Postnord

Schwedisches Unternehmen From Wikipedia, the free encyclopedia

Postnord ist ein schwedisch-dänisches Logistikunternehmen. Es entstand im Jahr 2009 durch Zusammenschluss der schwedischen Posten mit der dänischen Post Danmark zur Posten Norden, die 2011 in Postnord (Eigenschreibweise PostNord) umbenannt wurde. Postnord hatte im Jahr 2015 rund 5300 Verkaufsstellen. Sitz des Unternehmens ist Solna, Provinz Stockholm.

Schnelle Fakten
PostNord AB
Logo
Rechtsform Aktiebolag
Gründung 2009
Sitz SchwedenSchweden Solna, Schweden
Leitung Håkan Ericsson (CEO)[1]
Mitarbeiterzahl rund 30.000
Umsatz 38 Mrd. SEK
Branche Postwesen, Logistik
Website postnord.com
Stand: 2018
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Ein elektrisches Postfahrzeug von Swedish Postnord in Ystad, 2021

Beschreibung, Aufgabenteilung

Holdinggesellschaft des Postnord-Konzerns ist die PostNord AB. Der schwedische Staat hält 60, der dänische 40 Prozent der Anteile dieser Aktiengesellschaft. Die Stimmrechte sind im Verhältnis 50/50 zwischen den Eigentümern verteilt.[2] Das Unternehmen transportierte 2014 530 Millionen Briefe und 120 Millionen Pakete an 25 Millionen private Empfänger und 2 Millionen Firmen im Norden Europas.

Dänemark

Post Danmark, die weiterhin als eigenständiges Unternehmen im Postnord-Konzern existiert, kooperiert seit 2012 mit La Poste sowie DPD. Im Jahr 2015 schloss auch Postnord einen tiefergehenden Kooperationsvertrag mit der DPDgroup und transportiert damit DPD-Sendungen in Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland mitsamt der Verwendung des DPD-Logos.[3][4]

Briefverkehr gab es in Dänemark, im Vergleich etwa zu Deutschland, aufgrund der nahezu vollständigen Digitalisierung von Prozessen der öffentlichen Verwaltung und zwischen Unternehmen und Kunden nur noch in Ausnahmefällen, etwa beim Versand von Dokumenten nach Deutschland oder beim Versand von Urlaubspostkarten. Seit der Einführung von Systemen wie der CPR-Nummer, der MitID und darauf aufbauenden Prozessen werden Dokumente in aller Regel im PDF-Format auf ein Online-Konto zugestellt.

Die dänische Regierung traf 2023 eine neue Postvereinbarung, die Postnord seit dem Jahr 2024 seine besondere Rolle im Postmarkt entzogen und stattdessen die Briefzustellung in Dänemark dem freien Markt überlassen hat. Diese Vereinbarung beendete die staatliche Finanzierung von PostNord für die Briefzustellung und folgte den bereits bei Paketzustellungen angewandten Vereinbarungen.[5]

Aufgrund der stark vorangeschrittenen Digitalisierung und des Rückgangs an Briefen um 90 % im Vergleich zum Jahr 2000 hat Postnord Ende Dezember 2025 die Briefzustellung in Dänemark endgültig eingestellt und alle Briefkästen abgebaut. Das Unternehmen stellt seither nur noch Pakete zu.[6][7] Postnord ist weiterhin verantwortlich für die Aufgaben, die im internationalen Postterminal am Flughafen Kastrup gelöst werden müssen.[8]

Mit Wirkung vom 1. Februar 2026 übernimmt Blue Water Shipping die Frachtbeförderung in Dänemark und auf den Färöer von den dortigen Postverwaltungen. Eingebunden wird dabei die Smyril Line. Die Übernahme umfasst sowohl Kunden als auch Mitarbeiter und erfolgt während des laufenden Betriebs.[9]

Kritik

Die Zusammenlegung der dänischen und der schwedischen Post führte zu einer Verschlechterung der Postdienstleistungen in Dänemark und zu einer drastischen Erhöhung des Portos. Die Zahl der Briefkästen in Dänemark reduzierte sich von 10.000 im Jahr 2010 auf 7000 im Jahr 2016[10] mit weiter abnehmender Tendenz. Der preiswerteste Brief im Inland, der erst nach 5 Werktagen zugestellt wird, kostete 25 DKK (ca. 3,35 EUR), der billigste Schnellbrief (Quickbrev) mit Zustellung am nächsten Werktag kostete 35 DKK (ca. 4,70 EUR). Taxiert wurden die Briefe ab 100 g, es gab keine Ermäßigung für leichtere Briefe oder Postkarten (Stand Anfang 2024).[11] Eine Postkarte von Dänemark nach Deutschland kostete 50 DKK (ca. 6,70 EUR). In umgekehrter Richtung berechnet die Deutsche Post AG 1,25 EUR.

Im Jahr 2017 wurden bei Postnord etwa 4000 Mitarbeiter entlassen.[12]

Commons: Postnord – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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