Pyrenäen-Gamander

Art der Gattung Gamander (Teucrium) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Pyrenäen-Gamander (Teucrium pyrenaicum)[1] ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gamander (Teucrium) in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).[2] Der niedrige Halbstrauch ist in Nordspanien und Südwestfrankreich verbreitet und wird selten als Zierpflanze verwendet.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Pyrenäen-Gamander

Pyrenäen-Gamander (Teucrium pyrenaicum)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Ajugoideae
Gattung: Gamander (Teucrium)
Art: Pyrenäen-Gamander
Wissenschaftlicher Name
Teucrium pyrenaicum
L.
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Beschreibung

Gekerbte, auffällig geaderte Laubblätter
Weiße Blüten mit purpurner Oberlippe
Illustration in The Botanic Garden, London 1825
Fruchtstand mit schwarzen Klausenfrüchten

Vegetative Merkmale

Der Pyrenäen-Gamander ist ein an der Basis verholzter Halbstrauch, der dichte Matten aus haarigen, niederliegenden bis aufsteigenden, 15 bis 30 Zentimeter langen Stängeln bildet. Die gestielten Laubblätter sind am Grund keilförmig, 9 bis 13 (selten bis 25) Millimeter lang, rundlich, auffällig geadert, am Rande gekerbt und ober- und unterseits spärlich langhaarig.[2][1]

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die bis 2 Zentimeter langen Blüten erscheinen in einem endständigen Köpfchen und sind von laubblattähnlichen Hochblättern umgeben. Der rötliche oder grüne, 9 bis 12 Millimeter lange, kahle oder langhaarige Blütenkelch besitzt 3 bis 4 Millimeter lange Kelchzähne. Die Blütenkrone hat eine weiße bis cremefarbene, dreilappige Unterlippe mit großem Mittel- und schmalen Seitenlappen sowie eine kleine, nach oben stehende, violette oder grünliche Oberlippe.[1][3]

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 13; es tritt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 26 auf.[4][5]

Vorkommen

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Pyrenäen-Gamanders erstreckt sich von Nordspanien (nördliches Katalonien, Aragonien und Navarra) über die Pyrenäen bis Südwestfrankreich.[1] Er besiedelt dort trockene Kalkhänge und Bergwiesen bis in Höhenlagen von 2000 Metern.[2][3]

Taxonomie und Systematik

Die Erstveröffentlichung von Teucrium pyrenaicum erfolgte im Jahr 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 566.[6][7] Das Artepitheton pyrenaicum bedeutet „aus den Pyrenäen“. Ein Synonym für Teucrium pyrenaicum ist Polium pyrenaicum (L.) Mill. Es sind zwei Unterarten bekannt:[7]

  • Teucrium pyrenaicum subsp. pyrenaicum: Diese Unterart kommt vom nordöstlichen Spanien bis ins südwestliche Frankreich vor. Sie wird 10 bis 15 Zentimeter groß, besitzt relativ große Laubblätter, kurze Blattstiele und Blüten mit violetter Oberlippe.[8]
  • Teucrium pyrenaicum subsp. guarensis P.Monts.: Diese Unterart kommt von den südlichen Pyrenäen bis ins nordöstliche Spanien vor. Sie wird nur 5 bis 10 Zentimeter groß und besitzt kleinere Laubblätter, längere Blattstiele und Blüten mit grünlicher Oberlippe.[8]

Phylogenetische Analysen zeigen, dass der Pyrenäen-Gamander eng mit dem Polei-Gamander, dem Berg-Gamander und dem Kopfigen Gamander (Teucrium capitatum) verwandt ist.[9]

Verwendung

Der Pyrenäen-Gamander wird selten als trockenheitsverträgliche Zierpflanze für sonnige Steingärten und Trockenmauern genutzt. Er eignet sich auch gut für eine bodendeckende Bepflanzung von Gräbern und für die extensive Dachbegrünung.[2][3] Der Pyrenäen-Gamander gilt als winterhart bis etwa −23 °C (Zone 6).[10]

Da der Pyrenäen-Gamander toxische, leberschädigende Neo-Clerodan-Diterpenoide enthält, ist wie bei anderen Gamanderarten von einer medizinischen Verwendung abzuraten.[11][12]

Literatur

  • Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. Band 2: I bis Z. 5., völlig neu bearbeitete Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002, ISBN 3-8001-3265-6, S. 889.

Einzelnachweise

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