Praxe (Aufnahmeritual)
Aufnahmeritual für Studenten in Portugal
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Die Praxe ist ein Aufnahmeritual für die Erstsemesterstudenten an den Universitäten in Portugal. Die Erstsemester werden von den höheren Semestern schikaniert und häufig mit entwürdigenden Tätigkeiten beschäftigt.
Ursprung und Verbreitung
Die „Praxe“ hat ihren Ursprung an der Universität Coimbra im 17. Jahrhundert, jedoch ging es damals weniger darum, Erstsemester zu schikanieren, sondern um die Ahndung von Verbrechen.[1]
Je nach Universitätsstadt gibt es entweder keine Praxe, eine abgeschwächte Version oder sie wird – insbesondere in den älteren Universitätsstädten – besonders stark zelebriert; so in Porto, Coimbra oder Braga. Wichtig festzuhalten ist allerdings auch, dass die Universitäten solche Aufnahmeriten auf ihren Campi verbieten. Auch nehmen viele Studenten gar nicht an ihnen teil, da die Teilnahme freiwillig ist.[1]
Erscheinungsformen
„Es gibt strikte Regeln. Man muss nicht nur die Veteranen respektieren, sondern ihnen auch gehorchen“, erklärt eine 18-jährige Erstsemesterstudentin der Universidade da Beira Interior (UBI) in Covilhã.[1] In Covilhã äußere sich dies in den folgenden 8 Regeln:
- Frischling ist nur einer („Caloiro é só um“).
- Herdengeist („Espírito de manada“).
- Sich immer durchschlagen.
- Respekt ist sehr schön.
- Entlassen heißt nicht gelassen.
- Der Frischling ist asexuell.
- Frischling verrät keinen Veteranen.
- Schwarz brennt. Jeder, der teilnehme, müsse die Regeln im Schlaf können.
Auch gibt es bei der Praxe eine feste Hierarchie, in Covilhã beispielsweise dürfen die Erstsemester die höheren Semester in ihrer traditionellen schwarzen Studententracht nicht berühren. Ebenso gibt es während dieser unterschiedliche Bezeichnungen für die Studenten je Studienjahr (1. Frischlinge, 2. Meister, 3. Großmeister, 4. Veterane, 5. Konsule, 6. Senadorum und im höchsten Studienjahr Imperatorum).[1]
Unfälle
Ende 2013 starben in Lissabon sechs Studierende während der Praxe, nachdem sie als Mutprobe nachts ins kalte Meer an der Praia do Meco baden gingen.[1]