Ramon Montaño
philippinischer Offizier und Politiker
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Ramon Montaño (* 3. März 1937 in Cebu City, Provinz Cebu, Visayas; † 2. Juli 2024) war ein philippinischer Politiker und Offizier, der unter anderem als Generalmajor von 1988 bis 1990 letzter Chef der Gendarmerie (PC) und zugleich Generaldirektor der Integrierten Nationalen Polizei (INP) sowie zwischen 1991 und 1992 Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Kommunalverwaltung war und sich mehrmals erfolglos um ein politisches Mandat bemühte.
Leben
Ramon Montaño stammte aus einer Familie, die ursprünglich aus Iloilo und Guimaras kam, und begann nach dem Schulbesuch eine Offiziersausbildung an der Philippine Military Academy (PMA) in Baguio City und trat nach deren Abschluss 1958 in die Gendarmerie PC (Philippine Constabulary) ein, damals eine Teileinheit der Streitkräfte der Philippinen AFP (Armed Forces of the Philippines). Er gehörte zu den Offizieren, die während der EDSA-Revolution im Februar 1986 gegen die Diktatur von Präsident Ferdinand Marcos[1] rebellierten. Unter Präsidentin Corazon Aquino[2] war er daraufhin im Fort Bonifacio Kommandeur der Gendarmerie in der Hauptstadtregion CAPCOM (PC Capital Command) und in dieser Funktion für die Polizisten verantwortlich, die im Januar 1987 beim Massaker von Mendiola das Feuer auf Demonstranten eröffneten, die eine Agrarreform forderten und zu seinem Rücktritt führte. Allerdings wurde er am 26. Januar 1988 im Range eines Generalmajors als Nachfolger von Renato de Villa[3] letzter Chef der Philippine Constabulary und zugleich Generaldirektor der Integrierten Nationale Polizei INP (Integrated National Police). In dieser Zeit war er für die Verhaftung des Anführers der Bewegung zur Reform der Streitkräfte RAM (Reform the Armed Forces Movement), Oberst Gregorio „Gringo“ Honasan,[4] im Dezember 1987 verantwortlich. Am 30. März 1990 wurde er als Generaldirektor der Integrierten Nationalpolizei von Cesar Nazareno abgelöst.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Polizeidienst wurde Montaño 1991 während der Präsidentschaft von Corazon Aquino Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Kommunalverwaltung (Undersecretary for the Department of the Interior and Local Governmentund) und war damit bis zum Ende von Aquinos Amtszeit am 30. Juni 1992 ein enger Mitarbeiter von Minister Cesar Sarino.[5] 1992 kandidierte er für die Nationalistische Volkskoalition NPC (Nationalist People’s Coalition) für das Amt des Bürgermeisters von Makati, unterlag jedoch Jejomar Binay.[6] Er fungierte daraufhin als politischer Berater von Fidel Ramos,[7] der zwischen 1992 und 1998 Staatspräsident war.
Bei den Wahlen am 10. Mai 2004 kandidierte Ramon Montaño als Kandidat der Partei Eine Nation, ein Geist IBID (Partido Isang Bansa Isang Diwa) für den Senat, verlor aber mit 159.735 Stimmen (0,45 Prozent) auf Platz 38 bei zwölf zu vergebenden Senatsplätzen.[8] 2006 wurde er wegen angeblicher Verschwörung zum Staatsstreich gegen Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo[9] verhaftet, jedoch später mangels Beweisen durch das Quezon City Prosecutor’s Office wieder freigelassen.
Bei den Wahlen am 13. Mai 2013 bewarb er sich als Parteiloser abermals für einen Sitz im Mandat, wobei er auch dieses Mal mit 1.040.131 Stimmen (2,59 Prozent) auf Platz 29 keinen der zwölf Senatsplätze erreichte, die zu vergeben waren.[10] Im Wahlkampf versprach er, Gesetzentwürfe zu einzubringen, die als Richtlinien zur Verbesserung des Polizei- und Militärdienstes dienen sollen. Außerdem setzte er sich für eine Überprüfung des Kommunalgesetzes sowie für die Entmachtung der Polizei durch Kommunalpolitiker ein. Zudem plante er, sich für die Rechte pensionierter Soldaten und Polizisten einzusetzen.
Montaño war mit Fe Pareja verheiratet, die später Bürgermeisterin von San Jose in der Provinz Negros Oriental wurde.
Weblinks
- Ramon Montano. In: Prabook. Abgerufen am 10. November 2025 (englisch).
- Montaño dies at 87. In: Rappler. 3. Juli 2024, abgerufen am 10. November 2025 (englisch).