Public Domain Day
internationaler Aktionstag zum Übergang von Werken in die Gemeinfreiheit bei Ablauf der urheberrechtlichen Regelschutzfrist
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Public Domain Day (deutsch Tag der Gemeinfreiheit) ist ein internationaler Aktionstag, an dem das Urheberrecht an bestimmten Werken erlischt und diese in die sogenannte Public Domain (deutsch etwa: Gemeinfreiheit) übergehen.[1] Dieser Übergang erfolgt normalerweise jedes Jahr am 1. Januar, abhängig von der jeweiligen Regelschutzfrist des Landes.[1]

Geschichte
Die Feierlichkeiten zum Public Domain Day waren ursprünglich informell; die früheste bekannte Erwähnung erfolgte 2004 durch den kanadischen Public-Domain-Aktivisten Wallace McLean,[2] dem sich der US-amerikanische Urheberrechtler Lawrence Lessig als Unterstützer anschloss.[3] Seit dem 1. Januar 2010 listet eine Website zum Public Domain Day die Autorinnen und Autoren auf, deren Werke jeweils in die Gemeinfreiheit übergehen.[4] In mehreren Ländern finden rund um diesen Tag Aktionen verschiedener Organisationen unter dem Namen Public Domain Day statt.
Feiern

Es ist nicht eindeutig, wann der Public Domain Day erstmals Beachtung fand. Er wurde 2004 von Lawrence Lessig erwähnt[3], wird jedoch auch vom Project Gutenberg genannt[1] und von Creative Commons unterstützt.[5] Veranstaltungen zum Public Domain Day fanden zu verschiedenen Zeiten in Polen, Deutschland, der Schweiz, Italien und Israel statt.[6][7]
Im Januar 2011 startete die Open Knowledge Foundation anlässlich des Public Domain Day die The Public Domain Review, eine webbasierte Übersicht von Werken, die in die Gemeinfreiheit übergegangen sind.[8][9]
Im Januar 2012 wurde in Warschau eine Feier angekündigt[10] und das erste Mal in Krakau abgehalten,[11] wo seitdem jährlich an diesem Tag Aktivitäten von Nichtregierungsorganisationen (wie der Koalicja Otwartej Edukacji und der Open Society Foundations) sowie anderen Unterstützern organisiert werden.[12][13]
Weitere Feiern weltweit:[14]
- Schweiz: Public Domain Jam, Zürich
- Israel: PD Day Celebration in der Universität Haifa, Haifa
- Mazedonien: Feiern und öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen für Public Domain
- Italien:
- Frankreich: Journée du domaine public, Paris
Hintergrund: Public Domain
Die Regelschutzfrist für das Urheberrecht wird im Allgemeinen als die Lebenszeit des Autors plus eine bestimmte Anzahl von Jahren nach dessen Tod festgelegt (pma, lateinisch post mortem auctoris).[15] In der Europäischen Union[16], der Schweiz und vielen anderen Jurisdiktionen beträgt diese Frist 70 Jahre.[15][17] Nach Ablauf dieses Zeitraums werden die Werke des Autors vollständig gemeinfrei, sodass jedermann sie ohne vorherige Autorisierung zu beliebigen Zwecken nutzen kann.[15] Rechtlich erfolgt dieser Übergang am Neujahrstag (1. Januar).[18] So gingen beispielsweise in diesen Ländern die Werke von Autoren weltweit, die im Jahr 1936 starben, am 1. Januar 2007 in die Gemeinfreiheit über.
Da Gemeinfreiheitsrechte je nach Jurisdiktion variieren, erfolgt der Übergang eines Werkes in die Gemeinfreiheit nicht weltweit.[19] Die bemerkenswerteste Ausnahme stellen die Vereinigten Staaten dar, wo von 1978 bis 2019 keine veröffentlichten Werke automatisch in die Gemeinfreiheit übergingen.[19][20]
Das Urheberrecht in Australien ist sogar noch restriktiver; dort ist bis 2026 kein Public Domain Day möglich.[21]
Ein Großteil Europas wird Zeuge des Übergangs verschiedenster Werke in die Gemeinfreiheit, ebenso wie Kanada und Neuseeland.[3][15][19] Viele weitere Werke würden in die Gemeinfreiheit übergehen, wenn die Regelschutzfrist in den letzten Jahrzehnten nicht mehrfach verlängert worden wäre.[22]
Der Public Domain Day würdigte 2010 den Übergang in die Gemeinfreiheit zahlreicher Werke in vielen Ländern – darunter die von Sigmund Freud, William Butler Yeats, Ford Madox Ford und Arthur Rackham.[1] 2011 wurde unter anderem die Gemeinfreiheit der Werke von Isaak Babel, Walter Benjamin, John Buchan, Michail Bulgakow, F. Scott Fitzgerald, Emma Goldman, Paul Klee, Selma Lagerlöf, Leo Trotzki, Vito Volterra und Nathanael West.[23]