Radoslav Razlag

slowenischer Jurist, Politiker und Dichter From Wikipedia, the free encyclopedia

Radoslav Razlag, auch Jakob Radoslav Razlag (* 12. Juli 1826 in Radoslavci/Radislafzen bei Luttenberg, heute Gemeinde Ljutomer; † 5. Juni 1880 in Brežice/Rann) war ein slowenischer Jurist, Politiker und Schriftsteller.[1]

Radoslav Razlag, um 1880

Leben und Wirken

Radoslav Razlag wurde mit dem Taufnamen Jakob als Sohn des Landwirts Peter Raslag († 1842) und dessen Frau Maria Kohl in Radislafzen geboren.[2] Nach dem Besuch einer Volksschule in Kleinsonntag/Mala Nedelja (heute Gemeinde Ljutomer) besuchte er von 1837 bis 1843 ein Gymnasium in Marburg an der Drau (heute Maribor). Anschließend studierte er ohne Abschluss Philosophie und Theologie und ab 1849 Rechtswissenschaft an der Universität Graz. 1854 wurde er dort zum Dr. jur. promoviert.[3]

Als Student war Razlag ein Verfechter der illyrischen Bewegung von Stanko Vraz. In dieser Bewegung versuchte er sich als Essayist und Dichter zu etablieren. Seine Essays bzw. kürzeren Texte veröffentlichte er in der Zeitung Zora. In Buchform gab er sie 1851 in Graz unter dem Titel Zvezdice od Radoslava Razlag-a (Sternchen von Radoslav Razlag) heraus. Seine Gedichte veröffentlichte er 1863 im Selbstverlag in Graz. Diese Sammlung ergänzte er 1872 und gab sie erneut im Selbstverlag in Maribor heraus. Die Sammlung enthält seine Weckrufe (budnice), besteht jedoch größtenteils aus patriotischen Gedichten anderer slowenischer und slawischer Dichter jener Zeit.[1]

Von 1862 bis 1870 war er als Rechtsanwalt in Brežice tätig. Er übersetzte Gesetze und andere Vorschriften aus dem Deutschen ins Slowenische. Zudem verfasste er mit Slovenski pravnik (Der slowenische Jurist) ein Handbuch der Rechtsterminologie. Als er 1870 nach Ljubljana zog, gab er dort zwei Jahre lang die Zeitung Pravnik slovenski heraus.

1865 wurde Razlag Mitgründer und Obmann des slowenischen Lesevereins in Lichtenwald/Sevnica (Bezirk Rann) und Mitglied des Ausschusses des slowenischen Kulturvereins Slovenska Matica. Von 1865 bis 1868 war er Mitglied im steiermärkischen Landtag, von 1869 bis 1877 Mitglied im Krainer Landtag und von 1873 bis 1879 Mitglied des Abgeordnetenhauses in Wien während dessen V. Legislaturperiode. Im Jahr 1871 war Razlag für zwei Monate Krainer Landeshauptmann.[3]

Radoslav Razlag starb 1880 in Brežice und ist auch dort begraben.

Gedenktafel in Brežice

Erinnerung

Aus Anlass seines 140. Todestages wurde 2020 am Rathaus von Brežice eine Gedenktafel angebracht. In mehreren slowenischen Ortschaften sind Straßen nach ihm benannt, so zum Beispiel die Razlagova ulica in Maribor.

Commons: Radoslav Razlag – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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