Radroute 2 „Vinschgau–Bozen“
Fernradweg in Südtirol
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Die Radroute 2 „Vinschgau–Bozen“[1][2] (streckenweise auch Vinschger Radroute oder -Radweg, Radroute Bozen–Meran usw. genannt) ist ein weitgehend als eigenständige Radverkehrsanlage ausgebauter Radfernweg in Südtirol. Sie beginnt direkt an der Grenze zwischen Österreich und Italien, überquert den Reschenpass auf 1509 m und endet in der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen auf 240 m Höhe.
| Radroute 2 „Vinschgau–Bozen“ | |
|---|---|
| Gesamtlänge | 111,4 km |
| Lage | Südtirol |
| Startpunkt | Reschen
|
| Zielpunkt | Bozen |
| Orte am Weg | Reschen, St. Valentin, Burgeis, Glurns, Prad, Laas, Göflan, Goldrain, Kastelbell, Naturns, Meran, Bozen |
| Bodenbelag | fast durchgehend asphaltiert |
| Höhendifferenz | höchster Punkt: 1509 m niedrigster Punkt: 240 m |
| Schwierigkeit | leicht |
| Anschluss an | Radroute 2-07 „Passeiertal“, Radroute 2-10 „Überetsch“, Radroute 1 „Brenner–Salurn“ |
Die Radroute folgt vom Reschen der Etsch flussabwärts durch den Vinschgau nach Meran im Burggrafenamt und weiter durch das Etschtal bis nach Bozen, wo sie in die Radroute 1 „Brenner–Salurn“ einmündet. Im überregionalen Kontext ist sie Teil des „Etsch-Radwegs“ bzw. der „Via Claudia Augusta“. Die Radroute ist insgesamt 111,4 km lang.[3]
Streckenbeschreibung
Vinschgau

Die Route beginnt an der italienisch-österreichischen Staatsgrenze, erreicht kurz darauf die Passhöhe des Reschenpasses und führt nach der Ortschaft Reschen am Westufer des Reschensees entlang nach St. Valentin. Anschließend wird der Haidersee ebenfalls am Westufer passiert. Nun geht es mit stärkerem Gefälle parallel zur Etsch die Malser Haide hinab durch die Dörfer Burgeis, Schleis und Laatsch zum Städtchen Glurns. Etwas südlich, bei Spondinig, verlässt die Radroute kurz den Flusslauf und biegt nach Prad ab, erreicht die Etsch dann aber wieder zwischen Tschengls und Eyrs. Nun geht es ostwärts fast immer dem Flusslauf entlang und im untersten Talabschnitt auch weitgehend parallel zur Vinschgaubahn u. a. durch Laas, Göflan, Goldrain, Kastelbell und Naturns zur Talstufe der Töll, wo der Vinschgau in das Burggrafenamt übergeht.
Burggrafenamt

Die Talstufe wird mit sieben Kehren überwunden und erreicht nach Algund die Stadt Meran. Dort besteht über das städtische Radwegnetz Anschluss an die Radroute 2-07 „Passeiertal“ nach Passeier. Nach einer Wegstrecke quer durch Untermais erreicht die Radroute bei Sinich wieder die Etsch. In Untermais muss ein Teil der Strecke über eine Straße ohne ausgewiesene Radinfrastruktur zurückgelegt werden; seit 2026 läuft an der Marlinger Brücke ein Projekt, diese Lücke durch den Bau eines neuen Radwegs zu schließen. Die Fertigstellung der Bauarbeiten ist für 2027 geplant, die geschätzten Kosten belaufen sich auf 5,5 Millionen Euro.[4] Ab Sinich verläuft die Radroute durch das flache, nahezu kein Gefälle mehr aufweisende Etschtal auf dem Hochwasserschutzdamm des Flusses, weitgehend parallel zur Bahnstrecke Bozen–Meran und ohne im breiten Talboden noch weitere Ortskerne zu berühren.
Bozen
Unter Schloss Sigmundskron überquert die Radroute zweimal die Etsch. Am Westufer zweigt die Radroute 2-10 „Überetsch“ ins Überetsch ab. Das letzte Teilstück verläuft am südlichen Stadtrand Bozens im Mündungszwickel zwischen Etsch und Eisack, wo die Radroute schließlich in die Radroute 1 „Brenner–Salurn“ einmündet, die Südtirol in Nord-Süd-Richtung durchquert.
Beschilderung und Wegführung
Die Route war ursprünglich nicht mit einem einheitlichen Logo beschildert. In Gebrauch waren örtlich Bezeichnungen wie „Vinschger Radroute“, „Radroute Bozen–Meran“ usw. Erst seit 2017 gibt es durch einen Beschluss der Landesregierung eine einheitliche Benennung und Nummerierung der Südtiroler Radrouten, bei der dem Streckenverlauf vom Reschen bis nach Bozen die Nummer 2 zugewiesen wurde.[5]
Die Radroute ist so konzipiert, dass größtenteils auf eigens angerichteten Radwegen gefahren werden kann. Nur vereinzelt muss auf Nebenstraßen ausgewichen werden.
Literatur
- Südtirol-Radweg : Radeln im Pustertal, Eisacktal und Vinschgau. bikeline Radtourenbuch. Esterbauer, Rodingersdorf 2020, ISBN 978-3-85000-853-2.