Wikiwand AI

Ptolemaios VI.

6. König von Ägypten während der Ptolemäerzeit From Wikipedia, the free encyclopedia

Ptolemaios VI. Philometor (altgriechisch Πτολεμαῖος Φιλομήτωρ Ptolemaíos Philomḗtōr, deutsch der Mutterliebende; † 145 v. Chr. in Syrien) aus der Dynastie der Ptolemäer war Pharao (König) von Ägypten von 180 bis 164 und 163 bis 145 v. Chr., Sohn Ptolemaios’ V. und Kleopatras I., bis 176 v. Chr. unter Vormundschaftsregierung seiner Mutter, daher sein Beiname.

Schnelle Fakten Namen von Ptolemaios VI. ...
Namen von Ptolemaios VI.

Abbildung auf dem Ring des Ptolemaios VI.
Thronname
M23
X1
L2
X1
R8pr
r
D54
R8F44
N35
Q3
X1
V28xpr
r
U21
N35
C2C12D4
Aa11
Iua-en-netjerui-perui Setep-en-Ptah-Chepri iri-maat-en-Amun-Re
Jwˁ-n-nṯrwj-prwj stp-n-Ptḥ-Ḫprj jrj-m3ˁt-Jmn-Rˁ
Erbe der zwei Götterhäuser, Auserwählter des Ptah, der Wahres macht für Amun-Re
Eigenname
p
t
wAl
M
iis
Ptolemaios
Ptwlmys
Q3
X1
V4E23
Aa15
M17M17S29S34D&t&tA Q3
X1
V28U6
Ptolemaios anch djed meri Ptah
Ptwlmys ˁnḫ ḏt mrj Ptḥ
Ptolemäus, der ewig lebende, Geliebter von Ptah
Schließen

Zeit der Vormundschaft

Nach der Ermordung seines Vaters erbte Ptolemaios VI. sehr jung die Herrschaft. Zunächst übernahm seine Mutter die Macht. Ihre starke Position in diesen Jahren zeigt sich darin, dass sie in Datierungsformeln teilweise vor ihrem Sohn genannt wird und dieser mit dem Beinamen Philometor („der Mutterliebende“) versehen wurde. Die aggressive Politik Ptolemaios’ V. gegenüber dem benachbarten Seleukidenreich setzte Kleopatra I. als Witwe nicht fort, nicht zuletzt vermutlich weil sie selbst aus der seleukidischen Herrscherfamilie stammte.[1] Nach Kleopatras Tod wohl 176 v. Chr. übernahmen die Höflinge Lenaios und Eulaios die Vormund- und Regentschaft.

Um 175 v. Chr. heiratete Ptolemaios VI. seine Schwester Kleopatra II. Fünf Jahre später provozierten Ptolemaios’ Regenten den 6. Syrischen Krieg (169/168 v. Chr.) gegen das Seleukidenreich unter Antiochos IV. Kurz nach Beginn des Krieges 170 v. Chr. wurde Ptolemaios für mündig erklärt; seine Frau/Schwester Kleopatra II. und sein jüngerer Bruder Ptolemaios VIII. wurden ihm als Mitregenten zur Seite gestellt.

Regentschaft

Der Krieg gegen das Seleukidenreich verlief zunächst ungünstig. Durch ein römisches Ultimatum (sogenannter Tag von Eleusis) konnte Antiochos IV., der weite Teile Ägyptens besetzt hatte und sich 169 v. Chr. angeblich sogar in Memphis zum ägyptischen König hatte krönen lassen, im Jahre 168 v. Chr. jedoch wieder aus Ägypten verdrängt werden. In den Jahren darauf kam es zu mehreren Unruhen in Ägypten, zunächst unter Dionysios Petosarapis in Alexandria, kurz darauf unter anderem im Fayum und der Thebais.

164 v. Chr. vertrieb Ptolemaios VIII. den älteren Bruder aus Ägypten, der daraufhin in Rom um Unterstützung ansuchte. Ein Jahr später konnte Ptolemaios VI., von den Alexandrinern zurückgerufen, in sein Reich zurückkehren. Anschließend wurde das Reich aufgeteilt, wobei Ptolemaios VI. das Kernreich und Ptolemaios VIII. die Kyrenaika erhielten.

In der Folgezeit konnte Ptolemaios VI. Zypern gegen die Ansprüche seines jüngeren Bruders behaupten. Nach dem Tode des Seleukidenkönigs Demetrios I. im Jahr 150 v. Chr. griff Ptolemaios VI. in den seleukidischen Thronfolgestreit ein und war zuerst gegen, dann für den rechtmäßigen Erben Demetrios II. Ptolemaios VI. starb 145 v. Chr. unter ungeklärten Umständen, nur drei Tage nach einer Schlacht in Syrien, welche mit dem endgültigen Sieg über Alexander I. Balas, den Gegenspieler Demetrios’ II., endete. De facto waren das syrische Seleukidenreich und Ägypten für diese drei Tage wieder unter einem Herrscher vereint – das erste Mal seit dem Tode Alexanders des Großen.

Seine Tochter, Kleopatra Thea, heiratete Demetrios II., der auch mit Rhodogune, der Schwester des Partherkönigs Phraates II., verheiratet war.

Bautätigkeit

Unter der Herrschaft Ptolemaios’ VI. begann der Bau der Tempelanlagen auf Philae und vermutlich Kom Ombo.

Literatur

  • Marco Frenschkowski: Ptolemaios VI. Philometor. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 7, Bautz, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-048-4, Sp. 1036–1038.
  • Lukas Kainz: Die umstrittenen Könige: Untersuchungen zur Stabilität des ptolemäischen Königtums. Von der Thronbesteigung Ptolemaios’ II. bis zum Tod Ptolemaios’ VI. (283/82–145 v. Chr.) (= Studien zur Geschichtsforschung des Altertums. Band 46). Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2022, ISBN 978-3-339-13044-0, S. 309–353.
  • Eddy Lanciers: Die Stele CG 22184: Ein Priesterdekret aus der Regierungszeit des Ptolemaios VI. Philometor. In: Göttinger Miszellen. (GM) Heft 95, Göttingen 1987, S. 53–62.
  • Walter Otto: Zur Geschichte der Zeit des 6. Ptolemäers. Ein Beitrag zur Politik und zum Staatsrecht des Hellenismus (= Abhandlungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Historische Abteilung. Neue Folge, Heft 11). Verlag der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München 1934.
  • Thomas Schneider: Lexikon der Pharaonen. Albatros, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96053-3, S. 216–219.

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks