Prälatenstraße
Straße in Magdeburg, Sachsen-Anhalt
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Die Prälatenstraße ist eine Straße in Magdeburg in Sachsen-Anhalt.

Lage und Verlauf
Die Straße befindet sich in der Magdeburger Altstadt. Sie beginnt im Süden als nördliche Verlängerung der Max-Josef-Metzger-Straße und endet nach etwa 130 Metern im Norden als Einmündung auf die Südseite der Leiterstraße.
Aktuell (Stand 2026) ist nur die Hausnummer 3, für die Domgrundschule auf der Ostseite der Straße, vergeben.
Historisch verlief die Straße sowohl deutlich weiter nach Süden als auch nach Norden und hatte eine Gesamtlänge von etwa 600 Metern. Die Nummerierung begann am südöstlichen Ende und verlief dann aufsteigend auf der Ostseite nach Norden bis zur Nummer 18 an der Alten Ulrichstraße. Auf der Westseite lief die Nummerierung dann weiter aufsteigend wieder nach Süden bis zur Nummer 37 am Breiten Weg. Es gab mehrere Umnummerierungen.
Geschichte
Ursprünglich verlief die Straße abgehend vom Breiten Weg auf der Südseite der Sebastianskirche entlang, bog dann unmittelbar westlich der Kirche nach Norden ab und verlief von dort aus weiter nach Norden, kreuzte die Leiterstraße und mündete schließlich auf die Alte Ulrichstraße. Der südliche Teil vom Breiten Weg bis zur Leiterstraße gehörte zur Stiftsfreiheit, der nördliche Teil zur Altstadt. Auf der Rückseite der auf der Westseite gelegenen Grundstücke verlief die Stadtmauer, so dass auch von der Prälatenstraße keine Straßen nach Westen abgingen.
Für die Zeit vor dem 17. Jahrhundert ist kein Straßenname überliefert. Otto von Guericke bezeichnete den südlichen Abschnitt auf einer von ihm 1631 gezeichneten Karte als Hinter und bei St. Sebastian. Für den nördlichen Abschnitt wurde auch dort kein Name genannt. Danach wurde zumindest für einzelne Abschnitte der Name Roßstraße gebräuchlich, so für das kurze Stück südlich der Sebastianskirche. 1683 wurde so auch der nördliche, zur Altstadt gehörende Teil bezeichnet. Ob auch der mittlere Abschnitt diesen Namen trug, ist nicht überliefert. Der Name könnte auf den im nördlichen Teil gelegenen Roßmühlenhof (Prälatenstraße 19/21) zurückgegangen sein und bis um 1730 für die ganze Straße gegolten haben. Es wird jedoch auch für möglich gehalten, dass die beiden Abschnitte unabhängig voneinander so hießen und sich der Name des Südteils von einer anderen Roßmühle oder dem Haus Zum braunen Roß (Prälatenstraße 33) ableitete.
Von der Zeit um 1730 an bestanden dann drei Namen. Der südliche Teil hieß weiter Roßstraße, der mittlere Abschnitt dann Prälatenstraße und der Nordteil Auf dem Brande. Der Name Prälatenstraße ergab sich aus dem Umstand, dass in diesem Gebiet fast nur Geistliche der Stiftsfreiheit wohnten. Im Nordabschnitt gab es ab 1700 das Haus Zum Prälaten (Prälatenstraße 22). Als namengebend für die Straße wird das Haus jedoch nicht betrachtet, da es nicht im Mittelteil lag. Die Bezeichnung Auf dem Brande wurde bereits 1650, parallel zum Namen Roßstraße genutzt. Der Name ging auf einen Stadtbrand zurück, der sich in diesem Bereich im Mittelalter ereignete. Die benachbarte Himmelreichstraße ist bereits 1489 so bezeichnet.


1807 wurden die Häuser nummeriert und dabei dann der ganze Straßenzug einheitlich als Prälatenstraße bezeichnet.[1] Im Zuge der Stadterweiterung wurde im Jahr 1871 von Westen her über das Grundstück Prälatenstraße 22 die Victoriastraße durchgebrochen.[2] Sie wurde später zum westlichen Teil der Himmelreichstraße. Auch die Leiterstraße erhielt eine Verlängerung nach Westen, so dass sie nun die Prälatenstraße kreuzte. Zunächst gehörte die Verlängerung zur Hasselbachstraße und wurde dann westlicher Teil der Leiterstraße. An der Stelle der Prälatenstraße, wo sie südwestlich vor der Sebastianskirche vom Breiten Weg kommend nach Norden abknickte, wurde 1896 ein Durchbruch nach Süden zur Heydeckstraße vorgenommen. Der neue Straßenabschnitt wurde Teil der Heydeckstraße.[3]
Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt in der Zeit der DDR abweichend von der historischen Stadtstruktur wieder aufgebaut. Der nördliche Teil der Prälatenstraße, nördlich der Leiterstraße, wurde dabei überbaut. Während auf der Südseite der Leiterstraße bei der Neubebauung eine fußläufige Durchwegung gelassen wurde und so die Einmpndung fortbesteht, wurde der Wohnblock auf der Nordseite ohne einen Durchlass errichtet, so dass die Prälatenstraße nun dort endet. Der nördlich des Wohnblocks weiterhin von Osten einmündende, aktuell unbenannte Krumme Ellbogen endet dort seit dem als Sackgasse. Auf dem weiteren nördlichen Verlauf der Prälatenstraße entstand später das Maritim-Hotel, noch weiter nördlich ein Parkplatz und die südliche Randbebauung des Ulrichsplatzes. Für den mittleren und südlichen Abschnitt wurde der historische Name aufgegeben. Es erfolgte am 30. Juni 1975[4] auf Antrag des Stadtvorstandes der Blockpartei CDU eine Umbenennung nach dem katholischen Theologen und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Max Josef Metzger als Max-Josef-Metzger-Straße, wobei auch ein in der Zeit der DDR neu entstandener, nach Westen zur Otto-von-Guericke-Straße führender Straßenabschnitt und der nördlichste Teil der Heydeckstraße der Straße angegliedert wurde, so dass der Straßenverlauf uneinheitlich war und die gesamte Fläche einnahm.
Auf Initiative des Stadtrates Olaf Meister beantragte die Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im Jahr 2004 den direkt südlich der Leiterstraße befindlichen Teil des mittleren Abschnitts, der zu diesem Zeitpunkt ohne Anwohner und Nutzer war, wieder als Prälatenstraße zu benennen und so der Max-Josef-Metzger-Straße dort zugleich einen eindeutigen Verlauf zu geben.[5] Mit Beschluss des Stadtrates vom 12. Mai 2005 erhielt so ein Teil des mittleren Abschnitts seinen historischen Namen zurück.[6] Der südliche Teil und der Rest des mittleren Abschnitts gehören weiter zur Max-Josef-Metzger-Straße.
(Historische) Häuser der Prälatenstraße
Nachfolgend werden die Grundstücke der Prälatenstraße tabellarisch aufgeführt. Dabei werden sowohl die aktuellen Grundstücke als auch ggf. davon abweichende historische Grundstücke benannt. Soweit diese sich überschneiden, sind sie ungefähr räumlich zugeordnet, wobei das jeweils räumlich zuvor beginnende Grundstück oder Element auch zuvor eingeordnet ist. Die historischen Elemente befinden sich so tatsächlich zwischen dem Beginn des vorherigen und des nachherigen heutigen Grundstücks. Aktuelle Adressen sind fett geschrieben, historische Grundstücksnummern mit (alt) oder (älter) gekennzeichnet. Darüber hinaus werden Straßeneinmündungen eingeordnet. Nicht mehr bestehende Straßen sind mit (historisch) gekennzeichnet. Aktuelle Hausnummern sind fett geschrieben. Die Darstellung umfasst dabei sämtliche Bereiche die einmal zur Prälatenstraße gehörten, unabhängig ihrer aktuellen Zuordnung.
| Hausnummer | Name | Bemerkungen | Bild |
|---|---|---|---|
| 1 (alt) | Das Grundstück gehörte ursprünglich zum Breiten Weg 211 und wurde 1876 von dort abgetrennt (siehe dort). Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg blieb das Grundstück unbebaut. | ||
| Einmündung Günter-Särchen-Straße (vormals Friedhof) | |||
| Kirche St. Sebastian | siehe Hauptartikel | ||
| 1 (älter) | Stiftskämmerei des Sebastianstiftes | Die Stiftskämmerei war an die Sebastianskirche, südlich neben dem Westportal des Turms, angebaut. Im Hypothekenbuch ist angegeben, dass dies seit „undenklichen“ Zeiten so gewesen sei. Im Haus lebte jeweils der Stiftskämmerer. Der westfälische König Jérôme schenkte das Grundstück per Dekret vom 29. März 1812 der Stadt Magdeburg, um diese für Einquartierungskosten zu entschädigen. Der Magistrat der Stadt ließ das Gebäude im Jahr 1861 abreißen. | |
| Westfront der Kirche St. Sebastian | siehe Hauptartikel | ||
| Max-Josef-Metzger-Straße 4 2 (alt) | Das Haus war 1711 vom Maurer Kaspar Maß zum Teil auf dem Platz der Westfront des ehemaligen Kreuzganges der Sebastianskirche errichtet worden. Maß veräußerte es 1715 für 750 Taler an Frau Vikar Hase, geborene Schönebeck und ihre Tochter Frau Rittmeister Katharine Marie Lukretia Köppe. Für das Gereralkapitel genehmigte Dechant Johann Witte den Verkauf. Schon 1717 ging das Eigentum an Sybille Katharina Fiedler, geborene Weniger, Witwe des Kriegskommissars Fiedler über. Ihr Schwiegersohn, Regierungsadvokat Ernst August Faber, erwarb das Haus im Jahr 1721. Zum Grundstück gehörte dabei auch ein auf dem Friedhof der Sebastianskirche gelegenes Haus, sowie ein Holzstall im Nordturm der Kirche. Nach dem Tod von Hofrat Faber im Jahr 1754 erbte sein Neffe, Kammerrat Fiedler. Von dessen Erben erwarb 1770 Frau Kammersekretär Sophie Scheidt, geborene Luther, das Anwesen für 885 Taler. Sie war in zweiter Ehe mit Kriminalrat Lukas Werner verheiratet. Sie veräußerte es für 1030 Taler 1776 an den Kassierer Joh. Christoph Trautschhold. Er erwarb damit auch das Recht den nördlichen Kirchturm als Holzstall zu nutzen. Trautschhold verkaufte dann 1785, ebenfalls für 1030 Taler, an den Kriegsrat Joh. Christian Weinschenck, von dem es 1787 Benedikt Wilhelm Böttcher, Subkonrektor der Domschule, für 1300 Taler erwarb. Böttcher verkaufte 1796 für 1600 Taler an den Kaufmann Paul Karl Rosenthal. 1797 gehörte es dann jedoch bereits dem Kassierer Andreas Martin Klee, der es für 1675 Taler erworben hatte. Seine Witwe, Marie Elisabeth, geborene Ziegler setzte sich mit ihren drei minderjährigen Kindern auseinander und übernahm das Grundstück 1808 für 1914 Taler. In der Zeit der DDR war die Fläche unbebaut.[7] Eine Neubebauung erfolgte im Jahr 2002. | ||
| Einmündung Günter-Särchen-Straße (vormals Friedhof) | |||
| 3 (alt) heute Straßenraum der Günter-Särchen-Straße | Es gibt einen Hinweis, dass sich hier eine Vikarienstelle befand. Eine andere Angabe von 1714 bezeichnet das Grundstück jedoch als an der Stelle des alten Kreuzgangs der Sebastianskirche gelegen. Das Grundstück lag dann jedoch zumindest wüst und wurde dann vom 1709 verstorbenen ersten Domprediger Joh. Georg Titius bebaut. Im Jahr 1731 veräußerte Maria Margarete Lüdecke, geborene Titius, Ehefrau des Pastors aus Klein Ammensleben Joachim Lüdecke, das Grundstück für 800 Taler an den Kanonikus und Subsenior des Sebastianstiftes, Franz Thomas Valenkampf. Als Eigentümerin folgt Katharine Dorothea Lehmann, von der es 1751 Vikar Adam Christoph Röder, Cythermeister am Dom, für 625 Taler erwarb. Er verkaufte 1783 für 820 Taler an den Kammerkanzlisten Joh. Friedrich Rosenbaum. Stadtinspektor Joh. Friedrich Harras übernahm 1794 das Haus für 1700 Taler. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Auguste Wilhelmine Juliane, geborene Vellhagen, setzte er sich gegenseitig 1805 als Erben ein. Das Haus wurde später abgerissen. An dieser Stelle befand sich der Eingang zum Friedhof und wurde die Straße Friedhof, die heutige Günter-Särchen-Straße angelegt. | ||
| Max-Josef-Metzger-Straße 4a 4 (alt) | Josephshaus | 1703 wurde ein Haus errichtet. Im Jahr 1706 erwarb der Pulversieder Andreas Thilony aus Hundisburg die Stätte. 1715 war hier das Haus des Kanonikus Offeney, der es seiner Ehefrau, Frau Subsenior Offeney, vererbte. Von ihr kaufte es Frau Pastor Tunkel. 1755 übernahm es Hofrat und Regierungsadvokat Friedrich Christoph Reichhelm für 850 Taler. 1757 erbte es seine Witwe Christiane Luise, geborene Stubenrauch, von ihm. Nach ihrem Tod im Jahr 1793 ging es an ihre Tochter Sophie Elisabeth Reichhelm. 1887 erwarb die katholische Sebastiansgemeinde das Grundstück und errichtete hier das St.-Josephs-Vereinshaus.[8] Beim Luftangriff auf Magdeburg am 16. Januar 1945 wurde auch das Josephshaus zerstört.[9] Auch in den 1950er Jahren war die Sebastiansgemeinde Eigentümerin des Grundstücks. Etwa Anfang des 21. Jahrhunderts wurde ein neues Gebäude der Gemeinde errichtet. | |
| Justizzentrum Eike von Repgow | Rückseite der ehemaligen Hauptpost, gestaltet als Rekonstruktion des Rochschen Hauses; siehe Hauptartikel | ||
| 5 (alt) | Das Grundstück unterstand der Gerichtsbarkeit der Möllenvogtei. Es war vor der Zerstörung der Stadt im Jahr 1631 unbebaut und blieb es auch danach über lange Zeit. So wurde es sowohl 1642 als auch 1702 als unbebaut genannt. Das Grundstück grenzte an den ehemaligen Kreuzgang der Sebastianskirche, auf dem Grundstück verlief ein Teil der Kirchhofsmauer. In der Zeit um 1705 errichtete der Kanonikus des Sebastianstiftes Runge hier eine Kurie. Nördlich des Hauses verlief eine Gasse, die in einem Bogen um den Friedhof verlief und in Richtung der Prälatenstraße 1 führte. 1721 veräußerten die Rungeschen Erben die Kurie für 2200 Taler an den Kriegs- und Domänenrat Greinert. Kriminalrat Scholinus übernahm das Haus 1752 für 1600 Taler. Er verstarb 1775 und vererbte das Anwesen testamentarisch an seine Witwe Sophie Luise, geborene Schmidt und seine Kinder Johanne Sophie und Karl Ludwig Scholinus. Marie Dorothea Gelbke, geborene Richter, erwarb das Grundstück 1785 für 2010 Taler. Sie vererbte es 1793 an Frau Kammersekretär Marie Dorothea Kremser, geborene Richter. Der Maler Edmund Wodick bezog etwa 1846 gemeinsam mit seiner Ehefrau Louise Renker eine Wohnung im Haus. 1853 erwarb er das Haus.[10] Zum Grundstück gehörten neben dem Haupthaus auch drei Hinterhäuser, die um einen Hof standen. Auf einem der Hinterhäuser hatte Wodick einen großen Dachgarten mit italienischen Pflanzen angelegt, der über eine großzügige Veranda erreicht werden konnte.[11] Im Haus befand sich auch seine geräumige Werkstatt und ein Schüleratelier. Die Wohnung Wodicks lag in der zweiten Etage. Es wurde ein geselliger Treffpunkt für Künstler, Literaten und Theaterleute. Wodick verstarb am 10. März 1886 in seiner Wohnung.[12] Von 1895 bis 1899 entstand auf dem Grundstück ein Teil der neuen Hauptpost, dem heutigen Justizzentrum. | ||
| Friedhofsgasse (historisch) | Die Gasse verlief in einem Bogen um den südlich angrenzenden Friedhof und führte in die Gegend der Prälatenstraße 1. Die Gasse bestand auch noch 1830 und wurde wohl erst beim Bau der Hauptpost überbaut. Der Weg zum Friedhof wurde weiter nach Süden, unmittelbar nördlich entlang der Sebastianskirche verlegt. | ||
| 6 (alt) | In der Zeit vor 1631 befanden sich auf dem Grundstück zwei Stiftskurien der Sebastianskirche. Ursprünglich gehörte das Grundstück zum angrenzenden Paulinerkloster. Das Grundstück unterstand der Gerichtsbarkeit der Möllenvogtei. Eine Kurie lag an der Ecke zur Friedhofsgasse und war 1631 vom Kanonikus Paul von Eitz bewohnt. Die andere Kurie lag nördlich von hier, hinter dem späteren Haus Prälatenstraße 7, 7b. Im Jahr 1631 war sie vom Kanonikus Antonius Pade bewohnt. Ein Hinterausgang mündete in die Friedhofsgasse. Nach der Zerstörung der Stadt im Jahr 1631 lagen die Grundstücke noch lange wüst. 1693 bat der Landrentmeister Heinrich Wilhelm Heukenroth, dem das angrenzende Grundstück Breiter Weg 204 gehörte, das Stiftskapitel, ihm die beiden wüsten Grundstücke zur Erweiterung seines Grundstücks zu überlassen. Dem Wunsch wurde entsprochen und ihm das Grundstück für 100 Taler übertragen, wobei Kurfürst Friedrich III. den Vertrag bestätigte. Heukenroth verkaufte ein kleines Hinterhaus das nahe der Prälatenstraße lag, an die Witwe des Landsyndikus Hering. 1722 gehörte es den Heringschen Erben. Die Jungfer Rosine Dorothea Hering übernahm es von den Erben für 800 Taler. Im Jahr 1747 erwarb es der Kammersekretär Joh. Eberhard Spileker für 550 Taler. In der Zeit nach 1800 war der Notar Jakob Friedrich Baumann Eigentümer. Von 1895 bis 1899 entstand auf dem Grundstück ein Teil der neuen Hauptpost, dem heutigen Justizzentrum. | ||
| Max-Josef-Metzger-Straße 5, 6 | Justizzentrum Eike von Repgow | Westflügel des Justizzentrums; siehe Hauptartikel | |
| 7a (alt) | Auf dem Grundstück befand sich der Erbhof der Familie von Kotze-Groß Germersleben. Er unterstand der Gerichtsbarkeit der Möllenvogtei, ab 1648 der Domvogtei. 1631 wurde auch dieser Hof zerstört. Im Jahr 1668 gehörte die wüste Stätte Hans Hermann von Kotze. Sie war mit einem kleinen Häuslein bebaut, in dem Werner Bondiek, Peter Hermann und der Tagelöhner Peter Jahn wohnten. Auch 1685 wird die Stätte noch als wüst, bebaut mit einem Häuslein beschrieben. Die weiterhin wüste Hofstelle wurde 1695 für 200 Taler von den Gebrüdern von Kotze an den Domdechanten Erasmus Christian von Arnstedt veräußert und so mit den Grundstücken 7b und 7c vereinigt (siehe dort). | ||
| 7b (alt) | In der Zeit um 1600 gehörte der Hof der Familie von Mahrenholz, dann der Familie von Börstel. Der Hof unterstand der Gerichtsbarkeit der Domvogtei. Kurz vor der Zerstörung der Stadt im Jahr 1631 lebte die Witwe Levins von Börstel im Hof. Nach der Zerstörung lag der Hof wüst. 1671 übergab das Domkapitel Magdeburg per Zeitkauf die wüste Stätte an den Domherren Erasmus Christian von Arnstedt. Zunächst blieb die Stätte jedoch weiterhin unbebaut. 1693 ordnete der Kurfürst an, dass unbebaute Flächen Glaubensflüchtlingen aus Mannheim bzw. Frankreich zur Verfügung zu stellen waren, worauf sich von Arnstedt zur Bebauung entschloss. Aufgrund hoher Preise für Baumaterialien bat er das Domkapitel ihm altes Mauerwerk des benachbarten, zerstörten Paulinerklosters zur Verfügung zu stellen, darunter auch Werkstücke des Einfahrtstores des Dekanatshauses. Als Preis für die Stätte zahlte er 200 Taler sowie einen Jahreszins von drei Groschen. Von Arnstedt wurde 1695 Domdechant und errichtete, nachdem er das benachbarte Grundstück 7a hinzu erworben hatte, dann einen Neubau. Außerdem kaufte er noch das Grundstück 7c, womit er 1702 die drei Grundstücke vereint hatte. | ||
| 7c (alt) | Der Hof gehörte den Herzögen von Braunschweig und diente als Unterkunft bei Aufenthalten in Magdeburg. Er unterstand der Gerichtsbarkeit der Domvogtei. In der Zeit vor 1631 war der Hof an die Witwe Heinrichs von der Asseburg vermietet. Um 1640 wurde die wüste Hofstätte an die Hahn von Seeburg, ein Hallesches Pfännergeschlecht, veräußert. Sie ließen das Grundstück jedoch unbebaut. Vermutlich hatten dann 1647 die Fräulein von Rohr das Grundstück gepachtet. Ihr Erbhof befand sich in der Leiterstraße 9. In diesem Jahr wurde für das Gelände das Bestehen mehrerer Gewölbe des ehemaligen Kreuzgangs beschrieben. Außerdem bestanden Hütten, die von Rohr vermietet hatte. Insgesamt wurden sechs Mietparteien genannt. Auch 1687 war die Stätte noch an Tagelöhner, Drescher und Schiffer vermietet. Der konkrete Zeitpunkt der Neubebauung ist unklar. Im Jahr 1698 erwarb der Landrat Gebhard Joh. von Alvensleben die Immobilie. Bereits 1699 gehörte sie jedoch dem Domdechanten Erasmus Christian von der Asseburg, der 1706 verstarb, worauf seine Erben, fünf Söhne und drei Töchter Eigentümer wurden. Sie veräußerten das Anwesen im Jahr 1759 für 3000 Taler an den Kriegsrat Karl Christian von Bosse. Er verstarb 1763 und hinterließ minderjährige Kinder. Das Gebäude war zu diesem Zeitpunkt massiv und verfügte über sieben Stuben und acht Kammern. Außerdem gab es ein Haus für die Dienerschaft sowie einen Garten. Neue Eigentümerin wurde die Witwe von Bosses, eine geborene von Richard. Sie heiratete General von Larisch zu Breslau. Im Jahr 1796 wurde der Hauptmann Ferdinand Wilhelm Christian von Bosse für 5000 Taler Eigentümer. | ||
| 3 8 (alt) | Domgrundschule | siehe Hauptartikel | |
| 9 (alt) | Das Haus unterstand der Gerichtsbarkeit der Domvogtei. 1631 wohnte der Medikus Dr. Reinicke im Gebäude. Nach der Zerstörung des Jahres 1631 lag das Grundstück bis 1680 wüst. Dann legte der Syndikus Joh. August Struve, Sohn des Möllenvogts Berthold Struve, hier einen Garten an. Er war auch Eigentümer des benachbarten Hauses Nummer 10, 11. Struve errichtete dann ein Haus, das er seiner Tochter Sophie Katharine vererbte. Sie war mit dem Kanonikus Hansen verheiratet. 1735 erwarb der Landbaumeister Friedrich August Fiedler von der Witwe Hansen das Haus für 1000 Taler. Die Länge des Hauses wurde mit 33 rheinländischen Fuß (etwa 10,4 Meter) angegeben. Fiedler war mit der Tochter des Geheimen Rats und Präsidenten des kursächsischen Konsistoriums Friedrich von Reichenbach, Auguste Wilhelmine verheiratet. Fiedler verstarb 1756. Seine Witwe heiratete den Kammerfiskal Trunstedt, der 1786 verstarb. Sie selbst starb 1796 und setzte als Erbinnen die Enkelkinder Auguste und Dorothea Fiedler ein. Der Chausseesekretär und Kammerkalkulator Ludolf Jakob Hahn erwarb sodann von den beiden die Immobilie für 1825 Taler. | ||
| 10, 11 (alt) | Auf dem unter der Gerichtsbarkeit der Domvogtei stehenden Grundstück standen 1631 zwei kleine Häuser. Eines gehörte dem Kanonikus und Lektors am Magdeburger Dom Thomas Nivendorf. Das andere Haus gehörte der Witwe des erzbischöflichen Fiskals Curdes. Nach der Zerstörung von 1631 lag es bis etwa 1685 wüst und gelangte dann als Lehensbesitz an den Domsyndikus Joh. August Struve. Bebaut war das Grundstück jetzt mit einer Hütte. Struve war auch noch 1702 Eigentümer. In der Zeit bis 1711 veräußerte er das Grundstück an den Steuerkommissar Rudeloff, der ein Wohnhaus errichtete. 1712 verkaufte er es an die Deutsch-reformierte Gemeinde, die hier ein Predigerhaus einrichtete. Das Grundstück wurde mit dem benachbarten Anwesen Leiterstraße 13, 15, 17 vereinigt. | ||
| Leiterstraße 12 (alt) | siehe Leiterstraße | ||
| Einmündung Leiterstraße (Ostseite) | |||
| Leiterstraße 11 (alt) | siehe Leiterstraße | ||
| 12 (alt) | Das Haus gehörte im 17. Jahrhundert zum benachbarten Grundstück Leiterstraße 11. Zeitweise war es dann abgetrennt, war jedoch zumindest Anfang der 1930er Jahre wieder Bestandteil des benachbarten Grundstücks. | ||
| 13 (alt) zuvor 10 (älter) | Das Haus gehörte zum benachbarten Grundstück Krummer Ellbogen 12. | ||
| Einmündung Krummer Ellbogen (historisch) | |||
| Krummer Ellbogen 11 (alt) | siehe Krummer Ellbogen | ||
| ohne Nummer | Das Gebäude bestand als Hinterhaus zwischen den Grundstücken Krummer Ellbogen 11 und Himmelreichstraße 11 und wurde zeitweise als eigenes Grundstück geführt. Es gehörte dann zur Himmelreichstraße 12. In den 1930er Jahren war es dann Teil der Himmelreichstraße 11. | ||
| Einmündung Himmlreichstraße (Ostseite) (historisch) | |||
| 14a (alt) zuvor 11 (älter) | Das Haus gehörte zur Himmelreichstraße 10. Deren Eigentümer Rothard veräußerte das Grundstück 1721 an Johann Bernhard Schmidt. Im 19. Jahrhundert wurde das Grundstück mit der benachbarten Nummer 14b vereinigt. | ||
| 14b (alt) zuvor 11 (älter) | Vermutlich gehörte das Grundstück ursprünglich zur benachbarten Nummer 14 oder 15. 1631 stand es wohl im Eigentum der Erben von Heinrich Müller. In den Jahren 1690 und 1698 wurde der Maurer Jobst Müller als Eigentümer geführt. Von seinen Erben erwarb 1707 der Kaufmann Johann Köpke das Haus für 160 Taler. 1710 gehörte es Johann Friedrich Danker, der es 1714 an Peter Heine veräußerte, der bis 1733 Eigentümer blieb. Im 19. Jahrhundert wurde das Grundstück mit der benachbarten Nummer 14a vereinigt. | ||
| 15a (alt) zuvor 12 (älter) | Im Jahr 1683 wurde das Grundstück als wüste Eckstätte bezeichnet, deren Eigentümer unbekannt war. Dr. Albrecht Friedrich von Syburg veräußerte das neue Haus 1690 für 150 Taler an Andreas Neuendorf, der bis 1726 Eigentümer blieb. Im 19. Jahrhundert wurde das Grundstück mit der benachbarten Nummer 15b vereinigt. | ||
| 15b (alt) zuvor 13 (älter) | 1631 könnte das Haus Karsten Köppe gehört haben. Im Jahr 1683 war der Eigentümer unbekannt, 1690 gehörte es dann den Köppischen Erben. Auf die folgte Melchior Lüdecke, dann der Koch Martin Bock, der die Stätte 1695 für 20 Taler an den Schiffknecht Andreas Treuer (auch Träger) veräußerte. Treuer verstarb vor 1703. Seine Witwe hatte neu den Arbeiter Michael Möring (auch Mörl) geheiratet und 1703 ihrem neuen Ehemann das Grundstück übertragen. Im 19. Jahrhundert wurde das Grundstück mit der benachbarten Nummer 15a vereinigt. | ||
| Einmündung Nobben (historisch) | |||
| 16, 17 (alt) zuvor 14 und 15 (älter) für die Nummer 16 sowie 17 (sehr alt) für die Nummer 16 | Zum Grundstück gehörte auch das Grundstück Nobben 12. Im Jahr 1628 war Blasius Seldenweiß Eigentümer, noch vor 1631 dann seine Erben. Vermutlich wegen offener Forderungen gegenüber den Erben erhielt 1639 die Seidenkramerinnung durch eine Gerichtsentscheidung das Grundstück übertragen. Noch zwischen 1651 und 1672 war ein entsprechendes Streitverfahren anhängig, wobei die Innung 1668 die Erben mit einer Zahlung in Höhe von 200 Talern abfand. Schon ab 1647 hatte die Innung das Grundstück neu bebaut und den Hof zunächst an den Schafmeister Valentin Lutter, danach an Ackerleute vermietet. Im Jahr 1800 veräußerte die Innung den Hof für 8000 Taler an den Ackermann Georg Gotthard Borchert. Anfang der 1930er Jahre befand sich an der Nummer 17 ein Wappen, das jedoch von auswärts stammte und erst 1926 angebracht worden war. | ||
| 18 (alt) | Das Brauhaus gehörte zunächst zur Schöneeckstraße 8 und wurde als Eckbrauhaus geführt. 1631 und auch 1651 war Thomas Lutteroth Eigentümer. Von ihm erwarb 1656 der Kaufmann Elias Richter die Stätte für 325 Taler. Richter bebaute das Grundstück bis 1661. Nach 1679 erwarb er das benachbarte Brauhaus Schöneeckstraße 8 und 8a hinzu. Zwar wurde die Prälatenstraße 18 im Jahr 1688 noch als eigenes Brauhaus betrachtet, im Übrigen dann jedoch wieder zur Schöneeckstraße 8 gezählt. | ||
| Einmündung Schöneeckstraße (historisch) | |||
| Alte Ulrichstraße 10 vormals Prälatenstraße 18 (älter) | siehe Alte Ulrichstraße 10 | ||
| Einmündung auf die Alte Ulrichstraße (historisch) | |||
| 19, 20, 21 (alt) vormals 18a, 18b, 19 (älter) | Roßmühlenhof auch Roßmühle oder Roßhof | Der Hof wurde bereits 1523 in den Zinsregistern des Klosters Unser Lieben Frauen erwähnt. Sowohl 1651 als auch 1683 wurde die Brauerinnung als Eigentümerin geführt. Auf sie folgte Alexander Christian von Syburg. Im Jahr 1694 erwarb die Witwe von Dr. Nikolaus Schulze für 200 Taler den wüsten Hof und bebaute ihn neu. In den Jahren 1716 und 1719 gehörte das Grundstück dem Arzt Dr. Nikolaus Schulze. | |
| 22 (alt) vormals 20a (älter) | Zum Prälaten | Ursprünglich bildete das Grundstück mit der benachbarten Nummer 23 einen Ackerhof namens Schafferhof (in der Bedeutung Schäferhof). Vor 1631 gehörte der Hof Blees Seldenweiß, dann seinem gleichnamigen Sohn. Er trennte die Nummer 22, die ein Drittel ausmachte, ab und veräußerte sie 1651 für 80 Taler an Statz Binduff. Der Fuhrmann Hans Peters war 1669 und 1672 Eigentümer dieses Ackerhofs und baute ihn neu. Auf ihn folgten seine Erben, dann 1683 der Fuhrmann Dietrich Diekhorst. Schon 1684 war sein Erbe Friedrich Hempo Meyer als Eigentümer genannt, dem das Grundstück auch noch 1726 gehörte. | |
| 23 (alt) vormals 20b (älter) | Bis 1651 gehörte das Grundstück mit zur benachbarten Nummer 22 (siehe dort). Dann erwarb es der Münzmeister Peter Schrader für 150 Taler. Vermutlich 1658 trat er den Ackerhof an seinen Schwiegersohn Andreas Friedrich Siepmann ab. Siepmann bebaute das Grundstück neu und verstarb 1686. Von seinen Erben kaufte 1689 der Färber Jakob Heberlein für 350 Taler. Seine Witwe gab ihn 1692 an ihren Schwiegersohn den Stadtschreiber Jakob Martin Franke, der bis 1736 Eigentümer blieb. | ||
| Victoriastraße 1 (alt) vormals 21 (älter) | Brakerhof | Der Name des Ackerhofes ging wohl auf die Eigentümerfamilie Brake zurück. 1651 und 1679 befand sich auf dem Grundstück der Bauamtsgarten des Rats. Im Jahr 1698 gehörte es Hans Förster. Peter Förster blieb bis 1725 Eigentümer. Nach dem im Jahr 1871 im Zuge der Stadterweiterung die Victoriastraße nach Osten bis auf die Prälatenstraße durchgebrochen wurde, wechselte die Adressierung zur Victoriastraße. | |
| Prälatenstraße 22 (älter) später Straßenraum der Victoriastraße | Das Grundstück gehörte als Garten mit zum benachbarten Bauamtsgarten der Nummer 21. Bis 1727 war dann der Kammersekretär Christian Schartau Eigentümer des Gartens. Beim Durchbruch der Victoriastraße im Jahr 1871 wurde das Grundstück Teil der Straßenfläche der neuen Straße. | ||
| Einmündung Himmelreichstraße (Westseite) (historisch) vormals Victoriastraße | |||
| Victoriastraße 15 (alt) vormals 23 (älter) | Lange wurde das Grundstück als Garten genutzt und war wohl auch Teil des Bauamtsgartens der Nummer 21. Von 1698 bis zu seinem Tod im Jahr 1718 gehörte der Garten dem Schiffer Josias Mörder. Seine Erben blieben bis 1728 Eigentümer. Nach dem im Jahr 1871 im Zuge der Stadterweiterung die Victoriastraße nach Osten bis auf die Prälatenstraße durchgebrochen wurde, wechselte die Adressierung zur Victoriastraße. | ||
| 24 (alt) | Im Jahr 1651 gehörte die Stätte Karl Fischer. Der Bierspünder Eustach Binduff veräußerte das Haus 1675 für 250 Taler an den Kutscher Konrad Milde, der zuletzt 1684 erwähnt wurde. 1695 bebaute der Schäfer Hans Vollheide (auch Vollheise) das Grundstück neu und verkaufte das Haus 1703 für 352 Taler an den Stellmacher Heinrich Henning Böttger. Böttger blieb bis 1731 Eigentümer. | ||
| 25 (alt) | 1631 gehörte das Haus den Erben von Joachim Peters. Auf sie folgte Joachim Gaback, dann seine Erbin, die Witwe von Erdmann Hagemann. Von ihr erwarb 1650 Arnd Puy die Stätte für 42 Taler. Im Jahr 1683 wurden die Erben Puys als Eigentümer des Hauses geführt. Von ihnen erwarb es 1692 für 142 Taler der Kuhhirte David Heise. 1698 veräußerte Hans Vollheide das Häuschen für 60 Taler an den Kornmesser Henning Kornmeyer. Von ihm erwarb es 1717 der Schneider Konrad Friedrich Kornmeyer für 350 Taler, der bis 1747 Eigentümer blieb. | ||
| 26 (alt) | Im Jahr 1650 befand sich hier das Kuhhirtenhaus des Rats und 1698 das Hirtenhaus der Ulrichsgemeinde. Noch 1822 wurde es als altes Hirtenhaus geführt. | ||
| Leiterstraße 20 Hasselbachstraße 1 (alt) vormals 27 (älter) | Zum König von Preußen | siehe Hauptartikel | |
| Einmündung Leiterstraße (Westseite) vormals Hasselbachstraße | |||
| 27 (alt) 28 (älter) | Im Jahr 1631 war das der Gerichtsbarkeit der Möllenvogtei unterliegende Grundstück mit einem Vikarienhaus des Stifts St. Sebastian bebaut. 1650 wechselte die Gerichtsbarkeit zur Domvogtei. Die wüste Stätte wurde 1677 vom Domkapitel Magdeburg dem Domsekretär Joh. August Struve überlassen. Es wurde ein Erbzins von drei Groschen vereinbart, so dass die Eigentumsübertragung möglicherweise nur auf Zeit erfolgt war. In der Zeit vor 1701 übernahm der Amtsschreiber Joh. Nikolaus Böhme das Haus von Struve. Böhme wurde von seinen Kindern beerbt, die es 1718 für 1300 Taler an den Amtsaktuar Hermann Maaß veräußerten. Er vererbte das Haus an seine Ehefrau, die 1751 verstarb. Die Kinder der Familie Maaß verkauften für 1060 Taler an Frau Steuerkommissar Katharine Henriette Meinecke, geborene Konrad, die 1762 verstarb. Neuer Eigentümer wurde cand. jur. Georg August Meinecke sowie seine Geschwister. Im Wege der Zwangsversteigerung erwarb es 1763 für 1600 Taler der Domvikar Josias Hiersche. Nach dem er und dann auch seine Ehefrau Marie Ehrengard, geborene Beese 1776 verstorben waren, erbten die sechs Geschwister Hiersche, darunter auch Charlotte Rebekka. Sie heiratete den Kammerkanzlisten Joh. Karl Helmkampf und übernahm das Grundstück 1783 gemeinsam mit ihm für 1020 Taler. | ||
| im Durchgang von der Leiterstraße | Jugend aller Nationen | 1983/1984 von Dietmar Witteborn geschaffenes Glaskunstwerk | |
| 27a (alt) 29 (älter) | Fürstlich Anhaltscher Hof | In der Zeit um 1600 war das der Gerichtsbarkeit der Möllenvogtei unterstehende Anwesen der Hof der Familie von Mandelslohe. Im Gebäude befand sich das Hauptquartier von Dietrich von Falkenberg. Während seines heimlichen Aufenthalts in der Stadt wohnte der Administrator Christian Wilhelm von Brandenburg im Anwesen. 1631 lebte auch der Rechtspraktikant Christoph Schulze im Haus. Nach der Zerstörung der Stadt im Jahr 1631 lag der Hof zunächst wüst. Die Hofstätte kam bereits kurz nach 1631 in anhaltischen Besitz.[13] Der Name war jedoch bereits vor der Zerstörung gebräuchlich, so dass bereits zuvor eine Verbindung bestanden haben wird.[14] Noch um 1800 soll sich ein anhaltisches Wappen am Torweg befunden haben. 1668 wurde er als groß und weit beschrieben. In einer Hütte lebten ein Arbeitsmann und ein Soldat. Zunächst gehörte die Stätte den verschiedenen anhaltischen Fürstenlinien gemeinsam. 1665 erhielt sie dann jedoch Fürst Johann VI. gegen eine Zahlung in Höhe von 600 Talern zum alleinigen Eigentum. 1699 veräußerte sein Sohn Karl Wilhelm das wohl etwas instand gesetzte Grundstück an den Hauptmann Heinrich Gottlieb von Werder. Von ihm erwarb es 1719 der Kaufmann Martin Boenigke aus Leipzig. Schon 1720 ging es an den Landrat Heinrich Siegmund von Bülow, 1731 gehörte es dem Kaufmann Joh. Köpke und seinem Bruder, dem Kanonikus am St. Peter-Paulsstift Paul Friedrich Köpke. Die Brüder veräußerten es in diesem Jahr für 2200 Taler an den Kriegs- und Domänenrat Gottlob Friedrich Meyer. Als Eigentümer folgte Hofrat Pauli, der es seiner Ehefrau Luise Magdalene vererbte. Nach ihr ging es an ihre Kinder, darunter die Tochter Elonore, die Dr. med. Kesler geheiratet hatte. Die Geschwister verkauften das Anwesen 1761 für 6000 Taler an den Geheimen Hofrat und Münzdirektor Joh. Peter Wanney. Dessen fünf Töchter, Frau Major Charlotte von Reinbaben, Frau Kapitän Dorothea Gonthard, Frau Geheim Oberakziserat Amalie von Roux, Frau Philippine von Grolmann und Frau Hauptmann Ernestine von Arnim erbten das Anwesen und verkauften es 1806 für 7800 Taler an Hauptmann Wilhelm Jakob von Haas. Noch im gleichen Jahr trat er das Grundstück an seine Ehefrau Hermine Sophie Auguste von Platen ab. 1811 bestand für das Grundstück ein Arrest. Im Jahr 1823 gehörte das Gebäude Rentmeister Knorrsche und wurde für 12000 Taler für das entstehende preußische Lehrerseminar erworben. An die Königliche Schullehrer-Seminarschule gingen auch die späteren Unternehmer Rudolf Ernst Wolf und Otto Gruson. Das Seminar wurde 1855 nach Barby verlegt und das Haus dann bis 1874 als Kaserne genutzt. Im Jahr 1874 erwarb es der Magdeburger Reiterverein. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg stand das Grundstück leer und wurde in der Zeit der DDR mit einem Garagenkomplex bebaut. Die Garagen wurden 2026 abgerissen. | |
| 28 (alt) 30 (älter) | Bei dem Grundstück handelte es sich um eine alte Vikarienstätte des Sebastianstift. Zunächst unterstand es der Gerichtsbarkeit der Möllenvogtei, ab 1722 des Sebastianstifts. Nach 1631 besitzt es Kanonikus Joh. Magnus von Dachröden. 1699 veräußerte das Stift die wüste Stelle für 200 Taler an den Stiftsdechanten Witte. 1726 verkaufte seine Witwe und die Kinder das neu errichtete Haus samt Hintergebäuden und Garten für 1650 Taler an den Steuersekretär und späteren Steuerrat Christoph Friedrich Leyser, der 1732 nach Burg (bei Magdeburg) versetzt wurde. Das Haus übernahm für 2000 Taler der Stiftssenior Friedrich Schröter. Seine Erben, Frau Kriminalrat Dorothea Klewitz, geborene Schröter sowie sechs Geschwister, verkauften es 1782 für 2250 Taler an den Domvikar und Cythermeister Adam Christoph Röder. Er verstarb 1797, seine Witwe Charlotte Euphrosine, geborene Stockfisch im Jahr 1801. Das Haus ging an seinen Sohn, den geadelten Regierungsrat und Stiftsdechant Joh. Friedrich von Röder, der 1802 an Kriminalrat Adolf Rotaridis verkaufte. | ||
| 29 (alt) 31 (älter) | Auf dem Grundstück befand sich ursprünglich die Hofstätte der Havelberger Suffraganbischöfe. Zum Grundstück gehörte auch die an der Stadtmauer gelegene Egidienkapelle. 1301 wurde der Hof an das Kloster Riddagshausen verkauft. Das Domkapitel Magdeburg bestätigte den Verkauf, so dass das Grundstück wohl der Gerichtsbarkeit des Domkapitels unterstand. Später unterlag es der Gerichtsbarkeit der Domvogtei. Seit dem 16. Jahrhundert befand sich hier wohl eine Kurienstätte des Domkapitels. Das Grundstück lag gegenüber dem Kreuzgang der Sebastianskirche. Im 16. Jahrhundert besaßen den Hof der Graf Hoyer von Barby und der Domherr Joachim von Lattorf. Das Domkapitel überließ den freien Hof 1573 den Gebrüdern Asche sowie Kurt und Christoph von Mahrenholz. Vereinbart war, dass nach ihrem Tod der Hof wieder an das Domkapitel zurück fällt. Eine Zeit lang wohnte Ernst von Mandelslohe hier. Im Jahr 1631 gehörte die Stätte Joh. Bernhard von Rohr. Nach der Zerstörung von 1631 war der Hof zumindest bis 1687 wieder aufgebaut. Zu diesem Zeitpunkt wohnte hier der Zinsschreiber des Domkapitels, 1702 der Aktuarius der Domvogtei Böhme und 1724 der Beamte des Domkapitels Rätzdorf. 1750 wurde der Hof als ehemalige Kurienstätte bezeichnet und diente als Amtsschreiberei des Domkapiels. Diese Funktion blieb bis zur Aufhebung des Kapitels im Jahr 1810 bestehen. Das Haus und die Wohnung des zweiten Rendanten des Domkapitels wurde 1812 vom westfälischen König Jérôme 1812 der Stadt Magdeburg geschenkt, um diese für Einquartierungskosten zu entschädigen. | ||
| Einmündung Westzweig der Max-Josef-Metzger-Straße | |||
| 30 (alt) 32 (älter) | Auf dem Grundstück befanden sich zwei Vikarienstätten des Sebastianstifts. Die im südlichen Teil gelegene war die Sangmeisterei des Stifts. In der Zeit vor 1631 wohnte hier der Choralist David Schreyer, nach ihm der Choralist Joh. Stegmann. Nach der Zerstörung der Stadt von 1631 lag das Grundstück bis 1694 wüst, dann erwarb sie der Magdeburger Stadtkommandant, Oberst Joh. Heinrich von Börstel. Er übernahm die Verpflichtung die Stätte neu zu bebauen. Tatsächlich errichtete er auch ein Haus. Nach 25 Jahren sollte das Grundstück dann an das Sebastianskapitel zurückfallen. Von Börstel erwarb auch das Nachbargrundstück 31 und den nahe gelegenen Magdeburg. Nach dem Tod von Börstels im Jahr 1712 erwarb Anna Katharina Esche das Haus. Zunächst unterstand das Grundstück der Gerichtsbarkeit der Möllenvogtei ab 1722 dann der des Sebastianstifts. Nach ihr gehörte es Fräulein von Welchhausen, die es 1732 für 280 Taler an den Amtsschreiber Rätzdorf veräußerte. 1765 kam es im Wege einer Zwangsversteigerung für 920 Taler an den Akziseeinnehmer Friedrich Wilhelm Gärtner, der es 1769 an Frau Konsistorialrat Kuhn für 1000 Taler verkaufte. Von ihr erbte es 1787 ihre Tochter Sophie Eleonore Kuhn. Im Jahr 1814 wurden die Schuhmacher Schweitzerschen Eheleute als Eigentümer geführt. | ||
| Max-Josef-Metzger-Straße 12 bis 16 | Roncallihaus | siehe Hauptartikel | |
| 31 (alt) 33 (älter) | Auf dem Grundstück befand sich ein Vikarienhaus des Sebastianstifts. 1631 lebte im Haus der Vikar Heinrich Coßmann. Nach der Zerstörung im Jahr 1631 lag die Stätte bis 1694 wüst. In diesem Jahr erwarb der Oberst und Stadtkommandant Joh. Heinrich von Börstel das Grundstück für einen Zeitraum von 25 Jahren mit der Verpflichtung die Stätte zu bebauen. Von Börstel errichtete ein größere Wohnstätte. Ihm gehörten auch angrenzende Grundstücke, so dass er wohl noch weitere Flächen mit zur Nummer 31 nahm. In einem Häuschen auf einem angrenzenden Grundstück lebte der Schumacher Jakob Großkopf. Von Börstel erwarb von ihm 1698 das Häuschen für 50 Taler. Eine weitere Stätte hatte 1631 dem Advokaten in der Altstadt Gregor Damm gehört. Danach lag sie wüst. Von Börstel starb 1712, das Haus gelangte an seinen Bruder, den Oberforstmeister in der Altmark, Kurt von Börstel. Er veräußerte es noch im gleichen Jahr für 1200 Taler an den Kanonikus des Sebastianstifts Joh. Christian Pape. Zunächst unterstand das Grundstück der Gerichtsbarkeit der Möllenvogtei ab 1722 dann der des Sebastianstifts. Im Jahr 1725 wurde der Kriegs- und Domänenrat Kögeler als Eigentümer geführt. Nach einer anderen Angabe verkauft von Pape an eine Tochter des Kriegsrats von Häseler, von der es Frau von Kamecke erwarb. 1765 war dann Oberstleutnant von Kamecke für 2365 Taler Eigentümer. Kammerrat Giesecke übernahm 1768 für 2000 Taler das Anwesen. Im Jahr 1811 gehörte es dem Kaufmann Friedrich Kalisky. 1889 erwarb die katholische Sebastiansgemeinde das Haus Prälatenstraße 31a und richtete dort ein Pfarrhaus ein.[15] Beim Luftangriff auf Magdeburg am 16. Januar 1945 wurde sowohl das Haus der Grauen Schwestern (Nummer 31) als auch das Pfarrhaus zerstört.[16] | ||
| 32 (alt) 34 (älter) | Kreuzhof | siehe Hauptartikel, zum Grundstück gehörte auch der Türkenturm | |
| Max-Josef-Metzger-Straße 13 | Portal vor dem Roncallihaus | siehe Hauptartikel | |
| 33 (alt) 35 (älter) | Zum braunen Roß | Im Mittelalter befand sich hier ein Hof, der 1419 vermutlich Johann von Einbeck gehörte, auf den der Halberstädter Vikar Heinrich Alemann folgte. Später lagen auf dem Grundstück zwei Vikarienstellen des Stifts. Im Jahr 1631 wohnte Joh. von Wapenhans, Advokat in der Magdeburger Altstadt, mit seiner Familie im Haus. Nach der Zerstörung der Stadt im Jahr 1631 wurde das Grundstück 1668 als Wapenhantschens wüste Stelle bezeichnet. Sie wurde erst nach 1700 durch den Stiftsdechanten von Mandelslohe neu bebaut, der von seiner Witwe beerbt wurde. Das Haus unterstand der Gerichtsbarkeit der Möllenvogtei und ab 1722 der des Sebastianstifts. Sie veräußerte das Anwesen 1743 an den Stiftsdechanten August Reiche für 1300 Taler. Im Jahr 1761 erwarb es der Major und Flügeladjutant Karl Friedrich von Dyherr für 5600 Taler. Schon 1762 wurde es an Frau Maria Elisabeth Zimmer, geborene Elt, Ehefrau des Inspektors Daniel Karl Zimmer, verkauft. Sie veräußerte es 1772 für 3100 Taler an Frau Oberstleutnant Elisabeth Friederike von Borck, geborene Baronin von Hünecke, die jedoch 1774 verstarb. Sie vererbte das Anwesen an vier Geschwister von der Gröben in der Neumark. Von ihnen erwarben 1777 die Witwe Marie Agneta von Borg, geborene von Plotho und ihre Schwester, Fräulein Auguste Sabine von Plotho das Anwesen für 4000 Taler. Zum Grundstück gehörte auch ein Hinterhaus und ein bis zu westlich verlaufenden Stadtmauer reichender großer Garten. Nachdem Fräulein von Ploth 1796 verstorben war, übernahm Marie Agneta von Borg das Haus allein. Sie vermachte es testamentarisch ihren Neffen, Generalleutnant Heinrich Friedrich von Borch und Oberst Moritz Leberecht von Borchert. Von den Brüdern erwarb es 1798 für 4500 Taler der Kaufmann Joh. Friedrich Overbeck. 1802 gehörte es dem Medizinalrat Friedrich Wilhelm Voigtel. Später wurde es als Gasthof zum braunen Roß genutzt. | |
| Einmündung des südlichen Zweigs der Max-Josef-Metzger-Straße vormals Heydeckstraße | |||
| Max-Josef-Metzger-Straße 2 34 (alt) 36 (älter) | Sachsenhof | siehe Hauptartikel | |
| Max-Josef-Metzger-Straße 3 35 (alt) 37 (älter) | Max-Josef-Metzger-Straße 3 | siehe Hauptartikel | |
| Breiter Weg 212 | Breiter Weg 212 | siehe Hauptartikel | |
In der Prälatenstraße befand sich auch das Haus Zum grünen Wolf, dessen genaue Lage jedoch keinem Grundstück zugeordnet werden konnte.[17]
Literatur
- Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 359 ff.
- Ernst Neubauer: Häuserbuch der Stadt Magdeburg Teil II, Max Niemeyer Verlag, Halle (Saale) 1956, Seite 108 ff.