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Queste (Symbol)

aus einem Baumstamm geformtes Symbol ungeklärter, möglicherweise slawischer Geschichte From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Queste ist ein Symbol ungeklärter Geschichte und Bedeutung. Sie besteht aus einem etwa zehn Meter hohen Baumstamm, an dem ein riesiger Kranz aus Reisig befestigt ist. An den Enden eines Kreuzes werden ebenfalls Reisigbündel befestigt, die sogenannten Quasten.

Die Queste auf einer Felssteilwand westlich von Questenberg

Die seit der Zeit des Nationalsozialismus verbreitete Interpretation, die Queste stelle möglicherweise eine Variante der germanischen Irminsul (Irmensäule) dar, ist nicht belegt. Mit höherer historischer Wahrscheinlichkeit könnte sie auch auf wendische (slawische) Traditionen zurückgehen.[1] Diese Forschungsergebnisse von Fritz Reinboth vermögen zu erklären, warum das Questensymbol nicht viel weiter verbreitet ist, was der Fall sein müsste, wenn es auf germanische Ursprünge zurückginge.

Im Buch "Der neue Externstein - Führer / Europäische Urreligion und die Externsteine" verbindet der Autor Hermann Wirth die Queste mit den Externsteinen, die er Eccestan (Mutterstein) nennt. Danach soll es eine Grotte und Teich nahe der Queste geben, an bzw. in denen Wiedergeburtsrituale durchgeführt wurden. Ebenso wie in den Höhlen der Externsteine. Es bedürfe dazu eines Wasserbeckens. Zitat:"Ist kein natürliches Wasservorkommen (mehr) da, so wird ein künstliches Kultbecken hergestellt, wie in der Großen Mutterhöhle des 'Eccestan'. Die einzige Stelle in Deutschland - und geradezu klassische Stelle, an der sich noch eine solche urreligiöse Kultstätte von Himmel und Erde als Naturgebilde erhalten hat - mit Grotte und Teich, ist die Queste von Questenberg."

Die Queste im Harz

Der Brauch der Errichtung eines Questenbaums existiert bis heute in Questenberg, einem Dorf im Südharz (Sachsen-Anhalt). Dort werden an jedem Pfingstmontag um 3 Uhr alle Dorfbewohner geweckt, um gemeinsam beim Sonnenaufgang den alten Kranz auf der Queste (), die schützend und segnend auf einer das Dorf überragenden Felssteilwand steht, abzunehmen. Das alte Reisig wird verbrannt und am Nachmittag der Kranz und die Quasten aus frischem Birken- und Buchengrün erneuert.[2][3] Die Queste ist als Nr. 212[4] in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen.

Literatur

  • Ernst Kiel: Das Questenfest. Gegenwart und Vergangenheit. 2., erweiterte Auflage. Verlag Neukirchner, Nordhausen 1995, ISBN 3-929767-11-2.

Einzelnachweise

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