Puerto-Rico-Vireo
Art der Gattung Vireos (Vireonidae)
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Der Puerto-Rico-Vireo (Vireo latimeri) ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).[1][2]
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Puerto-Rico-Vireo | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Vireo latimeri | ||||||||||||
| Baird, 1866 |

Der Vogel ist endemisch im Inselstaat Puerto Rico.
Der Lebensraum umfasst eine Vielzahl von baumbestandenen Habitaten von trockener Buschlandschaft an den Küsten, Mangroven bis in bergige Lagen. Lediglich Unterwuchs und ein gewisser Schutz durch Wipfel werden benötigt.[3]
Der Artzusatz bezieht sich auf den US-amerikanischen Konsul in Puerto Rico George Latimer (1803–1874).[4]
Merkmale
Die Art ist mit etwa 12 cm und einem Gewicht von 11–12 g ein kleiner Vertreter seiner Gattung mit kräftigem, hakenförmigem Schnabel. Kopfkappe und Nacken sind graubraun, im Gegensatz zur wärmer olivbraunen Oberseite einschließlich Flügel und Schwanz. Die Ohrdecken sind etwas blasser als die Kopfkappe. Der weiße Augenring ist schnabelseitig unterbrochen und geht in einen deutlichen weißlichen Überaugenstreif über. Die großen Armdecken können etwas hellere Spitzen aufweisen, ohne dass eine erkennbare Flügelbinde entstünde. Kinn, Kehle und Brust sind grauweiß, in blasses Gelb an den Flanken, der Unterseite und an der Schwanzunterseite übergehend. Die Seiten sind kräftiger gelb gefärbt. Die Iris ist braun.
Jungvögel sind matter gefärbt, Scheitel und Nacken sind hell braun bis rehbraun gegenüber dem dunkleren Braun an Rücken, Bürzel, Oberschwanzdecken und kleinen Armdecken. Die Armdecken bilden zwei undeutliche gelbbraune Binden. Die Unterseite ist matt weiß und geht an Flanken und Schwanzunterseite in blasses Gelb über. Die Iris ist braun bis rotbraun, der Schnabel blass braun, an der Basis heller. Die Füße sind bläulich grau.
Als einziger anderer Vireo brütet der Bartvireo (Vireo altiloquus) in Puerto Rico. Der hat aber keinen Augenring, eine deutlich unterschiedliche Kopfzeichnung mit breitem Überaugenstreif, dunkel Augenstreif und Zügel abgesetzt gegen blasse Ohrdecken. Auch ist der Gesang ziemlich unterschiedlich. Der Weißaugenvireo (Vireo griseus) und der Gelbkehlvireo (Vireo flavifrons) können vereinzelt während des Winters auf der Insel vorkommen, aber nicht während der Brutsaison. Ebenso kann der Rotaugenvireo (Vireo olivaceus) manchmal während des Herbstzuges, seltener während des Frühjahres vorkommen. Alle drei Arten sehen deutlich anders aus und auch die Lautäußerungen sind unterschiedlich.[3]
Geografische Variation
Die Art ist monotypisch.
Stimme
Die Lautäußerungen bestehen wie bei vielen anderen Vireos aus wiederholten Phrasen aus 3 bis 4 Tönen, jeweils mit Pausen getrennt. Der Gesang kann beschrieben werden als „Bien-te-veo“ (Ich sehe dich gut) oder als „Julian chi-vi“, wie der Vogel vor Ort genannt wird. Hinzu kommt ein rasselndes „chur-chur-churr-rr“. Beide Altvögel singen während der Brutzeit.[3]
Lebensweise
Die Art ist ein Standvogel und vermutlich monogam zumindest während einer Brutsaison. Die Nahrung besteht sowohl aus Wirbellosen als auch Pflanzen, die auf allen Vegetationshöhen gesucht werden, aber häufiger erdbodennah im Gebüsch. Meist werden Blätter abgesucht, mitunter wird aber auch mit kleinen Sprüngen oder aus dem Fluge gejagt.
Die Brutzeit beginnt Anfang April und endet im August. Das Nest ist eine offene Schale aus Grashalmen oder Zweigen, mit Spinnweben zusammengehalten und mit dünnerem Gras ausgelegt, außen mit Moosen und anderem pflanzlichem Material getarnt und hängt an einer kleinen Astgabel. Das Gelege besteht aus 2–3 blass rosafarbenen Eiern mit rötlich braunen Flecken. Beide Elternvögel brüten. Wahrscheinlich spielen Nesträuber wie die Perlaugen-Spottdrossel (Margarops fuscatus) und der Seidenkuhstärling (Molothrus bonariensis) eine Rolle beim Bruterfolg.[3][5]
Gefährdungssituation
Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).[6]
Literatur
- S. F. Baird: Vireo latimeri. In: Review of American birds in the museum of the Smithsonian Institution, Band 1, S. 364, 1866, Biodiversity Library
- C. B. Cory: The Birds of the West Indies, including the Bahama Islands, the Greater and the Lesser Antilles, excepting the Islands of Tobago and Trinidad. In: The Auk, Band 3, Nummer 2, A886, S. 187, 1886,
Weblinks
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Puerto-Rico-Vireo (Vireo latimeri)
- Puerto-Rico-Vireo (Vireo latimeri) auf eBird.org
- BirdLife International: Species Factsheet – Puerto-rican-vireo (Vireo-latimeri)
- Puerto-Rico-Vireo auf oiseaux.net (französisch)
- Macaulay Library
- Vireo latimeri im Integrated Taxonomic Information System (ITIS). Abgerufen am 15. Januar 2026.