Rathaus (Altendorf)

Ehemaliges Rathaus der Bürgermeisterei Altendorf From Wikipedia, the free encyclopedia

Das ehemalige Rathaus der Bürgermeisterei Altendorf befand sich im heutigen Essener Stadtteil Frohnhausen. Die Bürgermeisterei Altendorf umfasste die Gemeinden Altendorf, Frohnhausen und Holsterhausen, die mit Auflösung der Bürgermeisterei 1901 Stadtteile der Stadt Essen wurden. Das Rathaus aus dem Jahr 1876 wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Rathaus der Bürgermeisterei Altendorf vor 1902, Blickrichtung Nordost

Geschichte

Das Dreibauerschaftsquartier bestand aus Altendorf, Holsterhausen und Frohnhausen und kam nach der Säkularisation 1803 zur Munizipalität Borbeck. Am 1. Januar 1874 wurden diese drei Gemeinden ausgegliedert und bildeten nun die Bürgermeisterei Altendorf.

Um das Altendorfer Rathaus bildete sich die Ortsmitte der Bürgermeisterei Altendorf. Das Gebäude befand sich westlich der Margaretenstraße und südlich der damaligen Berzeliusstraße, die in diesem Bereich seit 1961 Frohnhauser Straße heißt. Der parkähnliche Vorplatz des Rathauses war offiziell der Rathausplatz, der im Jahr 1902 in Altendorfplatz umbenannt wurde.[1]

Das Baugrundstück war dem Gastwirt Johann Potthoff abgekauft worden. Nach Verfügung der Königlichen Regierung vom 8. April 1874 beschloss der Gemeinderat, das von Potthoff zum Preis von 1000 Talern pro Morgen angebotene, fünf Morgen große Grundstück als Bauplatz für das Rathaus zu erwerben. Der Bau des Rathauses wurde auf der Altendorfer Gemeinderatssitzung vom 6. Juni 1874 beschlossen.[2] Nach Unstimmigkeiten wurde am 19. Juni des Jahres durch den Gemeinderat beschlossen, zwei Morgen Land von Potthoff als Bauplatz für das Rathaus zu kaufen. Zwei weitere Morgen Land für das Haus der Bürgermeisterwohnung (auf Grund des heutigen Riehlparks) veräußerte der Landwirt Johann Schulte gen. Silberkuhl.[3] Zwischen beiden Grundstücken verlief der Weg von Essen nach Mülheim an der Ruhr als Teil der heutigen Frohnhauser Straße.

Auf der Altendorfer Gemeinderatssitzung vom 26. Januar 1875 wurde bekannt gegeben, dass die Pläne des Dortmunder Architekten Carl Wilhelm Theodor Freyse, Sohn des Architekten Heinrich Johann Freyse, für den Bau des Altendorfer Rathauses von der Königlichen Regierung genehmigt wurden. Andere Pläne waren im November des Vorjahres abgelehnt worden.[4] In den Jahren 1875 und 1876 wurde das Rathaus nahe eines provisorischen Gemeindehauses[5], das ein Wohnhaus an der Margaretenstraße war, errichtet. Am 1. Juli 1876 wurde das dreistöckige, von Zinnen gekrönte Rathaus mit Klinkerfassade bezogen. Die Baukosten beliefen sich einschließlich Grundstück auf 120.000 Mark.[6]

Erster und einziger Bürgermeister war Wilhelm Kerckhoff bis zu seinem Tod. Sein stattliches Wohnhaus stand gegenüber dem Rathausportal und damit überwiegend auf dem Gebiet des heutigen Riehlparks. Der Gemeinderat veranschlagte für dessen Bau inklusive Grundstück, Einfriedung durch Eisengitter, Stallung und Remise 30.000 Mark.[5] Diese Bürgermeistervilla wurde nach 1901 von den Direktoren der Krupp-Oberrealschule bezogen. Ab 1933 waren darin die SS und die Gestapo untergebracht.[7] Im Zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört.

Auch das Altendorfer Rathaus selbst wurde im Zweiten Weltkrieg durch die Luftangriffe der Alliierten schwer beschädigt. Die Reste wurden später beseitigt.[8]

Das Areal heute

Das Altendorfer Rathaus befand sich genau auf dem Vorplatz der 1952 errichteten Kirche St. Mariä Geburt[7], die 2011 geschlossen wurde und heute als Veranstaltungsstätte dient.

Einzelnachweise

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