Poblado de La Atalayita
archäologische Stätte in Spanien
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Der Poblado de La Atalayita ist eine archäologische Stätte in der Gemeinde Antigua auf der kanarischen Atlantikinsel Fuerteventura. Es handelt sich um eine Siedlung der Ureinwohner, den Majoreros, die Fuerteventura bis zur spanischen Eroberung zu Beginn des 15. Jahrhunderts bewohnten. Die archäologische Stätte ist seit 2007 als Kulturgut von besonderer Bedeutung (span. Bien de Interés Cultural) geschützt und als Freilichtmuseum zugänglich gemacht.

Lage

La Atalayita liegt im Tal von Pozo Negro im Barranco de Abajo inmitten des jungvulkanischen Lavafelds Malpaís Grande unweit von Fuerteventuras Ostküste. Das Lavafeld entstand vor etwa 10 000 Jahren durch den Ausbruch der im Inselzentrum gelegenen Vulkane Caldera de La Laguna und Caldera de Liría. Im Norden und Süden wird das Tal von bis zu fast 500 Meter hohen Bergzügen eingefasst. Der nächste bewohnte Ort ist drei Kilometer östlich die kleine Küstensiedlung Pozo Negro, neben der der Barranco de Abajo zusammen mit dem parallel verlaufenden Barranco de Pozo Negro in den Atlantik mündet.[1] Die archäologische Stätte liegt etwa 50 Meter über dem Meeresspiegel. Nur wenige hundert Meter östlich davon ragt La Atalayita aus dem Lavafeld empor, der 88 Meter hohe Bergkegel gab der Siedlung den Namen.
Beschreibung

Die vorspanische Siedlung gilt als ein Beispiel für die ausgesprochen einfache Wohnkultur der Majoreros.[2] Sie besteht aus 115 Steinbauten, die sich auf einer Fläche von 45.000 m² verteilen.[3] Die meisten Behausungen haben einen kreisförmigen oder elliptischen Grundriss und fallen mit einem Durchmesser von 1,5 bis 2 m und einer Höhe von maximal 1,5 m relativ klein aus.[4] Eine Ausnahme ist das am Eingang der archäologischen Zone als Nr. 3 ausgewiesene Gebäude, es hat eine Grundfläche von etwa sieben mal vier Meter und ist zugleich das einzige, das über ein Flachdach verfügt. Viele der Bauten ähneln in der Form einem Iglu. Einige davon, sogenannte Casas Hondas, sind bis zu einem Meter tief in den Boden eingelassen.[5] Alle Bauten sind mörtellos aus Trockensteinmauern errichtet. Im Umfeld der Behausungen finden sich Viehpferche, sie sind ebenfalls aus Trockenmauern gebaut.
Bei Ausgrabungen in den 1970er-Jahren wurden etliche Keramikscherben gefunden; mehrere Schalenhaufen von Napfschnecken und Muscheln bezeugen, dass Meeresfrüchte ein wesentlicher Ernährungsbestandteil der Majoreros waren.[6]
Über das Alter der Siedlung liegen keine verlässlichen Angaben vor. Die Wohnstätten wurden mindestens ein bis zwei Jahrhunderte vor der Ankunft der Spanier errichtet, also im 13. oder 14. Jahrhundert. Als die Eroberer an Land gingen, war die Siedlung bereits verlassen. Auf den ersten Blick mag es verwundern, warum die Majoreros ausgerechnet auf einem unwirtlichen Lavafeld siedelten. Doch die Lage war in zweifacher Hinsicht gut gewählt: Zum einem gab es in der Nähe einige Süßwasserquellen, zum andere konnte von dem Hügel La Atalayita gut das Meer beobachtet und so vor herannahenden Schiffen gewarnt werden. Im Spanischen bezeichnet das Wort Atalayita einen kleinen Wachturm.


Südwestlich von der Dorfanlage befindet sich neben überdachten Rastbänken ein im Stil einer Casa Honda in die Erde eingelassenes modernes Informationszentrum (Centro de Interpretación). Der Rundbau ist allerdings schon seit Jahren geschlossen.
Zugang
Die Zufahrt erfolgt über die FV-2, von der zwischen Caleta de Fuste und Gran Tarajal eine Stichstraße nach Pozo Negro abzweigt. Von dieser wird auf einer nach Süden abgehenden Staubstraße der Parkplatz vor dem Informationszentrum erreicht. Das Freilichtmuseum kann jederzeit kostenfrei besichtigt werden.
Siehe auch
Literatur
- Harald Braem: Auf den Spuren der Ureinwohner. Verlag Verena Zech. Santa Úrsula (Teneriffa) 2008, ISBN 978-84-934857-3-3.