RENFE-Baureihe 7200
elektrische Lokomotiven der ferrocarriles Norte für 1,5kV, Achsfolge (2’Co)(Co2’)
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Die Baureihe 7200 der Compañía de los Caminos de Hierro del Norte de España (CCHNE) umfasste zwölf elektrische Lokomotiven mit der Achsfolge (2’Co)(Co2’) für den schweren Schnellzugdienst auf den mit 1,5 kV Gleichspannung elektrifizierten Hauptbahnen im Norden Spaniens, die 1927 und 1928 von Babcock & Wilcox (B&W) mit elektrischer Ausrüstung von Brown, Boveri & Cie. (BBC) gebaut wurden. Sie wurden 1941 durch die Red Nacional de los Ferrocarriles Españoles (RENFE) übernommen, um 1970 in die Baureihe 272 umgezeichnet und bis 1976 ausgemustert. Ein Exemplar mit der Nummer 7206 ist im Eisenbahnmuseum von Katalonien in Vilanova i la Geltrú erhalten, alle anderen wurden zerlegt.
| CCHNE-Baureihe 7200 RENFE-Baureihe 7200 / 272 | |
|---|---|
7206 im Ursprungszustand in Vilanova i la Geltrú (April 2019) | |
| Nummerierung: | 7201–7212 272 001–012 |
| Anzahl: | 12 |
| Hersteller: | Mechanischer Teil: B&W Elektrischer Teil: BBC |
| Baujahr(e): | 1927–1928 |
| Ausmusterung: | bis 1976 |
| Achsfolge: | (2’Co)(Co2’) |
| Spurweite: | 1668 mm (Iberische Breitspur) |
| Länge über Puffer: | 24 000 mm |
| Drehzapfenabstand: | 9750 mm |
| Drehgestellachsstand: | 8750 mm |
| Fester Achsstand: | 4500 mm |
| Gesamtachsstand: | 20 500 mm |
| Treibraddurchmesser: | 1560 mm |
| Laufraddurchmesser: | 850 mm |
| Dienstmasse: | 145 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 110 km/h |
| Stundenleistung: | 2383 kW |
| Dauerleistung: | 2030 kW |
| Leistungskennziffer: | 14,5 kW/t |
| Stundenzugkraft: | 153 kN |
| Dauerzugkraft: | 127 kN |
| Stromsystem: | 1,5 kV = |
| Stromübertragung: | Oberleitung |
| Fahrmotoren: | 6 |
| Lokomotivbremse: | Druckluft, Nutzbremse, Hand |
| Zugbremse: | Saugluft |
| Kupplungstyp: | Schraubenkupplung |
| Zugheizung: | keine |
| Quellen: [1][2][3] | |
Geschichte
Nach der Elektrifizierung der Hauptbahn Irún–Madrid benötigte die Compañía de los Caminos de Hierro del Norte de España (CCHNE) leistungsstarke elektrische Lokomotiven für 1,5 kV Gleichspannung. Für die Gebirgsstrecken im Baskenland bestellte sie zwölf zehnachsige Maschinen der Baureihe 7200 mit der Achsfolge (2’Co)(Co2’). Der US-amerikanische Hersteller Babcock & Wilcox (B&W) fertigte in seiner spanischen Fabrik in Galindo nahe Bilbao den mechanischen Teil, das schweizerische Unternehmen Brown, Boveri & Cie. (BBC) die elektrische Ausrüstung. Basierend auf der Baureihe 7200 entstanden 1931 die Baureihe 7300 und ab 1944 die Baureihe 7500, die noch etwas größer und leistungsfähiger waren.
Die 1927 und 1928 gebauten Lokomotiven wurden von Ende 1928 bis Mitte 1929 abgeliefert, dem Bahnbetriebswerk Irún zugeordnet und mit den Betriebsnummern 7201 bis 7212 in Dienst gestellt. Zu diesem Zeitpunkt gehörten sie zu den leistungsfähigsten elektrischen Lokomotiven Europas. Die 7203 wurde 1929 auf der Exposició Internacional de Barcelona präsentiert.[3]
Anfangs beförderten sie Schnellzüge auf der Strecke Irún–Alsasua, später auch weiter über Miranda de Ebro bis nach Burgos. Am 23. Oktober 1940 führte die 7209 den Sonderzug, der Francisco Franco von Pasajes zur Konferenz von Hendaye brachte.[3] 1941 gingen die zwölf Lokomotiven mit der Verstaatlichung der CCHNE in den Bestand der neu gegründeten Staatsbahn Red Nacional de los Ferrocarriles Españoles (RENFE) über. Die blaue Farbgebung wurde durch eine grüne ersetzt. Nach der Umstationierung nach Miranda de Ebro bespannten sie weiterhin hochrangige Schnellzüge wie den Surexpreso. Überstieg im Gebirge die Wagenzugmasse 800 t, wurden in der Regel Doppeltraktionen mit einer zweiten 7200 oder einer anderen elektrischen Lokomotive gebildet.[3]
1967 begannen die Zweispannungslokomotiven der Baureihe 7900 die konventionellen elektrischen Lokomotiven zu verdrängen. Mit der Einführung der EDV-Nummerierung erhielten die Fahrzeuge der Baureihe 7200 um 1970 die Baureihenbezeichnung 272 und die Betriebsnummern 272 001 bis 272 012. Bis 1976 wurden alle ausgemustert und bis auf ein Exemplar verschrottet. Die 272 006 überdauerte im Bahnhof Príncipe Pío, im Eisenbahnmuseum Madrid und im Bahnhof Barcelona-Sagrera.[3] Heute ist sie in der ursprünglichen blauen Farbgebung und nummeriert als 7206 im Eisenbahnmuseum von Katalonien in Vilanova i la Geltrú zu besichtigen.[1]
Technik
Die Krokodillokomotiven besitzen einen Lokomotivkasten mit mittig angeordnetem Maschinenraum und zwei Endführerständen. Dieser ruht auf zwei Triebgestellen, die am vorderen Ende einen Vorbau tragen. Jeweils drei Treibradsätze sind im Triebgestellrahmen und zwei Laufradsätze in einem Vorlaufdrehgestell gelagert.
Die Versorgung mit 1,5 kV Gleichspannung erfolgt über zwei Scherenstromabnehmer aus der Oberleitung. Die Antriebsleistung wird mit einem Fahrschalter über die Fahrmotorspannung gesteuert. Hierzu werden die sechs als Einzelachsantriebe in den Triebgestellen angeordneten Reihenschlussmotoren gruppenweise zwischen Reihen- und Parallelschaltung umgeschaltet und in den unteren Fahrstufen mit Anfahrwiderständen betrieben. Trotz des Einsatzes im Reisezugdienst erhielten die Lokomotiven keine Zugsammelschiene, da die Wagen nur mit einer Dampfheizung ausgestattet waren. In den Wintermonaten mussten deshalb Heizwagen mitgeführt werden.[3]
Fotos
- 7207 bringt mit einem Sonderzug Mitglieder der Blauen Division nach San Sebastián, Ankunft im Nordbahnhof (1942)
- 7211 mit Güterzug in San Sebastián (1955)
- 7206 im Eisenbahnmuseum von Katalonien in Vilanova i la Geltrú (Oktober 1995)
- Führerstand der 7206
