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Radawnica

Siedlung in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Radawnica (deutsch Radawnitz) ist ein Dorf in der Gmina Złotów (Landgemeinde Flatow) in der polnischen Woiwodschaft Großpolen im Powiat Złotowski (Flatower Kreis).

Schnelle Fakten Basisdaten, Wirtschaft und Verkehr ...
Radawnica
?
Radawnica (Polen)
Radawnica (Polen)
Radawnica
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Złotów
Gmina: Złotów
Geographische Lage: 53° 27′ N, 16° 59′ O
Einwohner:
Postleitzahl: 77-400 (Złotów)
Telefonvorwahl: (+48) 67
Kfz-Kennzeichen: PZK
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
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Geographische Lage

Das Dorf liegt im Netzedistrikt in Westpreußen, etwa elf Kilometer nordwestlich der Stadt Złotów (Flatow), 33 Kilometer südöstlich der Stadt Szczecinek (Neustettin) und 130 Kilometer südwestlich von Danzig.

Katholische Dorfkirche, erbaut vor 1744[1]

Geschichte

Die Ortschaft ist aus dem ehemaligen Gutsbezirk Radawnitz hervorgegangen.

Laut der Vasallen-Tabelle von 1756 war die Familie von der Osten in Radawnitz begütert.[2] Im Jahr 1783 befand sich das Rittergut im Besitz der Familie von der Osten-Sacken;[3] im Jahr 1853 war E. von Grabowski der Gutsbesitzer.[4] Im Jahr 1896 war die Disconto-Gesellschaft in Berlin Eigentümerin des Gutsbezirks Radawnitz, die ihn von dem Administrator Püschel verwalten ließ.[5]

Im Jahr 1925 wurden in Radawnitz 821 Einwohner gezählt, die auf 156 Haushaltungen verteilt waren; von diesen Einwohnern waren 484 katholisch und 345 evangelisch.[6] Anfang der 1930er Jahre hatte die Gemarkung der Gemeinde Radawnitz eine Flächengröße von 23,5 Hektar, auf dem Gemeindegrund standen 97 Wohnhäuser. Zur Gemeinde gehörten neben dem Dorf Radawnitz die Wohnplätze Adolfshof, Gut Radawnitz und Mariannenhof.[6]

Das Gut bestand noch im Jahr 1945; außerdem gab es im Dorf ein Forsthaus.[7] Von dem 2350 Hektar großen Gemeindegrund gehörten 318 Hektar der öffentlichen Hand, 1.945 Hektar waren landwirtschaftliche Nutzfläche, und 166 Hektar waren Forst.[7]

Radawnitz war bis 1945 eine Landgemeinde im Landkreis Flatow und Sitz eines Amtsbezirks. Mit dem Kreis Flatow gehörte die Gemeinde Radawnitz bis zum Inkrafttreten des Versailler Vertrags 1920 nach dem Ersten Weltkrieg zur Provinz Westpreußen, danach zur Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen und seit deren Auflösung im Rahmen der Verwaltungsreform vom 1. Oktober 1938 zur Provinz Pommern.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region Ende Januar/Anfang Februar 1945 von der Roten Armee besetzt. Kurz danach wurde Radawnitz zusammen mit ganz Hinterpommern seitens der sowjetischen Besatzungsmacht der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Das Dorf wurde in Radawnica umbenannt. Soweit die einheimischen Dorfbewohner nicht geflohen waren, wurden sie in der Folgezeit von der polnischen Administration enteignet und über die Oder nach Westen vertrieben.

Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1766390[8]
1783–adliges Dorf und Vorwerk nebst einer katholischen Kirche, dreißig Feuerstellen (Haushaltungen), in Westpreußen[3]
1818374[9]
1850450[10]
1852502[8]
1864621Dorf und Rittergut (im Kommunalverbund miteinander), darunter 168 Evangelische und 447 Katholiken[11]
1875684Dorf und Rittergut, davon 451 im Dorf in 57 Wohnhäusern und 233 im Gutsbezirk in 16 Wohnhäusern[12]
1910987am 1. Dezember, davon 406 im Dorf (84 Evangelische und 321 Katholiken; 307 Einwohner mit polnischer Muttersprache) und 581 im Gutsbezirk (225 Evangelische und 353 Katholiken; 290 Einwohner mit polnischer Muttersprache)[13]
1925821davon 484 Katholiken und 345 Evangelische[6]
1933965[14]
1939955[14]
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Kirche

Die vor 1945 in Radawnitz anwesende Bevölkerung war mehrheitlich katholisch. Die Katholiken aus Radawnitz gehörten zum katholischen Kirchspiel Radawnitz,[15] die Protestanten zum evangelischen Kirchspiel Flatow.

Die katholische Kirche in Radawnitz ist ein Naturstein-Bau, der vor 1744 errichtet wurde.[1]

Persönlichkeiten, die mit dem Ort verbunden sind

  • Eduard Stanislaus Peter Graf von Götzendorf-Grabowski (* 30. Dezember 1808, katholisch), seit 23. Juli 1866 Mitglied des preußischen Herrenhauses, war sesshaft auf Radawnitz.[16]

Literatur

  • Radawnitz, Dorf und Rittergut, Kreis Flatow, Regierungsbezirk Marienwerder, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Radawnitz (meyersgaz.org).
  • Friedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Der Kreis Flatow. In seinen gesammten Beziehungen. Thorm 1867, S. 290.
  • Heimatbuch für den Kreis Flatow – Grenzmark Posen-Westpreußen – Provinz Pommern. Herausgegeben vom Heimatkreisausschuss für den Kreis Flatow mit Unterstützung des Patenschaftskreises Gifhorn. Gifhorn 1971.
  • Heinrich Reverey und Heinrich Munke: Denkschrift über Rittergut Radawnitz. 1923.

Fußnoten

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