Pieter de Jode der Jüngere
flämischer Kupferstecher
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Pieter de Jode der Jüngere, auch Pieter de Jode II., (* 22. November 1606 in Antwerpen; † nach 1674 in England) war ein flämischer Kupferstecher und Verleger.

Leben
De Jode war ein Sohn und Schüler seines Vaters Pieter de Jode dem Älteren[1] und dessen Frau Susanna (geborene Verhulst; * 1575), die er am 4. August 1602 in der St.-Jacobskerk in Antwerpen geheiratet hatte. Er hatte zwei Geschwister.[2] Um 1628/29 wurde er Mitglied der Lucasgilde und begleitete seinen Vater in den Jahren 1631 bis 1632 nach Paris. Seine Werke ähneln stark denen seines Vaters, so dass es oftmals zu Verwechslungen kam, da er nicht durchgehend mit Pieter de Jode junior signierte. Dort war er für Anthony Bonenfant tätig und stach nach Simon Vouet und anderen französischen Malern. Matthias Borrekens war von 1634 bis 1635 einer seiner Schüler. Er selbst bildete sich nach den Stechern der „Rubensschen Schule“ und fertigte Stiche nach Gemälden von Peter Paul Rubens, Jacob Jordaens und Anthonis van Dyck, für dessen Ikonographie er zwölf Bildnisse lieferte. Er stach unter van Dycks Anleitung unter anderem die Verzückung des hl. Augustinus und um 1638 unter der Aufsicht von Rubens die Heimsuchung nach dessen Gemälde in der Liebfrauenkirche in Antwerpen.
Familie
De Jode war zweimal verheiratet und hatte mindestens einen Sohn.
- 15. März 1635 mit Elisabeth (geborene Loemans; † 1641)[3]
- Arnold, Arnoldus, Arnould oder Aernout de Jode (getauft am 10. März 1638 – nach 1667) wurde ebenfalls Kupferstecher und starb wie sein Vater vermutlich in England.[4]
- 11. August 1648 mit Cornelia oder Clara (geborene Van den Eynde oder Van den Enden; 1625–1652).
Ein weiterer Pieter de Jode (um 1648 – nach 1667), könnte ebenfalls sein Sohn gewesen sein.[5] Nach dem Tod seines Vaters am 9. August 1634 legte Jode den Zusatz „der Jüngere“ ab.
Werke (Auswahl)

Sein Hauptwerk ist Rinaldo und Armida nach van Dyck. 1650 gab er die von seinem Vater begonnene Porträtsammlung Theatrum principum heraus.
- Der schlafende Knabe neben einem Totenkopf (nach Artemisia Gentileschi)
- Die hl. Familie mit Zacharias und St. Elisabet (nach Artemisia Gentileschi)
- 1631: Bildnis des Thomas Ricciardi (Paris, Simon Vouet)
- 1632: Die hl. Familie mit dem Vogel (Paris, Simon Vouet)
- 1632: Bildnis des Pater Angelus a Santa Clara (Kupferstichkabinett Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig)[6]
- Christus bei Nikodemus und der hl. Franz das Christuskind anbetend (nach Gerard Seghers)
- 1634: Allegorie auf die Verdienste des hl. Augustinus (nach Erasmus Quellinus)
- Die Tochter der Herodias mit dem Haupte Johannes des Täufers (nach Peter Paul Rubens)
- Jacques d’Arthois
- Johanna de Blois (nach Anthonis van Dyke)
- Theatrum pontificum, imperatorum, regum, ducum, principum, etc. (in Gemeinschaft mit seinem Vater)
Literatur
- Joseph Eduard Wessely: Jode, de. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 14, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 106. (Familienartikel)
- Jode, 2) Pieter de, der jüngere, Kupferstecher. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 9, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 225.
- Karl Friedrich Arnold von Lützow: Geschichte der vervielfältigenden Künste : die Rubensstecher. Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, Wien 1893, S. 142–146 (Textarchiv – Internet Archive).
- Jode, Pieter de, d. J. In: Hans Wolfgang Singer (Hrsg.): Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. 5. unveränderte Auflage. Band 2: Gaab–Lezla. Literarische Anstalt, Rütten & Loening, Frankfurt a. M. 1921, S. 274 (Textarchiv – Internet Archive).
- Max Ditmar Henkel: Jode, Pieter II de. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 19: Ingouville–Kauffungen. E. A. Seemann, Leipzig 1926, S. 33–34 (Textarchiv – Internet Archive).