Pumpe
Gerät zur Beförderung von Fluiden
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Pumpen sind Maschinen zur Förderung von Fluiden. Darüber hinaus werden sie auch zur Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit sowie der Erzeugung von Überdruck oder Vakuum verwendet.[1] Pumpen wandeln als Arbeitsmaschinen (Fluidenergiemaschinen) eine Antriebsleistung in Bewegungsenergie eines Fluids um. Grob unterschieden wird in Kreiselpumpen, die Fluide mittels Zentrifugalkraft fördern, und Verdrängerpumpen, die Fluide durch Verdrängung fördern.

Abgrenzung

Klassische Pumpen dienen zum Transport von (nahezu) inkompressiblen Fluiden. Fluide werden als inkompressibel bezeichnet, wenn sie ihr Volumen unter Druck beibehalten. Das ist gültig für Flüssigkeiten, betrifft aber auch Flüssigkeit-Feststoff-Gemische (Suspensionen), Pasten und Flüssigkeiten mit geringem Gasanteil.
Kompressible Fluide sind in der Regel Gase, die ihr Volumen ändern, wenn sie unter Druck gesetzt werden. Kompressible Fluide werden entweder mit Gebläse oder Verdichter befördert. Man spricht von einem Gebläse, wenn Volumen ohne nennenswerten Druck gefördert wird (zum Beispiel Tischventilatoren oder Staubsauger), oder von einem Verdichter, wenn Gas auf hohen Druck komprimiert wird. Verdichter arbeiten ähnlich wie klassische Pumpen, auch das Fördern von Gasen kann als Pumpen bezeichnet werden.[1]
Einteilung der Pumpen
Pumpen werden nach ihrem Funktionsprinzip in zwei wesentliche Hauptgruppen unterteilt: Verdrängerpumpen und Kreiselpumpen.[1]
Kreiselpumpen

Bei Kreiselpumpen wird die Flüssigkeit mithilfe der Zentrifugalkraft gefördert. Sie bestehen aus einem Laufrad in einem Pumpengehäuse, an dem Schaufeln befestigt sind. Das Fluid wird dabei vom Zentrum des Laufrads nach außen beschleunigt und Bewegungs- bzw. Druckenergie auf das Fluid übertragen. Im Gegensatz zu Kolbenpumpen fördern Kreiselpumpen das Fluid kontinuierlich. In Betrieb müssen außerdem keine Ventile geöffnet oder geschlossen werden. Allerdings können sie das Fluid nicht selbst ansaugen, sie müssen zur Inbetriebnahme gefüllt werden. Außerdem fließt bei Stillstand das Fluid zurück, das kann durch Einbau von Rückschlagventilen verhindert werden.[2]
Sie lassen sich je nach Strömungsrichtung in die folgenden Bauformen gliedern:
Verdrängerpumpen


Verdrängerpumpen werden in oszillierende Verdrängerpumpen und Umlaufkolbenpumpen unterschieden.
Oszillierende Verdrängerpumpen fördern Fluide durch das periodische Vergrößern und Verkleinern eines Arbeitsraums. Synchron dazu öffnen sich Druck- und Saugventile, sodass das Fluid zuerst angesaugt und dann durch Verdrängung gepumpt wird. Es entsteht ein pulsartiger Förderstrom, der bei Bedarf in einem weiteren Schritt (zum Beispiel in einem Windkessel) geglättet werden kann. Das klassische Beispiel dieses Pumpentyps ist die Hubkolbenpumpe, bei der ein Kolben in einem Zylinder erst Flüssigkeit ansaugt und diese danach wieder verdrängt, wodurch sie gefördert wird.[1] Bei der Membranpumpe ist der Zylinder mit dem Kolben durch eine Kunststoffmembran vom Rest der Pumpe abgetrennt, deshalb wird sie vor allem für aggressive Förderstoffe verwendet.[2]
In Umlaufkolbenpumpen fördern rotierende oder taumelnde Einbauten das Fluid vom Ansaugstutzen zum Druckstutzen. Eine einfache Variante dieser Pumpe ist die Zahnradpumpe, bei der zwei gegenläufig betriebene Zahnräder das Fluid fördern. Es können auch rotierende Einbauten (Rotationskolbenpumpen) oder Schrauben (Archimedische Schraube) verwendet werden.[1]
Typen oszillierender Verdrängerpumpen:
- Membranpumpen
- Kolbenpumpen
- Axialkolbenpumpen (z. B. Ausführung „Schrägscheibe“ oder „Schrägachse“)
- Hubkolbenpumpen (z. B. Dickstoffpumpen, Kraftstoff-Dosierpumpen, Einspritzpumpe)
- pneumohydraulischer Druckübersetzer (auch Druckmultiplikator genannt)
- Radialkolbenpumpen
Typen von Umlaufkolbenpumpen:
- Rotationskolbenpumpen
- Drehkolbenpumpen
- Drehschieberpumpen
- Kreiskolbenpumpen
- Zahnradpumpen
- Schlauchpumpen (auch Peristaltikpumpen genannt)
- Exzenterschneckenpumpen
- Förderschnecken (Archimedische Schraube)
- Impellerpumpe
- Kettenpumpen
- Schraubenspindelpumpen (auch Schraubenpumpen, Wendelkolbenpumpe oder Schraubenverdichter genannt)
Weitere Konstruktionen
Eine Sonderstellung nehmen die Strahlpumpen ein. Bei ihnen wird das zu fördernde Medium durch einen Gas-, Dampf- oder Flüssigkeitsstrahl beschleunigt. Sie nutzen zwar strömungsdynamische Vorgänge, werden aber dennoch zumeist zu den Verdrängerpumpen gerechnet.
Diese sind beispielsweise:
- Wasserstrahlpumpe (verwendet Wasser zur Förderung von Luft oder Wasser)
- Dampfstrahlpumpe (verwendet Gas zur Förderung von Luft oder Wasser)
Weitere Förderprinzipien sind:
- Mammutpumpe oder Blasenpumpe (Förderung durch aufsteigende Gasblase als Kolben)
- Stoßheber (Hydraulischer Widder) (verwendet Wasser zur Förderung von Wasser)
- Pferdekopfpumpe (Tiefpumpe)
Darüber hinaus gibt es weitere, zum Teil exotische Konstruktionen, welche elektromagnetische oder andere physikalische Eigenschaften des Fördermediums zur Energieübertragung nutzen.
Beispiele hierfür:
Anwendungen


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NPSH-Wert und der Unterschied zu „Haltedruckhöhe“
„Net Positive Suction Head“ (NPSH) ist ein aus den USA stammender Begriff und bedeutet – frei übersetzt – etwa Mindestzulaufhöhe über Sättigungsdruck. Nach DIN EN ISO 17769 lautet der entsprechende deutsche Ausdruck Haltedruckhöhe. NPSH wird in Meter (m) angegeben.
Haltedruckhöhe und NPSH-Wert sind wegen unterschiedlicher Bezugspunkte nicht gleichwertig.
So wird bei NPSH der Druckunterschied zwischen Dampfdruck und dem Druck am Saugstutzeneingang der Pumpe verglichen. Während bei der „Haltedruckhöhe“ der Dampfdruck mit dem Druck am Laufradeingang verglichen wird.
Es wird zwischen Haltedruckhöhe der Pumpe (NPSHR [required] oder NPSHerf.) und Haltedruckhöhe der Anlage (NPSHA [available] oder NPSHvorh.) unterschieden.
Erforderlicher NPSH (Haltedruckhöhe der Pumpe)
Die Haltedruckhöhe der Pumpe oder NPSHerf. entspricht dem Gesamtdruckabfall vom Saugstutzen (Liefergrenze) der Pumpe bis zum Laufradeintritt (Druckerhöhungszone im Laufrad) und kennzeichnet die Saugfähigkeit der Pumpe.
Beispiel: NPSHerf. = 2 m bedeutet, dass die Druckverluste vom Pumpenansaugstutzen bis zum Laufradeintritt (inkl. Beschleunigungsverluste) einer Druckhöhe von 2 m Wassersäule entsprechen.
Wird die Haltedruckhöhe der Pumpe (NPSHerf.) während des Betriebes unterschritten, kommt es zu einer örtlichen Unterschreitung des Verdampfungsdruckes der Förderflüssigkeit und somit zur Kavitation (Dampfbildung mit nachfolgender schlagartiger Kondensation in der Druckerhöhungszone der Pumpe). Die Kavitation kann einen Abfall der Förderleistung und des Wirkungsgrades, unruhigen Lauf und Beschädigung der Pumpeninnenteile durch Materialabtrag (sog. Abrasion) bewirken.
Die Haltedruckhöhe der Pumpe ist über den Sättigungsdampfdruck der Förderflüssigkeit abhängig von der Temperatur. Sie ändert sich jedoch bei jeder Pumpe mit Förderstrom und Drehzahl. NPSHerf. wird vom Pumpenhersteller meist entweder für einen bestimmten Betriebspunkt der Pumpe als Zahlenwert genannt oder im Zusammenhang mit einer Leistungskennlinie in Form einer Kurve dargestellt.
Vorhandener NPSH (Haltedruckhöhe der Anlage)
Der vorhandene NPSH-Wert fasst alle auf den Druck am Saugstutzen der Pumpe Einfluss nehmenden Einzeldaten der Pumpenanlage, wie Dichte, Temperatur und Dampfdruck des Fördermediums, Druckverluste in der Saugleitung, Druck im Ansaugbehälter und geodätische Saug- bzw. Zulaufhöhe für einen bestimmten Förderstrom in einem einzigen Zahlenwert zusammen.
Beispiel: NPSHvorh. = 4 m sagt aus, dass die Förderflüssigkeit am Saugstutzen der Pumpe gemessen noch positiv 4 m Wassersäule vom Verdampfungsdruck entfernt liegt.
Für den Druck am Saugstutzen gilt (betrachtet wird nur die Saugseite):
Es kommt zur Dampfbildung und somit zur Kavitation, wenn der Dampfdruck gleich dem Druck am Saugstutzen wird, d. h., wenn NPSHvorh. 0 geht.
Da die Haltedruckhöhe der Pumpe (NPSHerf.) nicht unterschritten werden darf, muss also der Wert für NPSHvorh. mindestens gleich groß sein, besser etwas größer sein als derjenige der Pumpe.
Gegebenenfalls muss der Ansaugbehälter höher oder die Pumpe tiefer aufgestellt, die Nennweite der Ansaugleitung größer dimensioniert oder der Druck im Ansaugbehälter erhöht werden.[3]
Literatur
- Hellmuth Schulz: Die Pumpen: Arbeitsweise, Berechnung, Konstruktion. 13., neubearb. Aufl., Springer, Berlin 1977, ISBN 3-540-08098-8.
- Dietmar Palloks: Pumpen. In: Form + Zweck, Berlin, 2/1982, S. 35–36
- G. Vetter (Hrsg.): Pumpen. 2. Ausg., Vulkan-Verlag, Essen 1992, ISBN 3-8027-2696-0.