Rückkehr nach Ithaka

Film von Uberto Pasolini (2024) From Wikipedia, the free encyclopedia

Rückkehr nach Ithaka ist ein Historienfilm von Uberto Pasolini. Der Film erzählt die Rückkehr des Odysseus nach Ithaka nach dem Ende des Trojanischen Kriegs. In den Hauptrollen sind Ralph Fiennes als Odysseus, Juliette Binoche als seine Frau Penelope und Charlie Plummer als ihr Sohn Telemachos zu sehen. Der Film feierte im September 2024 beim Toronto International Film Festival seine Premiere und kam Anfang Dezember 2024 in die US-Kinos. Ende November 2025 kam der Film in die deutschen Kinos.

TitelRückkehr nach Ithaka
OriginaltitelThe Return
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Rückkehr nach Ithaka
Originaltitel The Return
Produktionsland USA, Frankreich, Italien, Vereinigtes Königreich, Griechenland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2024
Länge 116 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Uberto Pasolini
Drehbuch Uberto Pasolini, Edward Bond, John Collee
Produktion Uberto Pasolini, James Clayton, Konstantinos Kontovrakis, Roberto Sessa
Musik Rachel Portman
Kamera Marius Panduru
Schnitt David Charap
Besetzung
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Handlung

Zwanzig Jahre sind vergangen, nachdem Odysseus wieder auf die Insel Ithaka zurückkehrt. Vom Krieg und seiner Irrfahrt gezeichnet, gibt er sich zunächst als Bettler aus. Der Schweinehirte Eumaios findet den schwachen Mann und nimmt ihn in seiner Hütte auf, sehr zur Skepsis seines Gehilfen Yias. Odysseus erfährt dort vom Verfall seines Königreiches, aber auch dass während seiner Abwesenheit sein Sohn Telemachos zu einem jungen Mann herangewachsen ist und eine ganze Reihe Männer den Palast regelrecht belagern und um die Hand seiner Frau Penelope werben.

Telemachos will sich mit diesen Zuständen auf Ithaka nicht abfinden. Solange das Schicksal Odysseus' ungewiss bleibt, kann Ithaka nicht fähig regiert werden und wird weiter verfallen. Somit beschließt er, selbst mit einem Schiff auszuziehen und Erkundigungen einzuholen. Die Werber Penelopes bekommen indes Wind von Telemachos Plänen und fahren ihm nach, er kann sie jedoch durch eine List loswerden.

Der unerkannte Odysseus fordert Eumaios auf, ihn zum Palast zu führen. Dort treffen sie zunächst auf Odysseus' alten Jagdhund Argos, der nach all den Jahren immer noch die Heimkehr seines Herrchens erwartet und Odysseus erkennt. Zufrieden, aber auch erschöpft stirbt der Hund und Eumaios beginnt die wahre Identiät des Bettlers zu ahnen. Im Palast macht Odysseus die Runde zwischen den hochnäsigen Werbern, die ihn als bettelnden Veteranen des Trojanischen Krieges verhöhnen. Erst als er im Zweikampf einen kräftigen Sklaven tötet, lassen sie von ihm ab.

Später am Abend hat sich die große Halle im Palast geleert, nur Odysseus sitzt noch am Herdfeuer. Penelope tritt zu ihm hin, aber auch sie erkennt ihn nicht. Sie befragt ihn zum Schicksal ihres Gatten, dem der Bettler, wenn er doch auch in Troja gewesen sein will, begegnet sein müsse. Seine Antworten verärgern sie jedoch und Penelope fordert die alte Sklavin Eurykleia auf, ihn des Palastes zu verweisen, nachdem sie ihm die Füße gewaschen habe. Als Eurykleia an einer markanten Narbe am rechten Unterschenkel Odysseus erkennt, will sie sofort Penelope davon erzählen, doch er zwingt sie zur Verschwiegenheit.

Tags darauf betet Odysseus am Leichnam seines nun verstorbenen Vater Laertes und Telemachos kehrt von seiner Erkundungsfahrt zurück. Er hat in Erfahrung bringen können, dass Odysseus noch leben soll, allerdings halte er sich gemeinsam mit einer anderen Frau auf einer einsamen Insel auf. Penelope kann sich jedoch nicht dazu bringen, einen anderen Mann zu heiraten. Daraufhin versichert Telemachos seiner Mutter, er werde die Werber vertreiben und die Herrschaft über Ithaka selbst anstrengen. Davon erfahren die Werber und beschließen die Jagd auf Telemachos, um sich danach ungestört vollends auf Penelope konzentrieren zu können.

Unterdessen stellt Eumaios den Bettler zur Rede. Er kenne seine wahre Identität sehr wohl und würde, wäre er kein Sklave, um sein Herrschaftsrecht und das Wohl seiner Untertanen kämpfen. Telemachos tritt hinzu und bittet Eumaios um Hilfe. Auch Telemachos befragt, wie schon seine Mutter zuvor, den Bettler eindringlichst, bis Odysseus sich offenbart. Telemachos ist überwältigt von der Lage und greift seinen Vater wütend an. Der Kampf wird nur dadurch unterbrochen, als zwei Häscher auftauchen, die Odysseus sofort umbringt. Die Werber haben mit Bluthunden eine Fährte aufgenommen und jagen Telemachos, Eumaios und Odysseus durch das Hinterland Ithakas. Auch nachdem es gelingt, ihre Verfolger abzuschütteln, kommt es noch zu keiner rechten Aussprache zwischen Vater und Sohn. Telemachos wirft Odysseus vor, durch seine lange Abwesenheit ihn und seine Mutter, aber auch sein ganzes Volk verraten zu haben. Odysseus entgegnet, dass Telemachos auch ohne ihn handlungsfähig sei.

Penelope webt schon seit längerem am Grabtuch für den toten Laertes. Sie hatte sich gegenüber den Werbern ausbedungen, mit ihrer Entscheidung so lange abzuwarten, bis dieses Tuch vollendet sei. Als Antinoos, der hartnäckigste aller Werber, von der erfolglosen Verfolgungsjagd auf Telemachos zurückkehrt, entdeckt er jedoch, dass Penelope Zeit schindet, indem sie nachts alle tags gewebten Reihen des Grabtuches wieder öffnet. Er stellt sie zur Rede und so lässt Penelope verkünden, dass sie am folgenden Tage eine Entscheidung treffen werde.

Ein Bote eilt zu Telemachos und Odysseus, die sich in den Bergen versteckt halten und somit erfahren sie von der bevorstehenden Entscheidung Penelopes. Sofort machen sie sich auf den Weg in den Palast, gleichwohl bleiben sich Telemachos und Odysseus immer noch fremd und uneinig. Doch im Palast ergreift Telemachos erstmals Partei für den sonst immer noch unerkannten Odysseus, als die Werber den Bettler verjagen wollen. Penelope, hat jedoch auch von der wahren Identität des Bettlers erfahren. Sie verkündet nun ihre Entscheidung, denjenigen zu heiraten, der die Sehne auf den alten Jagdbogen des Odysseus spannen kann und einen Pfeil durch die Augen von zwölf in Reihe stehender Beilspitzen schießt. Die Werber ahnen eine List, doch Penelope verkündet, dass Odysseus dies fertig gebracht hätte. Die ersten Werber scheitern an der Aufgabe und als Antinoos den Bogen aufnehmen soll, ergreift er stattdessen das Wort. Der Bogen sei gealtert und starr geworden, niemand könne darauf die Sehne spannen. Erst mischt sich Telemachos ein, dann verlangt auch Odysseus selbst den Bogen. Die Werber protestieren, doch Penelope setzt sich durch. Als es Odysseus jedoch gelingt, reicht ihm Eurykleia den Köcher mit Pfeilen und Odysseus schießt einen Pfeil durch alle zwölf Beilaugen.

Die Werber drängen den Bettler nun zum Gehen, er möge doch sein Glück nicht überstrapazieren. Odysseus hingegen beginnt nach und nach damit, jeden einzelnen Werber zu erschießen, auch wenn ihn Gnadenrufe ereilen. Als ihm die Pfeile ausgehen und die verbliebenen Werber Odysseus mit Schwertern angreifen, eilen auch Telemachos und Eumaios zur Hilfe. Zuletzt ist von den Werbern nur noch Antinoos am Leben und als Penelope dies sieht, will sie ihn verschonen. Telemachos ist davon derart aufgebracht, dass er Antinoos sofort ersticht. Erschöpft bleibt Odysseus am Herdfeuer in der großen Halle zurück, blutüberströmt und umringt von den Leichen der Werber.

Penelope ist von den Vorkommnissen erschüttert und verlangt von Odysseus eine ernste Erklärung für seine lange Abwesenheit. Der gibt nun zu, er habe gezweifelt, ob er nach den Kämpfen in Troja noch derselbe Mensch gewesen sei, der zuvor Ithaka verlassen habe. Er fragt Penelope, ob sie jemals einen Menschen lieben könne, wie er nunmehr einer sei. Schließlich verzeiht Penelope ihrem Mann und erklärt, sie wollen ihre Vergangenheit gemeinsam bewältigen und ebenso gemeinsam alt werden, in Freundschaft.

Zuletzt segelt ein einzelnes Schiff mit vollem Segel in den Horizont. Es ist Telemachos, der seine eigenen Abenteuer fernab der Heimat sucht.

Produktion

Vorlage und Filmstab

Bei Rückkehr nach Ithaka handelt es sich um eine Nacherzählung der Kapitel (Gesänge) 17 bis 24 der Odyssee von Homer.

Regisseur Uberto Pasolini

Regie führte der Italiener Uberto Pasolini, der gemeinsam mit Edward Bond und John Collee auch Homers Epos für den Film adaptierte. Bei Rückkehr nach Ithaka handelt es sich nach Spiel der Träume, Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit und Nowhere Special um Pasolinis vierten Spielfilm. Überwiegend war er in der Vergangenheit als Filmproduzent tätig, so für den Film Ganz oder gar nicht von Peter Cattaneo, der im Oktober 1997 in die deutschen Kinos kam.[2]

Besetzung und Synchronisation

Der Brite Ralph Fiennes und die Französin Juliette Binoche spielen Odysseus und seine Frau Penelope.[3] Ihr erster gemeinsamer Auftritt in einem Film war 1992 in Stürmische Leidenschaft. Fiennes war bereits in Pasolinis Spielfilmdebüt A Dangerous Man: Lawrence After Arabia in der Hauptrolle zu sehen. Gemeinsam spielten Fiennes und Binoche bereits in Der englische Patient von Anthony Minghella.[4] In Vorbereitung auf seine Rolle in Rückkehr nach Ithaka unterzog sich Fiennes einer strengen Diät und machte Lauf- und Krafttraining, um seinen Körper schlank und muskulös zu formen.[5] Der US-Amerikaner Charlie Plummer spielt Telemachos, den Sohn von Odysseus und Penelope. Der tunesisch-niederländische Schauspieler Marwan Kenzari ist in der Rolle von Antinoos zu sehen, dem unverschämtesten Freier Penelopes. Moe Bar-El spielt Elatus, den Wagenlenker des Amphiaraos. In weiteren Rollen sind der Italiener Claudio Santamaria und die Briten Tom Rhys Harries und Amir Wilson zu sehen.[6]

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Elke Weber-Moore im Auftrag der EVA Studios Germany GmbH in Berlin.[7]

Weitere Informationen Rolle, Darsteller ...
RolleDarstellerSynchronsprecher
Odysseus Ralph Fiennes Udo Schenk
Penelope Juliette Binoche Christin Marquitan
Telemachus Charlie Plummer Lukas Sperber
Agenor Pietro Pasqualetti Sascha Werginz
Amphimedon Francesco Dwight Bianchi Nils Nelleßen
Antinoos Marwan Kenzari Florian Hoffmann
Aristratos Wael Habib Marco Sven Reinbold
Ctesippus Paolo de Candia Christopher Arndt
Elatus Moe Bar-El Michel Diercks
Eumaeus Claudio Santamaria Alexander Doering
Eurycleia Ángela Molina Juana von Jascheroff
Eurymachus Jamie Andrew Cutler Jaron Löwenberg
Hippotas Jaz Hutchins Timo Weisschnur
Imphinomous Hugh Quarshie Oliver Siebeck
Laertes Nikitas Tsakiroglou Reinhard Scheunemann
Leocritus Amesh Edireweera Stefan Bräuler
Leodes Aaron Cobham Dennis Herrmann
Philetius Amir Wilson Sascha Werginz
Pisander Tom Rhys Harries Sebastian Kluckert
Polybus Chris Corrigan Thomas Schmuckert
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Dreharbeiten und Filmmusik

Die Dreharbeiten fanden von Frühjahr in den Sommer 2023 hinein größtenteils auf der griechischen Insel Korfu und auf der Peloponnes statt. Weitere Aufnahmen entstanden in Italien.[8][9] Der rumänische Kameramann Marius Panduru war zuvor für die meisten Filme von Radu Jude und zuletzt für das Filmdrama Poppy Field von Eugen Jebeleanu und auch Pasolinis Filmdrama Nowhere Special tätig.

Die Filmmusik komponierte die britische Oscar-Preisträgerin Rachel Portman, die Ehefrau des Regisseurs. Mit ihr arbeitete Pasolini bereits für seine Filme Bel Ami und Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit zusammen. Das Soundtrack-Album mit insgesamt 18 Musikstücken soll am 6. Dezember 2024 von Sony Classical als Download veröffentlicht werden.[10]

Marketing und Veröffentlichung

Die Premiere von Rückkehr nach Ithaka fand am 8. September 2024 beim Toronto International Film Festival statt.[11] Im Nachgang sicherte sich Bleeker Street die Vertriebsrechte für die USA.[12] Am 14. Oktober 2024 wurde der Film beim Chicago International Film Festival gezeigt[13][14], am 19. Oktober 2024 beim Rome Film Festival[15] und im November 2024 folgte eine Aufführung beim Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg.[16] Der erste Trailer wurde ebenfalls im November 2024 vorgestellt.[17] Der Kinostart in den USA war am 6. Dezember 2024.[18] Im Januar 2025 erschien bei Amazon eine DVD in englischer Sprache. Ende Juni 2025 wurde The Return beim Mediterrane Film Festival gezeigt.[19] Im September 2025 wurde der Film bei der Filmkunstmesse Leipzig vorgestellt.[20] Am 27. November 2025 kam der Film in die deutschen Kinos.

Rezeption

Kritiken

Der Brite Ralph Fiennes und die Französin Juliette Binoche spielen Odysseus und seine Ehefrau Penelope
Der Brite Ralph Fiennes und die Französin Juliette Binoche spielen Odysseus und seine Ehefrau Penelope
Der Brite Ralph Fiennes und die Französin Juliette Binoche spielen Odysseus und seine Ehefrau Penelope

Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 78 Prozent positiv.[21] Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 67 von 100 möglichen Punkten.[22]

Kevin L. Lee erklärt in seiner Kritik für awardswatch.com, in ihrem Drehbuch hätten sich John Collee, Edward Bond und Regisseur Uberto Pasolini einige kreative Freiheiten genommen, indem sie von der im Originaltext erzählten Geschichte abweichen. Eine der größten Änderungen betrifft Odysseus‘ Sohn Telemachus und die Begegnung der beiden. Im gleichen Geist, in dem Joel Coen The Tragedy of Macbeth minimalistisch gestaltete, reduziere Pasolini in The Return die Geschichte von Odysseus und Penelope auf das Wesentliche. Ralph Fiennes und Juliette Binoche lieferten im Film wunderbar zurückhaltende Darstellungen ab, fast so, als ob jeder von ihnen seinen eigenen inneren Monolog führt, so Lee.[23]

Vittoria Scarpa schreibt in ihrer Kritik im Online-Filmmagazin Cineuropa, man müsse sagen, dass Binoche hier in Höchstform ist und Penelopes Leiden auf tiefgründige, beinahe greifbare Weise verkörpert, das Leiden einer verlassenen und einsamen Frau, die in einem Schloss gefangen ist, einer Königin, die dem Druck und den Begierden der Thronprätendenten widersteht, stolz und streng, aber immer sinnlich. Fiennes sei in seiner Rolle als schmutziger und ausgemergelter Odysseus außerordentlich intensiv, ein von den Schrecken des Krieges gezeichneter und unter Schock stehender Mann und ein beschämter Vater, der von seinem Sohn Telemachus verstoßen wird. Pasolinis Film sei eine innere Odyssee, die die Bedeutung des Krieges hinterfragt, den von morgen wie auch den von heute.[24]

Auszeichnungen

Mediterrane Film Festival 2025

  • Nominierung im Wettbewerb

Einzelnachweise

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