Pierre Brousse
französischer Politiker, Senator und Minister
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Pierre Jean Claude Brousse (* 30. November 1926 in Limoges, Département Haute-Vienne; † 30. Juli 1992 im 5. Arrondissement („Arrondissement du Panthéon“), Paris) war ein französischer Politiker der Parti radical, der unter anderem Mitglied des Senats und im Kabinett Barre I von 1976 bis 1977 Minister für Handel und Handwerk war.
Leben
Pierre Jean Claude Brousse, Sohn von Louis Brousse und Marie Jeanne Borzeix, war ein Neffe des Premierminister Pierre Messmer.[1][2] Nach dem Besuch des Lycée von Tulle begann er ein Studium an der Sorbonne, der Universität von Paris, an der er einen Abschluss in Literaturwissenschaft (Licence de lettres) erwarb. Darüber hinaus schloss er ein Studium am Institut für Politikwissenschaften Sciences Po (Institut d’études politiques de Paris) mit einem Diplom ab. Er war 1949 Präsident der Studentenorganisation der Radikalen Partei PR (Parti radical), zwischen 1954 und 1956 Mitarbeiter des Industrieministeriums sowie von 1956 bis 1958 Präsident der Jugendorganisation der Parti radical. Er fungierte zwischen 1958 und 1961 zunächst als stellvertretender Generalsekretär sowie von 1961 bis 1969 als Generalsekretär der Radikalen Partei und war zugleich zwischen 1966 und 1969 Generaldelegierter des Verbandes der Demokratischen und Sozialistischen Linken FGDS (Federation de la gauche democrate et socialiste). 1967 wurde er Mitglied des Generalrates des Département Hérault und vertrat in diesem bis 1982 den Kanton Béziers-1. Ferner löste er 1967 Émile Claparède[3] als Bürgermeister von Béziers und bekleidete dieses Amt zehn Jahre lang bis zu seiner Ablösung durch Paul Balmigère 1977.[4]
Bei der Senatswahl 22. September 1968 wurde Brousse für Radikale Partei im Département Hérault erstmals zum Mitglied des Senats (Sénat) gewählt und gehörte diesem nach seiner Wiederwahl am 26. September 1971 bis zu seinem Mandatsverzicht am 27. September 1976. Während seiner Parlamentsmitgliedschaft schloss er sich der Fraktion der Demokratischen Linken (Groupe de la Gauche Démocratique) an und war Mitglied des Ausschusses für Finanzen, Haushaltskontrolle und Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (Commission des finances, du contrôle budgétaire et des comptes économiques de la Nation). Er fungierte zudem zwischen 1969 und 1971 als Vizepräsident der Radikalen Partei und war außerdem von 1973 bis 1976 als Mitglied des Regionalrat der damaligen Region Languedoc-Roussillon. Am 28. August 1976 wurde er in das Kabinett Barre I und bekleidete in diesem bis zum 30. März 1977 den Posten als Minister für Handel und Handwerk.[5] Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung war er von 1977 bis 1989 erneut Vizepräsident der Radikalen Partei sowie zwischen 1979 und seinem Tode 1992 Mitglied des Staatsrates (Conseil d’État), der zum einen das oberste Verwaltungsgericht und zum anderen ein Beratungsgremium der Regierung in Rechtsfragen ist. 1989 wurde er Ehrenmitglied des Nationalen Verbandes der Vereinigungen zur Erhaltung von Denkmälern und Anlagen FNASSEM (Fédération nationale des associations de sauvegarde des sites et ensembles monumentaux). Für seine langjährigen Verdienste wurde er am 15. April 1990 Offizier der Ehrenlegion[6] und war zudem Offizier des Ordre national du Mérite sowie Ritter des Ordre du Mérite agricole. Er war seit 1954 mit Edmée Nouchy verheiratet.
Weblinks
- BROUSSE Pierre. Senat, abgerufen am 6. Dezember 2025 (französisch).
- Pierre BROUSSE. Prabook, abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).