Pierre-Édouard Stérin
französischer Unternehmer
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Pierre-Édouard Robert Raymond Marie-Joseph Stérin (* 3. Januar 1974 in Évreux) ist ein französischer Unternehmer und Milliardär. Er ist Mitbegründer des Geschenkkartenunternehmens Smartbox[1], des Investmentfonds Otium Capital[2] und der gemeinnützigen Organisation Fondation du Bien Commun[3]. 2025 wurde sein Vermögen auf rund 1,3 Milliarden Euro (1,5 Milliarden Dollar) geschätzt.[4][5] Er sponsort politische Aktivitäten auf dem rechten Spektrum, die zum Rechtskatholizismus gehören.[6]
Frühes Leben
Stérin wuchs in der Normandie in einer bürgerlichen Familie auf. Sein Vater war Wirtschaftsprüfer und seine Mutter arbeitete bei einer Bank. Er besuchte das Lycée Aristide-Briand in Évreux im Wirtschaftszweig. Er studierte an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne und der Emlyon Business School, wo er 1998 ein Diplom erwarb.[7] Danach arbeitete er für die Bank Société Générale und verschiedene Investmentgesellschaften.
Karriere
Im Jahr 1999 gründete er zusammen mit zwei Freunden die Firma Black Orange, die Software direkt nach Hause lieferte. Er trat das Geschäft jedoch nach einem Zerwürfnis mit seinen Partnern ab.[8][9][10]
Nach einigen Misserfolgen bei Geschäftsgründungen hatte er ab 2003[11] Erfolg mit dem Geschenkkartenunternehmen Smartbox, das auch Reisen anbot, und mit der Investgesellschaft Otium Capital (Name seit 2011).
Im Medienbereich finanzierte er seit 2020 die Online-Medien Neo TV, das nur positive Nachrichten mit Regionalbezug verbreitete, und seit 2023 Le Crayon.[12] Bis Dezember 2025 trennte er sich davon wieder.[13]
Im Jahr 2023 gab Stérin ein gemeinsames Angebot mit Daniel Křetínský und Stéphane Courbit für etwa 37 % der Verlagsabteilung Editis des Medienkonzerns Vivendi ab, das ohne Erfolg blieb.[14] Im Jahr 2025 war er Teil eines Konsortiums, das sich bereit erklärte, das rechte Magazin Valeurs Actuelles zu kaufen.[15]
Im Jahr 2023 investierten er und François Durvye € 2,5 Millionen, um das Familienhaus von Jean-Marie Le Pen in Paris zu kaufen.[16]
Politische Aktivitäten
Stérin steht der Katholischen Kirche nahe. Die politischen Ziele liegen im traditionellen Katholizismus, der in Frankreich teilweise als identitäre Bewegung auftritt. Dazu gehören auch der Betrieb der Pariser Journalistenschule Institut libre de journalisme.[17] sowie enge Kontakte zum Rassemblement National. So ist François Durvye, der Generaldirektor seines Investitionsfonds Otium capital, Wirtschaftsberater von Marine Le Pen.[18]
2024 startete er das Périclès-Projekt, eine Initiative zur Stärkung der rechten Politik in Frankreich, die sich an traditionellen Werten wie Familie, christliche Tugenden, Freiheit der privaten Wirtschaft orientiert. Es bestehen Beziehungen zu Unterstützern von Trump in den USA.[19][6] Zusammen mit dem rechten Medienunternehmer und Milliardär Vincent Bolloré organisierte er 2025 den „Gipfel der Freiheiten“ (sommet des libertés), wo sie konservative und rechte Politiker zusammenbrachten. Die Vision lag in einer Zukunft, in der alle kriminellen Ausländer abgeschoben, Steuergelder für Fahrradwege und Gewerkschaften gestrichen, die Wokeness ausgemerzt seien und die „Ur-Französinnen“ im Schnitt wieder mindestens zwei Kinder zur Welt brächten, um dem angeblich „großen Austausch“ durch die Muslime zu begegnen.[20]
Privates Leben
Stérin ist verheiratet und hat fünf Kinder. Seit 2012 lebt er aus steuerlichen Gründen in Belgien und rechtfertigt seinen Schritt: „Ich bin der Regierung sehr kritisch gegenüber. So viele Freiheiten werden beschnitten, und alle Steuern, die uns auferlegt werden, werden missbraucht.“[20] Sein Vermögen hat er 2021 in seine Stiftung Fondation du Bien Commun eingebracht, ohne das Erbe der Kinder zu berücksichtigen.[21]
Weblinks
- Projet Périclès: Vos idées, notre puissance d’action (Think Tank). Abgerufen am 11. Mai 2026 (französisch).
- Pierre-Édouard Stérin : le milliardaire à l’assaut de l’opinion publique Radio France, 24. September 2025