Rantepao
Kecamatan in Kabupaten Toraja Utara, Indonesien
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Rantepao ist eine indonesische Stadt auf der Insel Sulawesi. Sie ist der Hauptort des Regierungsbezirks Nordtoraja (Toraja Utara) und das kulturelle Zentrum der Volksgruppe der Toraja.
| Rantepao | ||
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| Koordinaten | 2° 58′ S, 119° 54′ O | |
| Basisdaten | ||
| Staat | Indonesien | |
| Geographische Einheit | Sulawesi | |
| Provinz | Sulawesi Selatan | |
| ISO 3166-2 | ID-SN | |
| Kabupaten | Nordtoraja | |
| Einwohner | 28.231 (2024) | |
Veranstaltungszentrum in Rantepao | ||
Lage und Größe
Wirtschaft und Verkehr
Rantepao ist das Handels-, Kultur- und Dienstleistungszentrum des Hochlandes Tana Toraja. Die Stadt ist mit Makassar über eine Landstraße verbunden und hat sich zum Ausgangspunkt für den Besuch der Region entwickelt, nachdem sie in den 1970er Jahren für den Tourismus geöffnet wurde. Der Flugplatz Pongtiku, rund 30 km südwestlich von Rantepao, wurde im Jahr 2020 vom größeren Toraja Airport (TRT) abgelöst. Angegliedert an den Markt (Pasar Bolo) ist ein Busbahnhof, von dem aus Überlandverbindungen, insbesondere mehrmals täglich nach Makassar, angeboten werden. Innerhalb der Stadt können motorisierte Rikschas (Sitor) oder privat betriebene Kleinbusse ohne festen Fahrplan genutzt werden. Das Hauptverkehrsmittel der Bevölkerung ist jedoch das Moped, gefolgt zu einem geringen Anteil von Autos.
Infrastruktur
Rantepao verfügt übere mehrere Schulen und ein von der Kirche betriebenes Krankenhaus, das Rumah Sakit Elim Rantepao. Ein neues, größeres Krankenhaus des Bezirks befindet sich gerade im Bau. Im Stadtzentrum befinden sich ein Veranstaltungszentrum sowie eine größere Bücherei. Am Stadtrand findet regelmäßig ein bedeutender Viehmarkt (Pasa' Tedong) statt, auf dem vor allem Büffel und Schweine gehandelt werden – beide Tiere sind in der Kultur der Toraja von herausragender Bedeutung. Rantepao ist zudem das touristische Zentrum der Region und bietet eine Anzahl von Hotels, Reiseveranstaltern und Mietwagenverleihern.
Architektur
Die Stadt ist das kulturelle Zentrum der mehrheitlich lutherisch-evangelischen Toraja und daher im Gegensatz zu vergleichbaren Städten Indonesiens durch mehrere Kirchenbauten geprägt. Viele öffentliche Gebäude besitzen ein geschwungenes Dach und weitere Architekturelemente der traditionellen Tongkonan-Häuser. Dies ist beispielhaft auch im Inneren der katholischen Santa Theresia-Kirche, mit deren Bau 1989 begonnen wurde, zu sehen.
Vor der bedeutendsten evangelischen Kirche wurde ein Denkmal errichtet, das an die Einführung der Bibel im Jahre 1913 erinnert. Ein weiteres markantes Denkmal mit einer Höhe von 10 m, das den Freiheitskämpfer Pong Tiku auf einem Pferd zeigt, befindet sich am zentralen Platz. Genau an dieser Stelle wurde Pong Tiku, der sich mit einer Armee aus Toraja-Kämpfern gegen die niederländischen Kolonialherren aufgelehnt hatte, 1907 hingerichtet.[2]
Umgebung
In der Umgebung Rantepaos liegen zahlreiche touristisch interessante Orte, von denen viele mit dem ausgeprägten Beerdigungs- und Totenkult der Toraja in Zusammenhang stehen. Während die traditionellen Tongkonan-Häuser und ähnlich aussehenden, aber kleineren Reisspeicher überall zu sehen sind, gibt es mehrere Orte mit hängenden Felsengräbern: Ke'te Kesu, Lemo und Londa. In den Felsengräbern wurden insbesondere Adelige bestattet, die mit großen, dem Verstorbenen nachempfundenen Holzfiguren (Tao Tao) geschmückt wurden – auch wenn viele dieser Figuren wegen Grabraubes Nachbildungen sind.[3]
Das Dorf Kambira etwa 10 km südlich von Rantepao ist bekannt wegen eines alten Baumes, in dessen massivem Stamm bis vor etwa 100 Jahren Kinder, die noch keine Zähne hatten, bestattet wurden – entsprechend den religiösen Vorstellungen der Toraja glaubte man, sie würden in dem Baum weiter leben.[4]
