Quinagolid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Quinagolid ist ein synthetisch hergestellter Stoff, der chemisch zu den Decahydrochinolin-Derivaten und den Sulfonsäureamiden und pharmakologisch zur Gruppe der Dopaminagonisten mit nicht-ergoliner Struktur gehört. Quinagolid hemmt die Ausschüttung (Sekretion) des Hormons Prolaktin und wird als Arzneistoff zur Behandlung krankhaft erhöhter Prolaktinspiegel im Blut (Hyperprolaktinämie) eingesetzt. Quinagolid wurde bei Sandoz entwickelt und im Jahr 1982 zum Patent angemeldet.[6] Es handelt sich um ein racemisches Gemisch. Meist wird statt der freien Base das besser wasserlösliche Hydrochlorid eingesetzt.[2]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel ohne Angabe zur Stereochemie
Allgemeines
Freiname Quinagolid
Andere Namen
  • (±)-N,N-Diethyl-N’-[(3R*,4aR*,10aS*)-1,2,3,4,4a,5,10,10a-α-octahydro-6-hydroxy-1-propylbenzo[g]chinolin-3-yl]sulfamid (IUPAC)
  • CV 205-502
Summenformel C20H33N3O3S
Kurzbeschreibung
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
PubChem 3086401
ChemSpider 2343034
DrugBank DB09097
Wikidata Q4860568
Arzneistoffangaben
ATC-Code

G02CB04

Wirkstoffklasse

Prolaktinhemmer

Wirkmechanismus

Agonist am D2-Rezeptor

Eigenschaften
Molare Masse
Schmelzpunkt
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[3]
Toxikologische Daten

32 μg·kg−1 (TDLo, Mensch, oral)[4][5]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Stereochemie

Quinagolid ist ein Racemat,[7] also ein 1:1-Gemisch aus folgenden zwei Enantiomeren:

Weitere Informationen Enantiomere von Quinagolid ...
Enantiomere von Quinagolid

CAS-Nummer: 140630-79-1

CAS-Nummer: 140630-80-4
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Wirkmechanismus und -dauer

Quinagolid bindet selektiv als Agonist an den D2-Rezeptoren, die unter anderem im Hypophysenvorderlappen vorkommen. Es hemmt stark die Prolaktinsekretion, ohne den normalen Spiegel der anderen Hypophysenhormone zu senken. Pharmakologisch aktiv ist ausschließlich das (−)-Enantiomer.[8]

Die Wirkung tritt innerhalb von 2 Stunden ein und erreicht nach circa 4 bis 6 Stunden ihr Maximum. Durch die lange Plasmahalbwertszeit von 11 bis 17 Stunden reicht eine einmalige tägliche Einnahme aus.[9]

Gegenanzeigen

Die Einnahme ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegen Quinagolid und bei starker Einschränkung der und Leber- und Nierenfunktion.[9]

Neben- und Wechselwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Erbrechen, Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen.[9] Wechselwirkungen (Interaktionen) wurden nicht untersucht und sind nicht bekannt. Aufgrund des Wirkungsmechanismus sind Wechselwirkungen unter anderem mit Neuroleptika (Aufhebung der Wirkung) denkbar.[9] Alkohol kann die Verträglichkeit von Quinagolid herabsetzen.[9]

Präparate

Quinagolid ist in Tablettenform als Norprolac im Handel erhältlich.

Einzelnachweise

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