren Umgebung von Brüssel dienten ihm vor allem die Wälder von Soignies, der Zoniënwoud, die Ardennen sowie die Gebiete um Anderlecht, Schaerbeek, Waterloo und entlang der Maas als Bildmotive. Konzentrierte er sich auf die topographisch genaue Ansicht einer Gegend, wies er dies bisweilen im Bilduntertitel aus. Ein Beispiel hierfür ist das 1817 im Salon in Gent gezeigte Werk Vue d'après nature d'un moulin à eau situé à Saventhem à deux lieues de Bruxelles. Im Gegensatz zur vorherrschenden romantisch-emotionalen Naturauffassung seiner Zeit pflegte Hellemans ein ausgeprägtes Interesse an der naturalistischen Wiedergabe der Natur.[2]

Pierre-Jean Hellemans: Landschaft mit Bäumen bei Sonnenuntergang (1841)

Wiederholt übernahm der Tiermaler Eugène Verboeckhoven die Figurenstaffage in Hellemans’ Werken und versah sie mit seiner eigenen Signatur. Darüber hinaus entstanden Ansichten privater Anwesen wie Vue du château à Ecoussines d'Enghien und Paysage animé de figures et de bestiaux avec la vue du château de Laeken, in denen Hellemans die Eigenart des englischen Gartens herausarbeitete. Auch hierbei beschrieb er die Vegetation des Parks mit großer Detailtreue.[2]

Ab 1813 nahm Hellemans regelmäßig an Salons in Belgien, den Niederlanden und Nordfrankreich teil, unter anderem in Brüssel, Gent, Mechelen, Amsterdam, Lille, Douai, Den Haag, Cambrai, ’s-Hertogenbosch und Utrecht. Im Jahr 1855 waren Werke von ihm posthum in einer Kunstausstellung des Kunstvereins Oldenburg vertreten.[2]

Werke von Pierre-Jean Hellemans befinden sich unter anderem im Musée Royaux des Beaux-Arts in Brüssel, in der Hamburger Kunsthalle sowie in Museen in Audenarde und Oslo. Das Bild Waldlandschaft aus dem Jahr 1829 im Museum der Bildenden Künste Leipzig wurde 1943 zerstört. Sein Bildnis, nach einer Zeichnung von J. J. Eeckhout von G. P. van den Burggraaf lithografiert, erschien in der Porträtsammlung Collections de portraits d'artistes modernes nés dans le royaume des Pays-Bas (Brüssel, 1822).[2]

Literatur

  • Ulrich Thieme und Felix Becker: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 16, E. A. Seemann, Leipzig 1923.
  • Johannes Immerzeel: De levens en werken der Hollandsche en Vlaamsche kunstschilders, beeldhouwers, graveurs en bouwmeesters, van den vroegsten tot op onzen tijd, Bd. II, C. L. van Langenhuysen, Amsterdam 1843.
  • F. M. Huebner: De romantische schilderkunst in Vlaanderen (1789–1850), Den Haag, 1944.
  • Autour du néo-classicisme en Belgique, 1770–1830, Ausstellungskatalog, Brüssel 1985.
  • Les salons retrouvés, Ausstellungskatalog, Bd. II, Calais 1993.
  • O. Gradel: Kunst-Ausstellungen im Oldenburger Kunstverein 1843–1914, Oldenburg 2005.
  • H. de Vilder und K. van de Ven: De dierenschilder Eugène Verboeckhoven en zijn medeschilders, Vilvoorde 2006.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 6: Gémignani – Herring. Paris, 2006.
  • Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. Herausgegeben von De Gruyter, Verlag De Gruyter, 2009.
Commons: Pierre-Jean Hellemans – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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