R Leporis

Stern im Sternbild Hase From Wikipedia, the free encyclopedia

R Leporis (R Lep), auch Hind's Crimson Star, ist ein veränderlicher Stern im namensbildenden Sternbild Lepus, an der Grenze zum Sternbild Eridanus.[5] Er ist ein deutlich roter Kohlenstoffstern. Er wurde von dem Astronomen J. R. Hind im Jahr 1845 beobachtet und wird deswegen gelegentlich nach ihm benannt.[5]

Schnelle Fakten Stern, Helligkeiten ...
Stern
R Leporis
Aufnahme mithilfe des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array:
Blau 336 μm (HCN), Orange 334 μm Wellenlänge
R Leporis
AladinLite
Beobachtungsdaten
Äquinoktium: J2000.0, Epoche: J2000.0
Sternbild Hase
Rektaszension 04h 59m 36s
Deklination −14° 48′ 22,5″
Winkelausdehnung {{{Winkel}}} mas
Bekannte Exoplaneten
Helligkeiten
Scheinbare Helligkeit  mag
Helligkeit (U-Band)  mag
Helligkeit (B-Band)  mag
Helligkeit (V-Band) 5,5–11,7 mag[1]
Helligkeit (R-Band)  mag
Helligkeit (I-Band)  mag
Helligkeit (J-Band)  mag
Helligkeit (H-Band)  mag
Helligkeit (K-Band)  mag
G-Band-Magnitude  mag
Spektrum und Indices
Veränderlicher Sterntyp Mirastern[1]
B−V-Farbindex +5,74[2]
U−B-Farbindex
R−I-Index +1,47[2]
Spektralklasse C7,6e(N6e)[1]
Astrometrie
Radialgeschwindigkeit  km/s
Parallaxe  mas
Entfernung 471 +88−64 pc [3]
Visuelle Absolute Helligkeit Mvis  mag
Bolometrische Absolute Helligkeit Mbol {{{Absolut-bol}}} mag
Eigenbewegung
Rek.-Anteil:  mas/a
Dekl.-Anteil:  mas/a
Physikalische Eigenschaften
Masse  M
Radius 400 ± 90 R[4]
Leuchtkraft

 L

Effektive Temperatur  K
Metallizität [Fe/H]
Rotationsdauer
Alter  a
Andere Bezeichnungen und Katalogeinträge
Bonner DurchmusterungBD −15 915
Bright-Star-Katalog HR 1607
Henry-Draper-KatalogHD 31996
Hipparcos-KatalogHIP 23203
SAO-KatalogSAO 150058
Tycho-KatalogTYC 5329-366-1Vorlage:Infobox Stern/Wartung/AngabeTYC-Katalog
2MASS-Katalog2MASS J04593635-1448226
Gaia DR3DR3 2987082722815713792
Anmerkung
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Die scheinbare Helligkeit von R Leporis variiert zwischen +5,5 und +11,7, mit einer Periode von 418441 Tagen. Möglicherweise gibt es eine zweite Periode über 40 Jahre. R Leporis ist so weit von der Erde entfernt, als dass lange Zeit eine Entfernungsbestimmung durch Messen der Parallaxe nicht oder nur mit großen Unsicherheiten möglich war, mit dem Anfang der 1990er Jahre betriebenen, auf Parallaxenmessung spezialisierten Satelliten Hipparcos wurde eine Entfernung von 251 +67−44 Parsec[6] und später von 413 +301−122 Parsec[7] ermittelt. Anhand eines berechneten Zusammenhangs zwischen Periodizität und Leuchtkraft konnte auf eine bolometrische Luminosität von 13,200 L☉ geschlossen werden.[8] Durch Vergleich mit der über die Entfernung abnehmenden scheinbaren Helligkeit ergab sich eine Distanz von etwa 1,350 Lichtjahren. Die bolometrische Leuchtkraft entspricht einer tatsächlichen Leuchtkraft von ungefähr dem 6700-fachen der Sonnenleuchtkraft bei einer Temperatur von knapp 3000 K.[9] Mithilfe des Satelliten Gaia konnte diese Entfernung grob im Jahr 2018 bestätigt,[10] die Genauigkeit und Unsicherheit in Folgemessungen weiter verbessert werden.[3]

Die rote Färbung von R Leporis ist jeweils für etwa einen Monat[11] am stärksten ausgeprägt, wenn er die geringste Helligkeit aufweist – trotzdem ist er dann möglicherweise der am hellsten erscheinende rötlichste Stern. Die Ursache für die besonders rötliche Erscheinung mag in der äußeren Kohlenstoffatmosphäre liegen, die blaues Licht filtert. Der Entdecker, Hind, beschrieb seine Erscheinung „like a drop of blood on a black field.“[5] Eine erstmals mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array mögliche örtlich aufgelöste Abbildung der Atmosphäre zeigte im Jahr 2023 die Verteilung von HCN, dessen Bildung in der Atmosphäre von Kohlenstoffsternen typisch ist, und sich daraus entwickelnde MASER.[12]

Einzelnachweise

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