Polistes austroccidentalis
Art der Gattung Polistes
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Polistes austroccidentalis ist eine kleptoparasitische Papierwespe aus der Familie der Faltenwespen (Vespidae). Sie kommt in hochgelegenen Regionen Süd- und Südwesteuropas sowie Nordafrikas vor und wurde erst 2017 korrekt beschrieben[1]. Zuvor wurde sie fälschlich unter dem Namen Polistes semenowi geführt, der eigentlich einer anderen Art (vormals Polistes sulcifer) zusteht.
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Polistes austroccidentalis | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Polistes austroccidentalis | ||||||||||||
| Van Achterberg & Neumeyer, 2017 |
Merkmale
Polistes austroccidentalis ist größer als die meisten anderen Arten der Gattung Polistes. Auffällig sind ihre verlängerten Femora und Tibien sowie ihre kräftigen Mandibeln mit einer charakteristischen Rille[1]. Die Art besitzt schwarze Markierungen auf dem Clypeus, deren Funktion bislang ungeklärt ist. Ein weiteres Merkmal ist das vergrößerte Van-der-Vecht-Organ, das eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Kohlenwasserstoffen spielt[2].
Lebensweise
Diese Wespenart ist ein obligater Sozialparasit und nutzt die Nester anderer Papierwespen – hauptsächlich Polistes dominula – zur Aufzucht ihrer eigenen Brut[3]. Sie ist nicht in der Lage, selbst Arbeiterinnen zu produzieren, sondern erzeugt ausschließlich fortpflanzungsfähige Individuen. Die parasitischen Weibchen infiltrieren fremde Nester, attackieren die dortige Königin und übernehmen deren Rolle. Anschließend legen sie ihre Eier ab, die von den Wirtsarbeiterinnen versorgt werden.
Entwicklung
Die Art überwintert in hochgelegenen Regionen und wandert im Frühjahr in tiefere Lagen, um dort Wirtsnester zu finden. Die Usurpation erfolgt meist kurz vor dem Schlupf der ersten Wirtsarbeiterinnen[3]. Nach der Eiablage verlässt das parasitische Weibchen das Nest, während die Nachkommen nach dem Schlupf wieder in höhere Lagen ziehen.
Parasitismus
Polistes austroccidentalis gehört zu den wenigen Polistes-Arten, die als obligate Sozialparasiten leben[3]. Sie nutzt die gesamte soziale Struktur des Wirts aus, ohne selbst eine Arbeiterkaste zu bilden. Die Art zeigt eine ausgeprägte chemische Mimikry: Durch Anpassung ihrer Kohlenwasserstoff-Signatur an die des Wirts wird sie als Nestmitglied akzeptiert[4]. Dies geschieht durch aktives Reiben des Abdomens am Nest und die Nutzung des Van-der-Vecht-Organs zur Verbreitung der chemischen Signale[2].
Systematik
Die Art wurde ursprünglich als eigene Gattung (Sulcopolistes) beschrieben, später jedoch in die Untergattung Polistes eingeordnet[1]. Sie ist eng verwandt mit Polistes atrimandibularis, Polistes maroccanus und Polistes semenowi.
Verbreitung
Die Art ist in Südwesteuropa, Südeuropa und Nordafrika verbreitet, insbesondere in Gebirgsregionen rund um das Mittelmeer[1]. Gelegentlich wird sie auch in der Nähe des Kaspischen Meeres gefunden. Die Verbreitung ist aufgrund der Höhenwanderungen saisonal und punktuell.