Rakete Mond startet

Film von Kurt Neumann (1950) From Wikipedia, the free encyclopedia

Rakete Mond startet (Originaltitel: Rocketship X M) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1950. Im Film gerät ein Raumschiff, das unterwegs zum Mond ist, vom Kurs ab und muss auf dem Mars notlanden. Die auf dem Mars spielenden Szenen wurden in dem schwarzweiß gedrehten Film rosarot koloriert.

TitelRakete Mond startet
OriginaltitelRocketship X M
(alternativ: Expedition Moon)
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Rakete Mond startet
Originaltitel Rocketship X M
(alternativ: Expedition Moon)
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1950
Länge 77 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Kurt Neumann
Drehbuch Kurt Neumann
Produktion Kurt Neumann
Musik Ferde Grofé
Kamera Karl Struss
Schnitt Harry W. Gerstad
Besetzung
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Hugh O’Brian in einer Szene des Films

Handlung

Eine Rakete namens RXM 1 mit den fünf Astronauten Floyd Oldham, Lisa Van Horn, Karl Eckstrom, William Corrigan und Harry Chamberlain an Bord startet zum Erdmond. Kurz nach dem Start treten technische Probleme auf. Die Rakete kommt von ihrem Kurs ab, als sie in das Gravitationsfeld des Planeten Mars gelangt. Den Astronauten bleibt nichts anderes übrig, als auf dem Mars zu landen.

Die Besatzung findet dort die Ruinen einer längst untergegangenen Zivilisation. Als die Raumfahrer die Überreste untersuchen, stellen sie fest, dass diese Zivilisation durch einen verheerenden Atomkrieg zerstört wurde. Als sie weiterziehen, werden sie von menschenähnlichen Wesen angegriffen, die mit Keulen, Wurfäxten und Speerschleudern bewaffnet sind und deren Haut offenbar durch ionisierende Strahlung verbrannt ist. Eckstrom ist erschüttert: „Vom Atomzeitalter zur Steinzeit“. Es stellt sich heraus, dass die Marswesen die Nachkommen der einstigen Bewohner sind. Bei den Kämpfen kommen Eckstrom und Corrigan um; die Überlebenden beschließen, zur Erde zurückzukehren.

Die Rückkehr stellt sich jedoch als schwierig heraus. Die Crew findet heraus, dass das Raumschiff nicht genug Treibstoff für die Landung hat. Man benachrichtigt die Bodenstation und übermittelt die Ergebnisse der Reise. Die Rakete stürzt zur Erde und explodiert. Trotzdem sieht der Projektleiter Dr. Fleming die Expedition nicht als gescheitert an, da sie bewiesen habe, dass bemannte Weltraumfahrt möglich sei. Die Rakete RXM 2 ist bereits startklar.

Produktionsnotizen

Die Dreharbeiten begannen am 2. Februar 1950. Die Außenaufnahmen in der Mojave-Wüste wurden in drei Tagen abgedreht. Außerdem wurde Footage vom Death-Valley-Nationalpark montiert.

Der US-amerikanische Filmproduktions- und Vertriebsgesellschaft Lippert Pictures verkaufte den Film frühzeitig an das Fernsehen, so dass Rakete Mond startet einer der ersten höherwertigen Science-Fiction-Filme war, der im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Außerdem wurden zur weiteren Vermarktung 16-mm-Film-Kopien gezogen. Aufgrund der Verfügbarkeit in diesem Format wurde die Produktion häufig auf Conventions aufgeführt; weniger wegen seiner künstlerischen Qualität denn der kostengünstigen Ausleihmöglichkeiten.

Nach späteren Angaben seiner Tochter war Dalton Trumbo am Drehbuch beteiligt; der Autor hatte seinerzeit aufgrund der Aktivitäten des Komitees für unamerikanische Umtriebe in den USA ein Schreibverbot.

Das Design des Raumschiffs und technische sowie wissenschaftliche Details der Filmhandlung basieren auf dem Artikel Rocket to the Moon, der am 17. Januar 1949 im Life-Magazin erschien.[1]

Filmbuch

Unter dem Pseudonym Bert Koeppen veröffentlichte Walter Spiegl 1958 das Buch zum Film unter dem Titel Rakete Mond startet als Utopia-Großband Nr. 84.

Kritik

Karlfriedrich Scherer meinte 1958 im Film-Echo, die Charaktere der fünf Crewmitglieder würden in einer Notsituation derart sorgfältig skizziert, dass Spannung erzeugt werde und sich hochschaukele. Die fremdartige Mars-Atmosphäre und das Aufeinandertreffen mit den Marsianern setze den Spannungsbogen fort. Das Sujet, die Gestaltung und das Fehlen eines kitschigen Endes versprächen einen Publikumserfolg.[2]

Auf der Erfolgswelle von Endstation Mond reitend, habe Kurt Neumann den Film zeitnah abgedreht. Der Raumschiff-Crew habe er eine Bergsteigerausrüstung und den Marsbewohnern eine violette Hautfarbe verpasst. Eine Bewertung nimmt Philip Strick im Buch Science Fiction Movies nicht vor. Nach der Beschreibung weiterer Mars-Filme resümiert er, ohne Marsianer wäre das Genre ärmer.[3]

Ebenso verfährt Robin Cross in seiner unter dem Titel Science Fiction Films veröffentlichten Abhandlung: Er geht von Endstation Mond als Auslöser aus und bezeichnet Rakete Mond startet als Imitation dessen. Überraschend anders sei jedoch das düstere Ende.[4]

Chistian Hellmann bestätigt in Der Science Fiction Film aus der Heyne Filmbibliothek den von seinen Autorenkollegen ausgemachten Schnellschuss-Charakter.[5]

Das Lexikon des Science Fiction Films von Ronald M. Hahn und Volker Jansen verwendet ein Zitat von Bill Warren, in dem es heißt, die Anfangsszenen seien „eher uninteressant“. Mit der Marslandung stelle sich jedoch eine unheimliche Stimmung ein (obwohl direkt neben einem stark befahrenen Highway aufgenommen wurde). Warren führt weiter aus: „Der Planet erscheint einem wirklich als tot – und zwar so tot, daß es einen kalt überläuft, als die halbnackten und glatzköpfigen Marsianer auftauchen. […] Der Kampf zwischen den Marsianern und den Erdlingen ist tückisch und Angst einjagend, und die Nahaufnahme einer marsianischen Frau […], in der wir sehen, daß sie blind ist, weil ihre Augen völlig leer sind, gehört zu den schockierendsten Szenen, die ein SF-Film je zeigte.“[6]

Das Handbuch der katholischen Filmkritik von 1959 hält den 1950 gedrehten Film bereits für unzeitgemäß. „Naiv“ und „unansehnlich“ wie er daherkomme sei er für Betrachter „ab 14 fast erheiternd“.[7]

Leslie Halliwell schrieb in seinem Film & Video Guide, das erste Weltraumabenteuer der Nachkriegszeit sei purer Humbug – durchaus sympathisch aufgrund seiner Frechheit, jedoch nicht wegen seiner billigen Kulissen. Er vergab einen von vier möglichen Sternen.[8]

Anmerkungen

Der Film Rakete Mond startet wurde für $ 94.000 produziert und spielte mehr als eine Million US-Dollar ein. Uraufführungen:

  • USA: 26. Mai 1950
  • Deutschland: 3. Januar 1958
  • Österreich: 21. März 1958[9]

Überlieferung

  • Im Juni 2016 veröffentlichte i-catcher Media GmbH & Co.KG eine DVD-Edition, die auch die deutsche Tonspur enthält. Seinerzeit nicht synchronisierte Textpassagen sind im Original enthalten.

Siehe auch

Literatur

  • Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science-Fiction-Films. 720 Filme von 1902 bis 1983, Wilhelm Heyne Verlag, München 1983, S. 414 f. ISBN 3-453-01901-6.
  • Bill Warren: Keep watching the skies! American science fiction movies of the fifties. The 21st Century Edition, McFarland & Company, Inc. Publishers, Jefferson (North Carolina) / London 2010, S. 708–711. ISBN 978-0-7864-4230-0.
  • Heinz J. Galle: Wie die Science Fiction Deutschland eroberte. Erinnerungen an die miterlebte Vergangenheit der Zukunft, Dieter von Reeken, Lüneburg 2008, S. 166. ISBN 978-3-940679-20-8.
  • Ron Miller: The dream machines. An illustrated history of the spaceship in art, science, and literature, Foreword by Arthur C. Clarke, Krieger Publishing Company, Malabar (Forida) 1993. ISBN 0-89464-039-9.

Einzelnachweise

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