Quest for Freedom

Musikalbum von Richie Beirach, Dave Liebman und der hr-Bigband From Wikipedia, the free encyclopedia

Quest for Freedom ist ein Musikalbum von Richie Beirach, Dave Liebman und der hr-Bigband. Die am 18., 19. und 20. Juni 2009 im Hörfunkstudio II bzw. Sendesaal des Hessischen Rundfunks in Frankfurt am Main entstandenen Aufnahmen erschienen am 13. September 2010 auf Sunnyside Records.

Veröffent-
lichung

13. September 2010

Format(e)

CD, Download

Schnelle Fakten Veröffent-lichung, Aufnahme ...
Quest for Freedom
Studioalbum von Richie Beirach, Dave Liebman & hr-Bigband

Veröffent-
lichung

13. September 2010

Aufnahme

18.–20. Juni 2009

Label(s)

Sunnyside Records

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz

Titel (Anzahl)

7

Länge

1:15:04

Besetzung

Produktion

Axel Gutzler, Olaf Stötzler

Studio(s)

Hörfunkstudio II bzw. Sendesaal, Hessischer Rundfunk, Frankfurt am Main

Chronologie
Richard Beirach: Jazz Adagio
(2009)
Quest for Freedom Dave Liebman, Richie Beirach: Unspoken
(2011)
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Hintergrund

Der Saxophonist Dave Liebman und der Pianist Richie Beirach arbeiteten in den 1970er- und 1980er-Jahren in den Formationen Lookout Farm, Quest und Pendulum zusammen und spielten auch als Duo zahlreiche Aufnahmen ein. Für diese Session von 2009 traten sie als Gastsolisten mit der hr-Bigband unter der Leitung von Jim McNeely auf. Der Albumtitel „Quest for Freedom“ spielt vermutlich auf das Quartett Quest an, das Beirach und Liebman leiteten und zu dem auch Al Foster bzw. Billy Hart und George Mraz bzw. Ron McClure gehörten.[1]

Die Titel „Pendulum“ und „The Sky's The Limit“ wurden live im Konzert am 20. Juni 2009 im Sendesaal des Hessischen Rundfunks aufgenommen. Alle anderen Stücke entstanden am 18. und 19. Juni 2009 im Hörfunkstudio II des Hessischen Rundfunks in Frankfurt am Main. Die Arrangements besorgte mit Ausnahme von „WTC“ Jim McNeely; „WTC“ arrangierte Heiner Schmitz.[2]

Titelliste

  • Richie Beirach, Dave Liebman & hr-Bigband: Quest for Freedom (Sunnyside SSC 1266)[2]
  1. Pendulum (Beirach) 14:06
  2. Jung (Liebman) 8:26
  3. Vendetta (Liebman) 5:28
  4. WTC (Liebman) 12:50
  5. Port Ligat (Liebman) 11:15
  6. Enfin (Liebman) 9:08
  7. The Sky Is the Limit (McNeely) 13:51

Rezeption

Dave Liebman (2019)

Ken Dryden verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und schrieb, Beirachs düsteres, schwungvolles „Pendulum“ würde sich als kraftvoller Auftakt erweisen, mit mitreißenden Soli des Tenorsaxophonisten und des Komponisten sowie einem wilden, ungestümen Solo Liebmans am Sopransaxophon. Liebmans „Vendetta“ sei eine eindringliche Melodie; Holz- und Blechbläser würden für klangliche Untermalung sorgen. Die Inspiration für Liebmans „WTC“ sei unverkennbar [gemeint ist wohl das World Trade Center]; er stelle das Stück zunächst allein auf seiner durchdringenden, emotionalen Holzflöte vor, zu der Beirach nach und nach dunkle Akkorde hinzufügte. Mit dem Wechsel des Komponisten zum Sopransaxophon sei die Angst vor dem Terroranschläge am 11. September 2001 spürbar, untermalt von dröhnenden Perkussionselementen und sporadischen Ausbrüchen der Blech- und Holzbläser. McNeely habe „The Sky Is the Limit“ beigesteuert, ein ausgedehntes Werk, das sich als weiteres starkes Beispiel für Liebmans und Beirachs Können erweise. Dies sei ein weiteres denkwürdiges Kapitel in der beachtlichen gemeinsamen Diskografie von Dave Liebman und Richie Beirach.[3]

Nach Ansicht von Raul d'Gama Rose, der das Album in All About Jazz rezensierte, enthält dieses Album einige der lebendigsten Musikstücke, die je aufgenommen wurden. Dies sei vor allem den folgenden Faktoren zu verdanken: Liebmans und Beirachs genialen Kompositionen und atemberaubenden Darbietungen; McNeelys intuitiven Arrangements; und den erhabenen Interpretationen des gesamten Ensembles. Das Album sei so umfassend wie das Leben selbst – nachdenklich und grüblerisch, erfüllt von der Tiefe und Weite der Musikgeschichte und der puren Freude am harmonischen Klang, der eine ebenso pure Lebensfreude widerspiegle. Die Schönheit des Albums liege auch in der mitreißenden Kreativität von Beirachs Klavierspiel, das wie ein verwunschener Bach um die scharfkantige Landschaft von Liebmans hochfliegenden Abstraktionen rausche, die wie Quantenenergiepakete aus seinem Instrument schießen. Ihre Phrasen und Linien würden den grünen Wirbeln der Natur gleichen, „die sich ewig um die Musik winden, die wie gewaltige Baumstämme aus der Erde emporwächst; Musik, so natürlich und erdig, dass das Leben ohne ihr erlösendes Feuer trostlos erscheinen würde.“[4]

Alles hier gleiche einer Art „Suche“, einer endlosen Reise zu einem noch unbekannten Ziel, meint Michel Arcens (Citizen Jazz). Dieser Ansatz würde im Titel „Quest for Freedom“ stecken. Genau das bedeute „Suche“, bevor sie zum Namen einer Band auf dem Höhepunkt ihres Schaffens werde. Offensichtlich stehe sie auch für einen weiteren Versuch, einer gewissen Freiheit näherzukommen. Wenn man sich von diesem Album mitreißen lasse, werde man hier und da unwiderstehlich von lyrischen Impulsen – mal heftig, mal sanft – angezogen und dann unbestreitbar gefesselt. An anderen Stellen aber geschehe etwas, als ob die Musik plötzlich „entfliehe“. Doch das sei das inhärente Risiko eines jeden so gewagten Unterfangens. „Nur weil man Freiheit sucht, heißt das nicht, dass man sie jedes Mal findet, oder dass der eingeschlagene Weg nicht selbst voller Hindernisse sein wird.“[5]

  • Quest for Freedom. In: Bandcamp. 1. Januar 2026; (englisch).

Einzelnachweise

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