RENFE-Baureihe 7200

elektrische Lokomotiven der ferrocarriles Norte für 1,5kV, Achsfolge (2’Co)(Co2’) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Baureihe 7200 der Compañía de los Caminos de Hierro del Norte de España (CCHNE) umfasste zwölf elektrische Lokomotiven mit der Achsfolge (2’Co)(Co2’) für den schweren Schnellzugdienst auf den mit 1,5kV Gleichspannung elektrifizierten Hauptbahnen im Norden Spaniens, die 1927 und 1928 von Babcock & Wilcox (B&W) mit elektrischer Ausrüstung von Brown, Boveri & Cie. (BBC) gebaut wurden. Sie wurden 1941 durch die Red Nacional de los Ferrocarriles Españoles (RENFE) übernommen, um 1970 in die Baureihe 272 umgezeichnet und bis 1976 ausgemustert. Ein Exemplar mit der Nummer 7206 ist im Eisenbahnmuseum von Katalonien in Vilanova i la Geltrú erhalten, alle anderen wurden zerlegt.

Schnelle Fakten CCHNE-Baureihe 7200 ...
CCHNE-Baureihe 7200
RENFE-Baureihe 7200 / 272
7206 im Ursprungszustand in Vilanova i la Geltrú (April 2019)
7206 im Ursprungszustand in Vilanova i la Geltrú (April 2019)
7206 im Ursprungszustand in Vilanova i la Geltrú (April 2019)
Nummerierung: 7201–7212
272 001–012
Anzahl: 12
Hersteller: Mechanischer Teil: B&W
Elektrischer Teil: BBC
Baujahr(e): 1927–1928
Ausmusterung: bis 1976
Achsfolge: (2’Co)(Co2’)
Spurweite: 1668 mm (Iberische Breitspur)
Länge über Puffer: 24000 mm
Drehzapfenabstand: 9750 mm
Drehgestellachsstand: 8750 mm
Fester Achsstand: 4500 mm
Gesamtachsstand: 20500 mm
Treibraddurchmesser: 1560 mm
Laufraddurchmesser: 850 mm
Dienstmasse: 145 t
Höchstgeschwindigkeit: 110 km/h
Stundenleistung: 2383 kW
Dauerleistung: 2030 kW
Leistungskennziffer: 14,5 kW/t
Stundenzugkraft: 153 kN
Dauerzugkraft: 127 kN
Stromsystem: 1,5 kV =
Stromübertragung: Oberleitung
Fahrmotoren: 6
Lokomotivbremse: Druckluft, Nutzbremse, Hand
Zugbremse: Saugluft
Kupplungstyp: Schraubenkupplung
Zugheizung: keine
Quellen: [1][2][3]
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Geschichte

Nach der Elektrifizierung der Hauptbahn IrúnMadrid benötigte die Compañía de los Caminos de Hierro del Norte de España (CCHNE) leistungsstarke elektrische Lokomotiven für 1,5kV Gleichspannung. Für die Gebirgsstrecken im Baskenland bestellte sie zwölf zehnachsige Maschinen der Baureihe 7200 mit der Achsfolge (2’Co)(Co2’). Der US-amerikanische Hersteller Babcock & Wilcox (B&W) fertigte in seiner spanischen Fabrik in Galindo nahe Bilbao den mechanischen Teil, das schweizerische Unternehmen Brown, Boveri & Cie. (BBC) die elektrische Ausrüstung. Basierend auf der Baureihe 7200 entstanden 1931 die Baureihe 7300 und ab 1944 die Baureihe 7500, die noch etwas größer und leistungsfähiger waren.

Die 1927 und 1928 gebauten Lokomotiven wurden von Ende 1928 bis Mitte 1929 abgeliefert, dem Bahnbetriebswerk Irún zugeordnet und mit den Betriebsnummern 7201 bis 7212 in Dienst gestellt. Zu diesem Zeitpunkt gehörten sie zu den leistungsfähigsten elektrischen Lokomotiven Europas. Die 7203 wurde 1929 auf der Exposició Internacional de Barcelona präsentiert.[3]

Anfangs beförderten sie Schnellzüge auf der Strecke Irún–Alsasua, später auch weiter über Miranda de Ebro bis nach Burgos. Am 23. Oktober 1940 führte die 7209 den Sonderzug, der Francisco Franco von Pasajes zur Konferenz von Hendaye brachte.[3] 1941 gingen die zwölf Lokomotiven mit der Verstaatlichung der CCHNE in den Bestand der neu gegründeten Staatsbahn Red Nacional de los Ferrocarriles Españoles (RENFE) über. Die blaue Farbgebung wurde durch eine grüne ersetzt. Nach der Umstationierung nach Miranda de Ebro bespannten sie weiterhin hochrangige Schnellzüge wie den Surexpreso. Überstieg im Gebirge die Wagenzugmasse 800t, wurden in der Regel Doppeltraktionen mit einer zweiten 7200 oder einer anderen elektrischen Lokomotive gebildet.[3]

1967 begannen die Zweispannungslokomotiven der Baureihe 7900 die konventionellen elektrischen Lokomotiven zu verdrängen. Mit der Einführung der EDV-Nummerierung erhielten die Fahrzeuge der Baureihe 7200 um 1970 die Baureihenbezeichnung 272 und die Betriebsnummern 272001 bis 272012. Bis 1976 wurden alle ausgemustert und bis auf ein Exemplar verschrottet. Die 272006 überdauerte im Bahnhof Príncipe Pío, im Eisenbahnmuseum Madrid und im Bahnhof Barcelona-Sagrera.[3] Heute ist sie in der ursprünglichen blauen Farbgebung und nummeriert als 7206 im Eisenbahnmuseum von Katalonien in Vilanova i la Geltrú zu besichtigen.[1]

Technik

Die Krokodillokomotiven besitzen einen Lokomotivkasten mit mittig angeordnetem Maschinenraum und zwei Endführerständen. Dieser ruht auf zwei Triebgestellen, die am vorderen Ende einen Vorbau tragen. Jeweils drei Treibradsätze sind im Triebgestellrahmen und zwei Laufradsätze in einem Vorlaufdrehgestell gelagert.

Die Versorgung mit 1,5kV Gleichspannung erfolgt über zwei Scherenstromabnehmer aus der Oberleitung. Die Antriebsleistung wird mit einem Fahrschalter über die Fahrmotorspannung gesteuert. Hierzu werden die sechs als Einzelachsantriebe in den Triebgestellen angeordneten Reihenschlussmotoren gruppenweise zwischen Reihen- und Parallelschaltung umgeschaltet und in den unteren Fahrstufen mit Anfahrwiderständen betrieben. Trotz des Einsatzes im Reisezugdienst erhielten die Lokomotiven keine Zugsammelschiene, da die Wagen nur mit einer Dampfheizung ausgestattet waren. In den Wintermonaten mussten deshalb Heizwagen mitgeführt werden.[3]

Fotos

Commons: Renfe Class 272 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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