Raphaëlle Red

französische Schriftstellerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Raphaëlle Red (geboren 1997 in Paris) ist eine französisch-deutsche Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin.

Raphaëlle Red (2024)

Raphaëlle Red ist in Paris geboren und in Berlin aufgewachsen. Sie studierte Literarisches Schreiben an der Université Paris VIII, wo sie mit einem Master abschloss. Sie lebt in Berlin, wo sie an der Freien Universität zu zeitgenössischer Literatur der afrikanischen Diaspora forscht. 2017 war sie Kuratorin der im Rahmen des Internationalen Literaturfestival Berlin (ilb) stattfindenden Veranstaltungsreihe decolonizing wor:l:ds.[1]

Sie veröffentlicht Texte in Französisch (Jef Klak und L‘Humanité), Englisch (Beiträge in gal-dem und The Funambulist, 2026 das Buch Safe Space) und Deutsch (in der Literaturzeitschrift Bella triste und den Anthologien Resonanzen[2] und Glückwunsch[3]).[4]

Adikou

2024 veröffentlichte Raphaëlle Red ihren Debütroman Adikou im Pariser Verlag Grasset, der im gleichen Jahr in enger Zusammenarbeit mit der Autorin von Patricia Klobusiczky übersetzt im Rowohlt Verlag erschien.

Die Titelheldin lebt in einem Zustand von Unsicherheit, fehlender bzw. ungewisser kultureller Wurzeln, weiß nichts von ihrem aus Togo stammenden Vater und kennt nicht einmal die korrekte Aussprache ihres Namens. In einem heißen Pariser Sommer wird ihr die Situation unerträglich, sie setzt sich ins Flugzeug und fliegt nach Lomé, Hauptstadt von Togo und Geburtsort des Vaters. Sie kommt an, weiß nicht genau, was sie sucht, welche Fragen sie stellen soll, dafür wird sie befragt, nach Herkunft, nach Hautfarbe – in Frankreich zu dunkel, das Braun der Haut nicht französisch genug, sondern zu afrikanisch, in Togo dann umgekehrt –, Beruf (Touristin? Journalistin?), Ziel und Zweck ihres Dortseins. Sie reist weiter, entlang der westafrikanischen Küste und landet schließlich in den USA, in New York und schließlich den Südstaaten.

Stefan Michalzik sah in seiner Rezension in der Frankfurter Rundschau in Adikou einen „Diskursroman im Gewand einer Road Novel“. Er beschreibt den Roman auch als „sperrig“, aber in einem guten Sinn. „In der zerrissenen Form des Buches findet die Autorin ein Äquivalent zur existenziellen Not ihrer Protagonistin“, schreibt Michalzik.[5] Michael Bitala beginnt seine Besprechung in der Süddeutschen Zeitung mit „Raphaëlle Red hat ein Rätsel geschrieben“, findet aber im zweiten Lektüreansatz dann doch noch einiges, was den Leser bereichern könne.[6]

Autorin und Übersetzerin von Adikou wurden 2025 mit dem Prix PREMIERE des Institut français ausgezeichnet.[7] Die Abfassung des Romans wurde durch ein Aufenthaltsstipendium des Maison des Artistes in Lomé unterstützt.[4]

No Scribes

2025 brachte Red zusammen mit Paula Fürstenberg und Alisha Gamisch das Stück No Scribes – Die literarische Girlband heraus, in dem sich die drei Schriftstellerinnen mit dem Girlgroup-Phänomen der 1990er und 2000er Jahre auseinandersetzen und dem Einfluss von Gruppen wie Tic Tac Toe, Spice Girls und Destiny’s Child auf die eigene Biographie nachgehen. Das Stück hatte im November 2025 unter der Regie von Lena Brasch auf der Berliner Vagantenbühne Premiere. Raphaëlle Red sagte über das Stück und seine Entstehung:

„Der Ausgangspunkt war für mich schon der persönliche. Im Gespräch ist uns aber relativ schnell aufgefallen, dass es über das Bedürfnis, die eigenen Teeniejahre zu reflektieren, hinausgeht, weil ein Resonanzraum da ist. Es gibt gerade vielfältige Auseinandersetzungen mit dieser Zeit, nicht nur auf analytischer Ebene, sondern auch bestimmte Trends, die zurückkommen.“

Eine gekürzte Version des Textes erschien im SuKuLTuR-Verlag.[8]

Auszeichnungen

Bibliografie

Einzelnachweise

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