Quissamã
Gemeinde im Bundesstaat Rio de Janeiro, Brasilien
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Quissamã ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Rio de Janeiro in der Südostregion des Landes. Sie liegt an der Nordküste des Bundesstaates nahe dem Atlantik und gehört zur erdölreichen Region des Campos-Beckens. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf rund 23.000 geschätzt.[3]
| Município de Quissamã Quissamã | |||
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Blick auf die Lagoa Feia in Quissamã | |||
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| Koordinaten | 22° 7′ S, 41° 29′ W | ||
| Symbole | |||
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| Gründung | 1989 (Munizip)[1] | ||
| Basisdaten | |||
| Staat | Brasilien | ||
| Bundesstaat | Rio de Janeiro | ||
| ISO 3166-2 | BR-RJ | ||
| Região intermediária | Campos dos Goytacazes (seit 2017) | ||
| Região imediata | Macaé-Rio das Ostras (seit 2017) | ||
| Höhe | 20 m | ||
| Klima | tropisches Klima | ||
| Fläche | 719,6 km² | ||
| Einwohner | 23.142 (2025[2]) | ||
| Dichte | 32,2 Ew./km² | ||
| Zeitzone | UTC−3 | ||
| Website | www.quissama.rj.gov.br (brasilianisches Portugiesisch) | ||
| Wirtschaft | |||
| BIP | 5.669.643 Tsd. R$ 253.188 R$ pro Kopf (2023) | ||
| HDI | 0,704 (2010) | ||
Geografie und Klima
Quissamã liegt im Norden des Bundesstaates Rio de Janeiro auf einer Höhe von etwa 20 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst Küstenebenen, Lagunen und Feuchtgebiete und grenzt an den Atlantischen Ozean. Teile der Gemeinde liegen im Einflussbereich des Nationalparks Restinga de Jurubatiba, eines bedeutenden Schutzgebiets für Küstenökosysteme.[4]
Das Klima ist tropisch mit warmen Temperaturen während des gesamten Jahres.
Geschichte
Die Region von Quissamã wurde bereits während der frühen portugiesischen Kolonialzeit im 18. Jahrhundert besiedelt und entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert zu einem Zentrum des Zuckerrohranbaus. Große Fazendas prägten die lokale Wirtschaft, die stark auf der Arbeit versklavter Afrikaner beruhte.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Herrenhäuser, Kirchen und landwirtschaftliche Anlagen. Die historische Fazenda Machadinha gilt als bedeutendes Zeugnis dieser Epoche und ist eng mit der afrobrasilianischen Geschichte der Region verbunden.[5]
Lange Zeit gehörte Quissamã administrativ als Distrikt zur Gemeinde Macaé. Erst 1989 wurde die Gemeinde eigenständig.[6]
Seit dem späten 20. Jahrhundert profitierte Quissamã erheblich von Einnahmen aus der Erdölförderung im Campos-Becken. Die Öleinnahmen ermöglichten Investitionen in Infrastruktur, Bildung und soziale Programme.
Demografie
Wirtschaft
Die Wirtschaft von Quissamã basiert auf Dienstleistungen, dem öffentlichen Sektor, Landwirtschaft und Einnahmen aus der Erdölindustrie. Die Gemeinde profitiert von Förderabgaben und Beteiligungen an Offshore-Ölfeldern des Campos-Beckens. In den letzten Jahren gewann auch der Naturtourismus an Bedeutung, insbesondere im Zusammenhang mit dem Nationalpark Restinga de Jurubatiba. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von über 250.000 Real (2023) gehört zu den höchsten im ganzen Land, allerdings profitieren nicht alle Einwohner gleichermaßen davon.
Kultur
Quissamã besitzt ein vergleichsweise gut erhaltenes koloniales Erbe mit historischen Fazendas und Kirchen. Die Gemeinde ist zudem für kulturelle Veranstaltungen afrobrasilianischer Traditionen bekannt.
Religion
Die Bevölkerung ist überwiegend christlich geprägt. Quissamã gehört zum römisch-katholischen Bistum Campos. Daneben bestehen zahlreiche protestantisch-freikirchliche Gemeinden.

