Psychiatrische Klinik Lüneburg

Psychiatrische Klinik in Lüneburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Psychiatrische Klinik Lüneburg gemeinnützige GmbH (Abkürzung: PKL; ehemals Niedersächsisches Landeskrankenhaus Lüneburg) ist sowohl Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik als auch Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie) und der Georg-August-Universität Göttingen (Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie).

Schnelle Fakten
Psychiatrische Klinik Lüneburg
Logo
Rechtsform Gemeinnützige GmbH
Gründung 29. Juni 1901
Sitz Lüneburg, Niedersachsen
Leitung
Mitarbeiterzahl 375 Vollkräfte (Anzahl 437) (31. Dezember 2010)[1]
Umsatz 43 Mio. EUR (2007)[2]
Branche Krankenhäuser
Website www.pk.lueneburg.de
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Schild
Neubau

Das Krankenhaus liegt im Stadtteil Lüneburg-Weststadt der Hansestadt Lüneburg im Land Niedersachsen in einem parkartigen Gelände mit denkmalgeschützten Gebäuden und einem bis zu 100 Jahre alten Baumbestand.[3]

Die Psychiatrische Klinik Lüneburg ist ein Unternehmen im Verbund der Gesundheitsholding Lüneburg.[4]

Geschichte

Bis 1901 legten der Provinzial-Garteninspektor Georg Tatter gemeinsam mit dem Landesforstrat Georg Quaet-Faslem in Lüneburg die rund 190 Hektar umfassenden Gartenanlagen der damaligen Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt für psychisch Kranke an. Dabei schufen sie sowohl private Gartenräume und Wirtschaftsgärten auf dem Areal als auch einen kleinen, halböffentlichen Landschaftspark.[5] Die Psychiatrische Klinik konnte dann bereits am 29. Juni 1901 mit 800 Betten feierlich eröffnet werden.[6][7] Von 1901 bis 1924 war Otto Snell der erste Klinikdirektor.

Zeit des Nationalsozialismus

Im Oktober 1941 ließ der damalige Klinikdirektor Max Bräuner in der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg eine „Kinderfachabteilung“ einrichten, die ab 1943 zunächst von Willi Baumert und anschließend bis April 1945 von Bräuner selbst geleitet wurde. Über 300 Patienten mit psychischen Störungen und Kinder mit Körperbehinderungen wurden zwischen 1941 und 1945 mit Phenobarbital und Morphin umgebracht und somit Opfer der Kinder-Euthanasie.[8][9] Die Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg war für einige hundert Patienten eine „Durchgangsanstalt“ zur zentralen Tötungsanstalt Hadamar sowie 1944 eine Sammelstelle für etwa 70 geisteskranke Ausländer.[10]

Nachkriegszeit

1968 erreichte die Patientenzahl mit mehr als 1600 ihren Höchststand.[7] Seit dem 25. November 2004 beherbergt die Psychiatrische Klinik Lüneburg auf ihrem Gelände im früheren Badehaus am Wasserturm, dem von Weitem sichtbaren Wahrzeichen der Klinik, die Gedenkstätte Lüneburg.[11] 2007 wurde das Niedersächsische Landeskrankenhaus Lüneburg an die Psychiatrische Klinik Lüneburg gGmbH verkauft. Hundertprozentige Gesellschafterin ist die Stadt Lüneburg.[2] Gegen die Privatisierung der Klinik gab es erheblichen Widerstand.[12]

Die Gesundheitsholding Lüneburg, ein Unternehmensverbund, der eine hundertprozentige Tochter der Stadt Lüneburg ist, und unter dessen Dach die Psychiatrische Klinik Lüneburg seit Juli 2007 agiert, schrieb vier Jahre nach dem Start laut Geschäftsführer Sauer schwarze Zahlen und baute die Zahl der Mitarbeiter aus. 2007 erwirtschaftete die Gesundheitsholding Lüneburg ein Ergebnis von 1,1 Millionen Euro. 2010 erreichte sie bereits ein Ergebnis von 2,7 Millionen Euro.[13]

Einrichtung

Luftbild des Klinikgeländes

Gliederung und Organisation

Die Psychiatrische Klinik Lüneburg ist in vier Kliniken, zwei Heime und weitere übergreifende Angebote gegliedert:[4][14]

Das Krankenhaus in Zahlen

Die Psychiatrische Klinik Lüneburg hatte im Jahr 2016 410 Betten. 3375 Fälle wurden voll- und 1150 Fälle teilstationär behandelt. 20442 Fälle wurden ambulant in den Psychiatrischen Institutsambulanzen versorgt.[19]

Behandlungsschwerpunkte

Gebäude
Häuser

Beispielhaft für die Behandlungsschwerpunkte der Psychiatrischen Klinik Lüneburg seien die Behandlungsschwerpunkte auf den Stationen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (KPP) genannt:

Sonstiges

Im Foyer des Hauses 48 befindet sich ein elektronisches Informationsangebot (Automat) zum Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband.

In Haus 48 gibt es ferner den sogenannten „Ransohoff-Saal“, der dem jüdischen Nervenarzt und Psychiater Nathan Albert Ransohoff gewidmet ist.

Siehe auch

Literatur

  • Niedersächsisches Landeskrankenhaus Lüneburg (Hrsg.): 100 Jahre Niedersächsisches Landeskrankenhaus Lüneburg, 1. Auflage, Lüneburg 2001. (Festschrift)
  • Lutz Kaelber, Landesheil- und Pflegeanstalt Lüneburg (englisch)
  • Dietrich Banse, Sebastian Stierl: Nathan Albert Ransohoff (1872–1951). Leben und Wirken eines Lüneburger Arztes. Hrsg.: „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg e. V. 1. Auflage. Wortwechsel, 2017, ISBN 978-3-935663-31-1.

Einzelnachweise

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