Polly Lohmann

deutsche Klassische Archäologin From Wikipedia, the free encyclopedia

Polly Lohmann (* 1987) ist eine deutsche Klassische Archäologin.

Biografie

Polly Lohmann studierte zwischen 2006 und 2012 Klassische Archäologie, Alte Geschichte sowie Latinistik an der Universität Heidelberg, im Jahr 2010 unterbrochen und gefördert durch ein DAAD-Erasmus-Stipendium an der Università „La Sapienza“ in Rom. Während des Studiums nahm sie an Ausgrabungen in Alexandria Troas, in Ulpiana, auf Pantelleria und auf dem Palatin in Rom teil. Im Februar 2012 schloss sie ihr Studium in Heidelberg mit dem Magistra Artium im Fach Klassische Archäologie zunächst ab, Thema der Abschlussarbeit war Handlungsräume der Frau im römischen Wohnhaus. Im Monat darauf wurde sie Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Klassische Archäologie der Universität Heidelberg und verblieb in dieser Position bis März 2013.

Im April 2013 nahm Lohmann ein Promotionsstudium an der Universität München auf, das bis zum März 2016 andauerte. Hier wurde sie Doctoral Fellow an der Graduate School Distant Worlds. Mit Hilfe eines DAAD-Forschungsstipendiums hielt sie sich zudem 2014/15 an der Classics Faculty der University of Cambridge auf. Im April und Mai 2016 war Lohmann Volontärin im Lektorat Geschichte und Altertumswissenschaften der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft in Darmstadt. Im Juli 2016 erfolgte die Promotion, Titel der Dissertation war Graffiti als Interaktionsform. Geritzte Inschriften in den Wohnhäusern Pompejis. Im August 2016 wurde sie exist-Gründerstipendiatin in dem Fitness-Startup hekori,[1] einer Ausgründung des Interdisziplinären Zentrums für Wissenschaftliches Rechnen der Universität Heidelberg. Im April 2017 organisierte sie an der Universität München die Tagung Historische Graffiti als Quellen. Methoden und Perspektiven eines jungen Forschungsbereichs.[2] Anschließend ging Lohmann in August und September 2017 nochmals für kurze Zeit als Postdoctoral Fellow an die Graduate School „Distant Worlds“ der Universität München.

Für den Zeitraum 2017/18 wurde Lohmann für ihre Dissertation das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts zuerkannt. Sie nahm die Reise durch den Mittelmeerraum im Oktober 2017 auf, beendete ihre Zeit als Stipendiatin jedoch schon vorzeitig im Januar 2018, da sie zum Februar 2018 in Nachfolge von Hermann Pflug Kuratorin des Antikenmuseums der Universität Heidelberg beziehungsweise am Heidelberg Center for Cultural Heritage[3] wurde. Sie ist als Akademische Rätin am Institut für Klassische Archäologie der Universität Heidelberg beschäftigt.

Im Juli 2024 erhielt sie den Ruf auf die Hochschuldozentur Historische Vermittlungskompetenz: Ausstellen an der Universität Konstanz, den sie jedoch ablehnte.[4]

Forschungsschwerpunkt

Lohmanns Forschungsschwerpunkt liegt bei der Untersuchung der Graffiti der römischen Antike, insbesondere der Graffiti von Pompeji. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei den Gender Studies und der Mentalitätsgeschichte.[5] Für Focus Online schreibt sie als Expertin für archäologische Themen,[6] zudem bei The European zu aktuellen politischen Themen. Lohmann ist Mitbegründerin des interdisziplinär-altertumswissenschaftlichen Distant Worlds Journals.

Wissenschaftskommunikation

Neben wissenschaftlichen Publikationen engagiert sich Lohmann auch in der populärwissenschaftlichen Wissenschaftskommunikation. Sie veröffentlicht Essays in Zeitungen, Kulturzeitschriften und populärwissenschaftlichen Medien.[7]

2019 führte sie den Heidelberger „Archaeology Slam“, einen Science-Slam, ein. Mit Studierenden erstellt sie Youtube-Videos zu Exponaten der Antikensammlung und bindet mit Citizen-Science-Ansätzen interessierte Bürgerinnen und Bürger ein.[8]

Beiträge in Podcasts veröffentlichte sie unter anderem 2021 in Ausgesprochen Alt. Der Antike Podcast[9] und 2022 in Mare Nostrum - der Antiken-Podcast.[10] Durch das ZDF wurde sie 2021 für die Folge Auf den Spuren der Römer der Sendereihe sonntags – TV fürs Leben, (gesendet 2003–2022, Nachfolgesendung ist 37 Grad Leben) interviewt.[11] Aus dem Material entstand außerdem ein zusätzliches acht-minütiges Portrait Per Rad in die Römerzeit in derselben Sendereihe.[12]

Mit der unter ihrer Projektleitung entwickelten mobilen Pop-up-Ausstellung „Archäologie und Politik“ tourte sie 2021 von Heidelberg über Wien, Cluj, Sibiu, Bukarest bis nach Constanta und zusätzlich nach Paris.[13][14]

Publikationen (Auswahl)

Monografien
Herausgeberwerke
  • Archäologie und Politik. Die zwei Geschichten des Tropaeum Traiani zwischen Heidelberg und Adamklissi. Begleitband zur Pop-up-Ausstellung = Arheologie şi politică = Archaeology and politics. Fachinformationsdienst Altertumswissenschaften Propylaeum, Heidelberg 2021, ISBN 978-3-948465-95-7, DOI:10.11588/propylaeum.739.
  • Mit Beatrice Baragli, Albert Dietz, Zsombor J. Földi, Patrizia Heindl und Sarah P. Schlüter: Distant Worlds and Beyond. Special Issue Dedicated to the Graduate School Distant Worlds (2012‒2021) (= Distant Worlds Journal Special Issues, Band 3). Fachinformationsdienst Altertumswissenschaften Propylaeum, Heidelberg 2021, DOI:10.11588/propylaeum.886.
  • Mit Henry Albery und Laurien Zurhake: Continuities and Changes of Meaning (= Distant Worlds Journal Band 1), Propyläum, Heidelberg 2016 (Digitalisat).
  • Historische Graffiti als Quellen. Methoden und Perspektiven eines jungen Forschungsbereichs. Beiträge der Konferenz am Institut für Klassische Archäologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, 20.–22. April 2017. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-515-12204-7.[16]
  • Mit Andrea Schmölder-Veit; Ulrich Hofstätter; Tobias Schluttenhofer; Moritz Huber; Constanze Pabst von Ohain; Elisa Roßberger: Ideal und Gegenbild: Sonderausstellung. Ausstellungskatalog "Distant Worlds" (Munich graduate school for ancient studies) in Kooperation mit Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke. Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke, München 2015, ISBN 3-9805981-8-7.
Zeitschriftenartikel
  • Die Heidelberger Gipsabgüsse des Tropaeum Traiani von Adamklissi: eine hundertjährige Biografie. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, 2020, 168, S. 517–557.

Belege

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