Ram Jethmalani
indischer Politiker
From Wikipedia, the free encyclopedia
Ram Boolchand Jethmalani (Hindi राम मूलचन्द जेठमलानी; * 14. September 1923 in Shikarpur, Präsidentschaft Bombay, Britisch-Indien; † 8. September 2019 in Neu-Delhi) war ein indischer Jurist und Politiker des Indischen Nationalkongresses (INC), der Janata Dal (JD) und der Bharatiya Janata Party (BJP), der unter anderem Mitglied der Lok Sabha und der Rajya Sabha sowie ein Kandidat bei der Präsidentschaftswahl 1992 war. Er fungierte zudem mehrmals als Unionsminister in verschiedenen Kabinetten.

Leben
Ram Boolchand Jethmalani, Sohn von Boolchand Jethmalani, absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften am S. C. Shahani Law College und der Karachi-Universität Bombay, das er mit einem Master of Laws (LL.M.) beendete. Im Anschluss war er als Rechtsanwalt, Dozent für Rechtswissenschaften sowie als Unternehmer tätig und wurde 1965 Mitglied des Anwaltsrats von Indien sowie der International Bar Association (IBA). Er war darüber hinaus 1968 stellvertretender Vorsitzender sowie 1970 Vorsitzender des Anwaltsrats von Indien und engagierte sich zudem 1973 als Vizepräsident des World Peace through Law-Zentrums, das nach dem gleichnamigen 1958 erschienenen Buch von Louis Bruno Sohn und Grenville Clark[1] benannt wurde. Er wurde für den bei der Parlamentswahl vom 16. bis 20. März 1977 für den Indischen Nationalkongress (INC) im Wahlkreis „Bombay North-West“ zum Mitglied der Lok Sabha gewählt, des Unterhauses des Parlaments (Bhāratīya Sansad), und gehörte dieser nach seiner Wiederwahl bei der Parlamentswahl am 3. und 6. Januar 1980 bis 1984 an, wobei er 1980 zur Bharatiya Janata Party (BJP) wechselte. Während seiner Parlamentszugehörigkeit war er Mitglied der Privilegien- und Bibliotheksausschüsse und wurde zudem Vizepräsident der BJP.[2]
Am 3. April 1988 wurde Jethmalani zum ersten Mal Mitglied der Rajya Sabha, des Oberhauses des Parlaments, dem er zunächst bis zum 26. August 2009 angehörte, wobei er zwischen 1989 und 1993 Mitglied der Janata Dal (JD) war sowie 1995 Mitglied der Pavitra Hindustan Kazhagam (PHK) wurde. Bei der Präsidentschaftswahl am 13. Juli 1992 war er Präsidentschaftskandidat, belegte aber nach dem zum Präsidenten Indiens gewählten Shanker Dayal Sharma (675.804 gewichtete Stimmen, 65,86 Prozent)[3] und George Gilbert Swell (346.485 gewichtete Stimmen, 33,77 Prozent)[4] mit 2.704 gewichtete Stimmen (0,26 Prozent) abgeschlagen den dritten Platz vor dem Viertplatzierten Joginder Singh (1.135 gewichtete Stimmen, 0,11 Prozent), ein Textilunternehmer, der in Indien an über 300 Wahlen teilnahm und verlor.[5][6]
Am 16. Mai 1996 wurde er als Minister für Recht, Justiz und Unternehmensangelegenheiten in das erste Kabinett von Premierminister Atal Bihari Vajpayee[7] berufen und bekleidete dieses Ministeramt bis zum 1. Juni 1996.[8] Am 19. März 1998 übernahm er im Kabinett Vajpayee II das Amt als Minister für Stadtentwicklung und hatte diesen bis zum 8. Juni 1999 inne, woraufhin Jagmohan[9] seine Nachfolge antrat. Im Zuge dieser Umbildung des zweiten Kabinetts Vajpayee löste er wiederum am 8. Juni 1999 Rangarajan Kumaramangalam[10] als Minister für Recht, Justiz und Unternehmensangelegenheiten ab und verblieb auf diesem Posten bis zum 13. Oktober 1999.[11] Den Posten des Ministers für Recht, Justiz und Unternehmensangelegenheiten übernahm er zwischen dem 13. Oktober 1999 und bis zu seinem Rücktritt am 23. Juli 2000 auch im Kabinett Vajpayee III, woraufhin Arun Jaitley[12] ihn ablöste.[13] Er wurde am 5. Juli 2010 für die BJP, der er wieder beigetreten war, erneut Mitglied der Rajya Sabha, der er nunmehr bis zu seinem Tode am 8. September 2019 angehörte, wobei er zuletzt seit 2016 der Rashtriya Janata Dal (RJD) als Mitglied angehörte. Daneben engagierte er sich seit Mai 2010 auch als Präsident der Anwaltskammer des Obersten Gerichtshofes.[6][14]
Ram Boolchand Jethmalani war zwei Mal verheiratet. Seine erste 1941 geschlossene Ehe mit Durga Jethmalani blieb kinderlos. Aus seiner zweiten am 5. September 1947 geschlossenen Ehe mit Ratna Jethmalani zwei Söhne und zwei Töchter hervorgingen, darunter der Sohn Mahesh Jethmalani (* 1956), der zwischen 2021 und 2024 nominiertes Mitglied der Rajya Sabha war.[15]
Veröffentlichungen
- Conflict of Laws, 1956
- Justice Soviet Style
- Big egos, small men, Har Anand Publications, Neu-Delhi 2000
- Conscience of a Maverick, UBSPD, Neu-Delhi 2007
- Maverick unchanged, unrepentant, Rainlight, Neu-Delhi 2014
Literatur
- Nalini Gera: Ram Jethmalani. The authorized biography, Viking, Neu-Delhi 2002
- Susan Adelman: The rebel. A biography of Ram Jethmalani, Shobhaa Dé Books, Gurgaon 2014
Weblinks
- Ram Jethmalani, Eminent Supreme Court Lawyer and Former Law Minister, Passes Away at 96. News 18, 8. September 2019, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
- Ram Jethmalani, Veteran Lawyer And Former Union Minister, Dies At 95. India News, 8. September 2019, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
- Eminent Lawyer and former Union Law Minister Ram Jethmalani passes away. The Times of India, 8. September 2019, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).