Radschnellweg Stuttgart–Herrenberg

Radschnellweg von Stuttgart nach Herrenberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Radschnellweg RS1 ist eine etwa 20 Kilometer lange Radschnellverbindung zwischen Stuttgart, Sindelfingen bzw. Böblingen und Herrenberg. Mit Stand 2024 ist ein Teil davon fertiggestellt, andere Teile sind in Bau oder noch in der Planungsphase. Der RS1 wurde im Jahr 2019 als erster Radschnellweg in Baden-Württemberg realisiert und gilt als Pilotprojekt des Landkreises Böblingen. Es wurde ein Potenzial von über 2000 Radfahrern pro Tag prognostiziert. Für die Umsetzung wurde die Stadt Böblingen auf dem RadKongress 2019 ausgezeichnet.[1] Der Radschnellweg ist Teil des RadNETZ BW.

Schnelle Fakten
Radschnellweg RS1 Stuttgart — Herrenberg
Gesamtlänge 20 km
Lage Baden-Württemberg Baden-Württemberg
StartpunktStuttgart-Rohr

ZielpunktHerrenberg
Orte am Weg Stuttgart, Böblingen, Sindelfingen, Ehningen, Herrenberg
Bodenbelag asphaltiert
Verkehrs­aufkommen überwiegend Kfz-frei
Routenverlauf
Kopfbahnhof Streckenanfang
0 km Stuttgart      
Strecke
StreckeKopfbahnhof Streckenende
Sindelfingen  
Strecke
Kopfbahnhof Streckenende
8 km Böblingen    
Schließen

Die Kosten der Realisierung des Teilstücks Böblingen/Sindelfingen bis Stuttgart betrugen 3 Mio. €.[2] Dabei hat das Land die Baumaßnahme mit 1,1 Mio. € nach dem LGVFG gefördert[3].

Betrieb

Im nördlichen Teil ist der Weg als Straße, die für Kraftfahrzeuge verboten ist (Verkehrszeichen Zeichen 260), gewidmet[4]. Im südlichen Teil als unechte Fahrradstraße (Verkehrszeichen Zeichen 244), in dem Kraftfahrzeugverkehr erlaubt ist[5]. Forstwirtschaftlicher Verkehr ist jedoch auf dem gesamten Weg erlaubt.

Aus Umweltschutzgründen ist er mit einer bewegungssensorgesteuerten LED-Beleuchtung ausgestattet. Aus Gründen der Insektenfreundlichkeit ist diese außerdem zeitlich begrenzt.[2]

Der Zählung von Fahrrädern findet mittels Induktionsschleifen als dauerhafte Verkehrszählung statt.[6] In den ersten vier Jahren wurden über eine Million Radfahrende gezählt.[7]

Im Betrieb befindlicher Abschnitt

Bauliche Ausführung

Der RS1 zeichnet sich durch eine mindestens vier Meter breite, asphaltierte Fahrbahn aus. Die Fahrbahnbegrenzung ist weiß markiert und wird durch einen grünen Schmalstrich ergänzt.[2] Der Weg wurde durch wegweisende Beschilderung ergänzt.

Auf eine Trennung des Fuß- und Radverkehrs wurde, aufgrund des niedrigen Fußverkehrsanteils, verzichtet.[2]

Geschichte

Der Baubeginn war im September 2018,[8] im Mai 2019 wurde der Radschnellweg feierlich eröffnet.[3] Die Asphaltierung der gepflasterten denkmalgeschützten Römerstraße war umstritten.[9][10] Es wurde ein etwa 80 Meter langer Teilabschnitt offen gelassen.

Im Mai 2020 wurde der Abschnitt zwischen Böblingen und Ehningen für den Verkehr freigegeben. Dabei wurde der bestehende Radweg ausgebaut und auf den Radschnellwegestandard erhöht.[11][12]

Radbrücke über die Panzerstraße in Böblingen

Im November 2023 fand der Spatenstich einer neuen Radschnellwegbrücke über die stark befahrene Panzerstraße in Böblingen statt. Der Radschnellweg verläuft beidseitig der Panzerstraße und biegt im 90°-Winkel zu dieser nach Nordosten ab. Der Radschnellweg war zuvor nur in Richtung Böblingen querungsfrei, durch die Brücke gilt dies nun auch in Richtung Stuttgart. Die Baukosten betrugen rund 5,8 Mio. €, die überwiegend durch das Land und den Bund übernommen wurden.[13] Die Brücke wurde im Juli 2025 eingeweiht.[14]

Zukunft

Zukünftig soll der Radschnellweg weiter über Gärtringen und Nufringen in Richtung Herrenberg führen.[15] Das Teilstück von Ehningen nach Gärtringen befindet sich in Planung.[16]

Commons: Radschnellweg RS1 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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