Potzneusiedl
Gemeinde im Bezirk Neusiedl am See, Burgenland
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Potzneusiedl ist eine österreichische Gemeinde mit 679 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Burgenland im Bezirk Neusiedl am See. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Lajtafalu, der kroatische Lajtica.[1]
Potzneusiedl | ||
|---|---|---|
| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Land: | ||
| Politischer Bezirk: | Neusiedl am See | |
| Kfz-Kennzeichen: | ND | |
| Fläche: | 12,11 km² | |
| Koordinaten: | 48° 3′ N, 16° 57′ O | |
| Höhe: | 166 m ü. A. | |
| Einwohner: | 679 (1. Jän. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 56 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 2473 | |
| Gemeindekennziffer: | 1 07 26 | |
| NUTS-Region | AT112 | |
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Untere Hauptstraße 26 2473 Potzneusiedl | |
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Franz Werdenich (ÖVP) | |
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2022) (13 Mitglieder) |
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| Lage von Potzneusiedl im Bezirk Neusiedl am See | ||
Ostsüdostansicht von Potzneusiedl | ||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||
Geographie
Potzneusiedl liegt nahe bei Neudorf bei Parndorf und Gattendorf, am Rande der Parndorfer Platte und am Südufer der Leitha.
Nachbargemeinden:
| Prellenkirchen (BL) | ||
| Parndorf | ||
| Neudorf | Gattendorf |
Geschichte
Bei Grabungen auf der Flur „Búbánat“ und am Hochplateau bei der Kirche fand man Hallstattgräber mit Gefäßbeigaben und Bronzen.[2] Ebenfalls im Bereich der Flur „Búbánat“ wurde 2011 ein römisches Gräberfeld ausgegraben, das vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. genutzt wurde.[3]
1002 heiratete der magyarische König Stefan I. die bayerische Prinzessin Gisela, eine Tochter Herzogs Heinrich II. In der Folge kamen bayrische Adelige, kirchliche Orden und Siedler nach Ungarn (Hochmittelalterliche Ostsiedlung). Zur Sicherung der Grenze wurden um 1021 die besiegten Petschenegen – sie wurden auch Bissener genannt und stammten ursprünglich aus dem Gebiet zwischen Talas und Donau – am Neusiedlersee angesiedelt.

Zu den bayrischen Einwanderern zählten auch die Grafen Poth, die im 13. Jahrhundert Potzneusiedl und Podersdorf gründeten bzw. übernahmen, was sich in den Ortsnamen niederschlug. Ende des 15. Jahrhunderts war das Gebiet Sitz von Kleinadeligen, wie den Herren von Oslip. Anna, die letzte Vertreterin dieser Familie schenkte ihre Anteile am damaligen Herrenhof ihrem Neffen, Johann Vogt von Donnerskirchen. Während des türkischen Einfalls von 1529 wurde der damalige Ansitz zerstört.
Um 1550 wurde der Ort mit Kroaten neu besiedelt; ab 1880 überwog bereits der deutschsprachige Bevölkerungsanteil (327 zu 287 Personen). In den folgenden Jahrzehnten wurde das kroatische Bevölkerungselement sukzessive assimiliert. Die Sprache konnte sich in einzelnen Familien noch bis in die späte Nachkriegszeit halten (Anteil der kroatischsprachigen Bevölkerung: 1900: 36,1 %; 1923: 20,6 %; 1934: 12,5 %; 1981: 0,9 %). Heute gilt die kroatische Sprache in Potzneusiedl als ausgestorben.
Der Ort wies bis in die Zwischenkriegszeit auch einen verhältnismäßig hohen Anteil an ungarischsprachiger Bevölkerung aus (1900: 17 %; 1923: 20,8 %; 1934: 15,8 %) und lag zuletzt (2001) nur mehr bei 1 %. Angemerkt sei, dass das Kriegerdenkmal die Aufschrift „Den gefallenen Helden“ auch in kroatischer und ungarischer Sprache trägt.
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gehörte der Besitz zur Harrachschen Herrschaft in Bruck an der Leitha. Um die Mitte desselben Jahrhunderts gelangte Potzneusiedl, das niemals von wehrpolitischer Bedeutung war, in das Eigentum des Freiherrn Karl von Bender.
Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/1921 zu Ungarn (Komitat Wieselburg). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Lajtafalu verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Pariser Vorortverträgen 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).
Bevölkerungsentwicklung
| Potzneusiedl: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 706 | |||
| 1880 | 673 | |||
| 1890 | 637 | |||
| 1900 | 631 | |||
| 1910 | 589 | |||
| 1923 | 612 | |||
| 1934 | 715 | |||
| 1939 | 753 | |||
| 1951 | 656 | |||
| 1961 | 612 | |||
| 1971 | 549 | |||
| 1981 | 463 | |||
| 1991 | 482 | |||
| 2001 | 504 | |||
| 2011 | 519 | |||
| 2021 | 631 | |||
| 2025 | 679 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021 | ||||
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Schloss Potzneusiedl: Der Bau des heutigen Schlosses wurde unter der teilweisen Verwendung von gotischen Grundmauern ab 1796 errichtet.
- Katholische Pfarrkirche Potzneusiedl hl. Markus: Die im Kern mittelalterliche ehemalige Wehrkirche wurde in erhöhter Lage errichtet und ist von einem Friedhof umgeben. Der quadratische Westturm hat einen Steinpyramidenhelm mit Eckpyramiden.
- Straßenansicht des Schlosses
- Denkmalgeschützter Schüttkasten in Potzneusiedl
- Beide Windkraftanlagen E-126 bei Potzneusiedl
Wirtschaft
- Windkraftanlage: In der Nähe von Potzneusiedl wurden in den Jahren 2011/12 zwei E-126-Windkraftanlagen von Enercon mit 198,5 m Höhe errichtet, zwei der weltweit größten und leistungsstärksten Windräder mit einer Leistung von je 7,5 MW.[4][5]
Im Zuge eines Repowerings wurden am 8. Juli 2022 drei Stahlbetonmasten von Windrädern gesprengt, um an deren Stelle leistungsfähigere Windkraftanlagen zu errichten.[6]
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 13 Mitglieder.
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 1997: SPÖ 7, ÖVP 4.
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002: SPÖ 8, ÖVP 3.[7]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007: SPÖ 8, ÖVP 4, FPÖ 1.[8]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012: ÖVP 8, SPÖ 5.[9]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017: ÖVP 7, SPÖ 6.[10]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022: ÖVP 8, SPÖ 5.[11]
Bürgermeister
- bis 2010 Franz Kaiser (SPÖ)
- seit 2010 Franz Werdenich (ÖVP)[12]
Wappen
| Mit Beschluss der burgenländischen Landesregierung vom 13. Juni 2000 wurde der Gemeinde nach deren Antrag das Recht zur Führung eines Wappens verliehen. Blasonierung: „In einem goldenen Schild ein roter Pfahl, begleitet von je einer roten Lilie (vorne und hinten); der Pfahl ist mit einem goldenen Pranger belegt.“ |
Literatur
- Stefan Geosits: Ergebnisse der Volkszählungen 1900–1981. In: Stefan Geosits (Hrsg.): Die burgenländischen Kroaten im Wandel der Zeit. Edition Tusch, Wien 1986, ISBN 3-85063-160-5, S. 354–376.
- Nikolaus Wilhelm-Stempin: Das Siedlungsgebiet der Burgenlandkroaten in Österreich, Ungarn, Mähren und der Slowakei. BoD, Norderstedt 2008, ISBN 978-3-8370-4278-8.
- Abschnitt „Die Partnergemeinden“ in: Petra Weiß: TÜPL Bruckneudorf – 150 Jahre Brucker Lager. Hrsg. Stadtgemeinde Bruck an der Leitha, April 2017, S. 454/455.
Weblinks
- 10726 – Potzneusiedl. Gemeindedaten der Statistik Austria

