Rafael Payare

Venezolanischer Dirigent und Hornist From Wikipedia, the free encyclopedia

Rafael Payare (* 23. Februar 1980 in Puerto La Cruz, Venezuela) ist ein venezolanischer Dirigent und Hornist. Er ist seit 2019 Musikdirektor der San Diego Symphony und seit 2022 Chefdirigent des Orchestre symphonique de Montréal als Nachfolger von Kent Nagano.

Rafael Payare in Montréal 2022

Biografie

Rafael Payares Eltern sind die Grundschullehrerin Trina Torres de Payare und der Kartograph Juan R. Payare aus Puerto la Cruz.[1] Erst im Alter von 14 Jahren begann er, im Rahmen des venezolanischen Jugendbildungsprogramms El Sistema – Nationales System der Kinder- und Jugendorchester von Venezuela Horn zu spielen und wurde bereits nach wenigen Wochen Mitglied des Orchesters von Anzoátegui.

2001–2012 war er Solohornist des Simon Bolivar Jugendsinfonieorchesters, aus dem das Orquesta Sinfónica Simón Bolívar de Venezuela hervorging, und nahm an zahlreichen internationalen Tourneen und Aufnahmen teil. Er spielte unter anderem unter Dirigenten wie Claudio Abbado, Lorin Maazel, Giuseppe Sinopoli, Gustavo Dudamel und Simon Rattle. Auf Anregung Sinopolis begann er, Dirigierunterricht beim Gründer von El Sistema, José Antonio Abreu, zu nehmen, unterstützt von seinen Mentoren Maazel und Penderecki. Er dirigierte alle großen Orchester Venezuelas so erfolgreich, dass er rasch von internationalen Orchestern als Gastdirigent engagiert wurde. Insbesondere hatte er 2012 den 1. Preis beim internationalen Nikolai-Malko-Wettbewerb für Nachwuchsdirigenten mit einem Werk Pendereckis gewonnen.[2][3]

Sein Mentor Lorin Maazel holte Payare 2012 zum von ihm gegründeten Festival für talentierte Nachwuchsmusiker in Castleton (Rappahannock County, Virginia), um dort seine Fähigkeiten zu vervollkommnen. Durch die dort ebenfalls auftretenden Dirigenten wie Claudio Abbado oder Daniel Barenboim erhielt Payare für seine weitere Entwicklung und Laufbahn wesentliche Impulse und Kontakte. Nach Maazels Tod wurde er 2015 zum Chefdirigenten („Principal Conductor“) des Castleton Festivals ernannt.[4]

Anlässlich der Konzerte zu seinem 80. Geburtstag bat Krzysztof Penderecki auch Payare zu dirigieren, neben prominenten Dirigenten wie Charles Dutoit, Leonard Slatkin oder Valery Gergiev. Das Ulster Orchestra berief Payare 2014 zum Chefdirigenten und Musikdirektor („Principal Conductor and Music Director“). Mit diesem Orchester trat er 2016 und 2019 bei den BBC Proms auf. Nach seinem Abschied im Jahr 2019 wurde er zum Ehrendirigenten („Conductor Laureate“) ernannt.[5]

Zur Saison 2019/2020 engagierte das San Diego Symphony Orchestra Payare als Chefdirigenten. 2022 berief das Orchestre symphonique de Montréal Payare zum Chefdirigenten als Nachfolger von Kent Nagano. Er ist außerdem gefragter Gastdirigent bei bedeutenden Konzert- und Opernhäusern und deren Orchestern.

Rafael Payare ist mit der US-amerikanischen Cellistin Alisa Weilerstein verheiratet.[6] Das Paar lebt in San Diego und Montréal.

Tonträger

Filme

  • El Sistema, Dokumentarfilm, Regie Paul Smaczny, Maria Stodtmeier, Arte France 2009.

Auszeichnungen

Commons: Rafael Payare – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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