Puch (Gemeinde Weißenstein)
Ortschaft im Bezirk Villach-Land
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Puch ist ein Dorf, eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde in der Gemeinde Weißenstein mit 613 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026[1]) im Bezirk Villach-Land in Kärnten, Österreich.
| Puch (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Puch | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Villach-Land (VL), Kärnten | |
| Pol. Gemeinde | Weißenstein | |
| Koordinaten | 46° 39′ 51″ N, 13° 45′ 59″ O | |
| Einwohner der Ortschaft | 613 (1. Jän. 2026) | |
| Fläche d. KG | 13,81 km² (31. Dez. 2023) | |
| Postleitzahl | 9722 Puch | |
| Vorwahl | +43/4245 (Weißenstein) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 02567 | |
| Katastralgemeindenummer | 75211 | |
| Zählsprengel/ -bezirk | 002 (20726) | |
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; KAGIS | ||
Etymologie
Der Ortsname „Puch“ geht auf die frühslawische Bezeichnung „Pöcha“ zurück, was so viel wie „Siedlung bei den Buchen“ bedeutet. Der Name weist damit auf den einstigen Baumbestand der Siedlung hin und ist eines der ältesten slawisch geprägten Ortsnamen der Region.
Geografie
Geografische Lage
Puch liegt im Unteren Drautal im Bezirk Villach-Land in Kärnten, etwa nordwestlich von Villach, und befindet sich auf dem linken, nördlichen Ufer der Drau. Die Ortschaft erstreckt sich auf einem Schuttkegel, der nach historischen Überlieferungen durch eine Unwetterkatastrophe im Bereich der Zauchenalm und des Zauchenbaches entstand. Die geografischen Koordinaten liegen bei etwa 46° 39′ 50″ N, 13° 45′ 54″ O.
Im Norden und Nordosten erheben sich die Ausläufer der Nockberge, im Süden, jenseits der Drau, grenzt das Gebiet an die Gailtaler Alpen. Der nahe gelegene Kölbl sowie der Wollanigberg prägen das Landschaftsbild östlich der Ortschaft. Benachbarte Orte sind Gummern im Westen sowie Weißenstein und Kellerberg im Osten.
Durch das Ortsgebiet verläuft die Drautalstraße (B 100), die das Drautal entlang der Drau erschließt. Die Ortschaft verfügt mit der Haltestelle Puch an der Drautalbahn über einen direkten Anschluss an das öffentliche Bahnnetz; diese wird von der S-Bahn-Linie S1 bedient. Zusätzlich ist Puch über die Tauern Autobahn (A 10) mit der Auffahrt Villach West erreichbar.
Geschichte
Der Ortsname geht auf die früheste Bezeichnung „Pöcha“ zurück, was „Siedlung bei den Buchen“ bedeutet. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert auf den 9. September 878. Die Gegend dürfte nach dem Ende der Slawenherrschaft um 590 n. Chr. dichter besiedelt worden sein. Allen Anzeichen nach war Puch eine Knappensiedlung; die Bewohner arbeiteten vermutlich in den nahegelegenen Bergbaugebieten am Kölbl, in Gummern, auf der Ochsenhalt und auf der Wollaniger Höhe, wo Eisenerz abgebaut wurde.
Puch ist als Fundort von Grabbauten aus der Römerzeit bekannt. Bei Grabungseinsätzen wurden Gefäßbruchstücke aus dem 1. Jahrhundert sowie eine Bronzemünze des Kaisers Gallienus (268 n. Chr.) freigelegt. Die Fundstücke sind im Museum der Stadt Villach zu sehen. Im Oktober 1941 entdeckte man bei Straßenverbreiterungsarbeiten auf der Strecke von Puch ins Krastal ein frühdeutsches Grab aus dem 10. Jahrhundert mit Grabbeigaben wie Schläfenringen aus Bronze, einem Fingerring und zwei Messern aus Eisen.
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 2021 | 615 |
| 2025 | 626 |
Wirtschaft
Die wirtschaftliche Geschichte Puchs ist eng mit dem regionalen Bergbau verbunden. Die Bewohner arbeiteten vermutlich in den umliegenden Bergbaugebieten am Kölbl, in Gummern, auf der Ochsenhalt und auf der Wollaniger Höhe, wo Eisenerz gefördert wurde. In unmittelbarer Nähe befindet sich in Gummern das Kalkwerk der OMYA GmbH, der größte und bedeutendste Marmorbruch Kärntens, der kristallinischen Kalk für die österreichische, süddeutsche und norditalienische Industrie liefert.
Infrastruktur
Verkehr
Die Haltestelle Puch wird von der S-Bahn-Linie S1 bedient. Die Haltestellen Puch Bahnübersetzung, ~Gh Staber und ~Raika werden von der Buslinie 5173 angefahren.
Bildung und Kinderbetreuung
Im Ort befindet sich ein Kindergarten der Marktgemeinde Weißenstein.
Freizeit
Das gemeindeeigene Naturschwimmbad Puch (Krastalstraße 16) ist ein naturbelassenes Bad mit zwei Schwimmteichen, einer Liegewiese, einem Volleyballplatz sowie einem Kiosk-Restaurant. Das Wasser wird ohne chemische Zusätze aufbereitet. Das Bad ist von Juni bis September geöffnet.
Sehenswürdigkeiten
- Die Fußgänger- und Radbrücke Puch–Töplitsch überspannt die Drau barrierefrei und gilt als architektonisches Highlight der Region. Von der Brücke aus bietet sich ein weiter Blick ins Drautal.
- Die Skulpturenstraße führt vom Drauradweg (R 1) durch das Krastal bis zum Ossiacher See und präsentiert an 15 Standorten Werke aus weißem Krastaler Marmor, geschaffen von lokalen Künstlerinnen und Künstlern.
- Das Naturschwimmbad Puch (Krastalstraße 16) ist ein naturbelassenes Bad mit zwei Schwimmteichen und Liegewiese.
Jakobsweg
Durch das Gemeindegebiet von Weißenstein, und damit auch durch Puch, verläuft der Kärntner Jakobsweg. Dieser führt entlang der Drau von Lavamünd bis nach Oberdrauburg, wo er in den Tiroler Jakobsweg übergeht. Die Strecke durch die Gemeinde Weißenstein gilt als eine der landschaftlich reizvollsten Etappen der gesamten Kärntner Pilgerroute.
Organisationen
Im Ort befindet sich die Evangelische Kirche Puch, deren Geschichte bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Der Bau des zugehörigen Bethauses begann 1783; das heutige Kirchengebäude wurde zwischen 1840 und 1850 errichtet und 1937 um einen Glockenturm ergänzt. Die Freiwillige Feuerwehr Puch hat ihren Standort ebenfalls im Ort und kann auf mehrere Landesmeistertitel sowie internationale Auszeichnungen bei den CTIF-Weltmeisterschaften verweisen.
- Feuerwehr Puch
- ev. Kirche Puch Weissenstein
